Zerstörungswut gegen Autos

18-Jähriger beschädigt parkende Fahrzeuge in der Blumenstraße

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Richterin verurteil Jugendlichen zu Therapiestunden, um seine Aggression abzubauen.

Geretsried – Wegen mehrfacher Sachbeschädigung musste sich ein 18-jähriger Geretsrieder vor dem Jugendgericht verantworten. Am 13. Dezember 2019 trat er den Seitenspiegel eines Golfs ab und verbeulte ein weiteres Fahrzeug. Den Sachschaden in Höhe von rund 5.000 Euro zahlt er derzeit in Raten ab.

„Ich habe an diesem Abend mit Freunden etwas getrunken und war wütend auf meine Mutter“, erklärte der Angeklagte. Weil sie verlangte, dass ihr Sohn nachhause kommen sollte, trat er zunächst gegen ihr Auto. Dann beschädigte der Geretsrieder noch zwei weitere Fahrzeuge und zerstörte sein Smartphone, indem er es auf die Straße warf. Bei den Tritten gegen die Autos gingen zudem seine teuren Markenschuhe kaputt. „Ich kann mir nicht erklären, warum ich so ausgerastet bin“, erklärte der 18-Jährige. Da er bereits an einem Antiaggressionstraining teilgenommen hat, sich bei den Fahrzeughaltern entschuldigt hat und den Schaden in Raten abbezahlt, fiel die Strafempfehlung von Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch moderat aus. Er forderte zwei Wochenendfreizeitarreste, ein einjähriges Alkoholkonsumverbot und die Fortführung der Antiaggressionstherapiestunden.

 Strafverschärfend wirkte sich lediglich aus, dass sich der mehrfach vorbestrafte Geretsrieder schon im Januar 2020 wegen eines anderen Vergehens vor dem Amtsgericht verantworten musste und damals dem Gericht nicht von der Sachbeschädigung an der Blumenstraße berichtete. „Es wäre besser gewesen, schon damals alle Karten offen auf den Tisch zu legen. Dann hätten wir uns die heutige Verhandlung sparen können“, bedauerte Richterin Friederike Kirschstein-Freund. Sie folgte dem Ahndungsvorschlag des Jugendgerichtshelfers. Die Zahl der Antiaggressionstherapiestunden setzte sie auf 17 fest. ph

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