Sonne, Strand und mehr Welten

Wunderfalken-Reihe: Film von Stefan Erdmann über die Kanarischen Inseln feiert in Bad Tölz Premiere

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Filmemacher Stefan Erdmann und Wunderfalkenorganisator Steffen Heyn (r.) präsentierten die Live-Dokumentation von „KANAREN 27° 29° N – Acht Inseln – Acht Welten“ im Tölzer Kurhaus.

Bad Tölz – Einsame Strände, türkisblaue Lagunen und märchenhafte Wälder: Rund 240 Zuschauer entflohen dem kalten Winter und begaben sich im Tölzer Kursaal auf eine knapp zweistündige Reise. Dabei nahm sie Filmemacher Stefan Erdmann mit und zeigte in seinem Film „Kanaren“ die Schönheit der spanischen Inselgruppe auf.

„KANAREN 27° 29° N – Acht Inseln – Acht Welten“ heißt das neueste Werk des freischaffenden Filmemachers aus Übersee am Chiemsee. Stefan Erdmann begeisterte schon mit seinen bildgewaltigen Dokumentationen über Island, Buthan und seine Heimat Chiemgau sein Publikum. Nun feierte sein neuester Film Premiere im Rahmen der Wunderfalkenreihen. Hierfür bereiste Erdmann über viele Jahre die Kanarischen Inseln zu allen Jahreszeiten. Er machte sich überwiegend zu Fuß auf in die entlegensten Ecken und sammelte Bilder und Szenen von Landschaften und von Menschen, die mit Hingabe ihr Brauchtum und ihre Traditionen pflegen. „Man hat auf jeder der acht Inseln die Möglichkeit, innerhalb eines Tages die unterschiedlichsten Naturlandschaften zu erleben. Die Kanarischen Inseln sind zweifelsohne ein Archipel der Sehnsucht und haben mich immer wieder aufs Neue begeistert und inspiriert“, schwärmte der Filmemacher.

Acht verschiedene Welten

Acht sehr unterschiedliche Inseln zählen zu den Kanaren. Als Erdmann mit seinem Filmprojekt begann waren es offiziell noch sieben Inseln: Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro. Erst im Juni 2018 ernannte die spanische Regierung die Insel La Graciosa, auf der nur 600 Menschen leben und die bislang zu Lanzarote gezählt hatte, zu einer eigenen Verwaltungseinheit. Nur gut, dass Erdmann auch von dieser kleinen aber malerischen Insel mit ihren Stränden und dem türkisblauen Wasser Aufnahmen gemacht hatte.

Der Filmemacher und seine Gitarre

Die Musik spielt in Erdmanns Filmen eine wichtige Rolle. „Eigentlich wollte ich Rockstar werden“, erzählte er. Mit etwa elf oder zwölf Jahren habe ihn die klassische Serenade „Spanische Romanze“ dazu inspiriert, eigene Musik zu komponieren. Die Musik zu seinen Filmen entwickelt Erdmann selbst zusammen mit einem professionellen Filmmusikkomponisten. „Beim Drehen höre ich oft die Musik dazu“, erklärt der Filmemacher. Nach dieser kurzen musikalischen Einstimmung ging es los mit der Reise zu den „Inseln des ewigen Frühlings“.

Mit ruhiger Stimme nahm Erdmann sein Publikum mit – zuerst nach El Hiero im Frühling. Die kleine Insel, die einst als Ende der Welt galt, bietet eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften: zwei weiße Pferde auf einer lila blühenden Hochebene, Hirten, die ihre Tiere hüten, Lavagestein, beeindruckende Felsformationen, Sanddünen, dichte Lorbeerwälder und uralte, große Wachholderbäume, vom Wind gebeugt, bizarre Formen angenommen haben.

Die Zuschauer gewannen einen ersten Eindruck von den gewaltigen Kräften mit denen Feuer, Wasser und Wind die Kanarischen Inseln über Jahrmillionen geformt haben. Die zweite Station auf Erdmanns filmischer Reise zu den Kanaren ist Lanzarote. Gegensätze auch hier: Bizarre Lavaformationen und schwarze Sandstrände stehen im Kontrast zu leuchtend weißen Häusern mit bunten Fenstern und Türen, daneben heben sich traumhaft helle Sandstrände von dem türkisblauen Wasser des Atlantischen Ozeans ab.

Bunte Wasserfälle

Danach geht es in den Timanfya Nationalpark – in das Reich der Feuerberge. Anschließend schweift die Kamera über traumhafte Strände wie den Playa del Papagayo, an dem man wunderbar schnorcheln kann oder über die Bucht von Famara, in deren Brandung sich Surfer und Wellenreiter tummeln. Erdmanns filmische Reise geht weiter nach La Palma zur Mandelblüte im Januar und Februar. Er besichtigt den größten Senkkrater der Welt und die Cascade de los Colores. Der „Wasserfall der Farben“ ist ein ganz besonderes Naturschauspiel. Die Wände werden von dem mineralhaltigen Wasser in leuchtende Farben versetzt: von Rostrot, über Orange-glänzend bis hin zu Knallgelben.

Für den Naturliebhaber Erdmann war natürlich ein Besuch des El Teyde Pflicht. Der 3.718 Meter hohe Berg auf der Insel Teneriffa ist der höchste Berg der Kanaren, sogar von ganz Spanien. Mit 7.500 Metern Höhe über dem Meeresboden ist El Teyde sogar der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Die größte Insel der Kanaren hat noch so viel mehr zu bieten: uralte Drachenbäume, das Teno Gebirge und die beeindruckende Masca Schlucht, die nach einer dramatischen Rettungsaktion im vergangenen Jahr leider für Besucher gesperrt ist – Erdmann konnte allerdings noch fantastische Aufnahmen machen.

Auch seine Bilder von der Osterprozession in La Laguna und von dem mühevoll gestalteten Blüten- und Lavasteinteppich der Fronleichnamsprozession von La Orotava beeindrucken. Selbstverständlich dürfen auch Eindrücke von Teneriffas Stränden nicht fehlen. Zu den schönsten von ihnen zählt der Playa de Benijo. Auf Gomera geht es ins Tal der Könige (Valle Gran Rey) mit dem Künstlerdorf El Guro und seinem malerischen Wasserfall.

Die Zuschauer erleben einen zauberhaften Sonnenuntergang am Playa del Ingles und wandern durch den immergrünen Märchenwald des Garajonay Nationalparks mit seinen uralten Lorbeerbäumen. Auf Fuerteventura zeigt Erdmann den schönsten Strand der Kanaren, den Strand von Cofete, der zum Titelbild des Films wurde. Von Gran Canaria zeigt der Filmemacher wieder Bilder von der Mandelblüte. Es gäbe noch viel mehr schöne Plätze und Bilder, doch es sei unmöglich jeder der kanarischen Inseln in Gänze gerecht zu werden, erklärte Erdmann.

Erdamnn schaffte es einmal mehr sein Publikum zu verzaubern. Durch seine ruhige Kameraführung, seiner außergewöhnlichen Bildsprache und den einfühlsamen Kommentaren lässt er die Zuschauer hautnah am Geschehen teilhaben. In Kombination mit der eigens komponierten Filmmusik wurde auch „KANAREN 27° 29° N – Acht Inseln – Acht Welten“ ein Hör- und Seherlebnis der besonderen Art und eine Hommage an die Kanarischen Inseln – bildgewaltig, faszinierend, emotional und informativ. Marion Bürkner

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