Neuwahlen beim Kur- und Tourismusverein „Gesundes Bad Tölz“

Zintel und Höfter übernehmen

+
Die alte und neue Vorstandschaft des Vereins „Gesundes Bad Tölz“: Auf dem Foto (v.l.) der neue Vorsitzende Hannes Zintel, die ehemalige Stellvertreterin Monika Olschewsky, der scheidende Vorsitzende Karl Hirsch (stehend)

Bad Tölz – Große Überraschung bei der Hauptversammlung des Kur- und Tourismusvereins „Gesundes Bad Tölz“: Vorsitzender Karl Hirsch trat nicht mehr an und schlug als Nachfolger Hannes Zintel von der Blombergbahn vor. Stellvertreter sollte Dr. Anton Höfter von der Jodquellen AG werden.

Zintel erhielt bei der Wahl 23 von 24 Stimmen, Höfter wurde in Abwesenheit mit 19 Stimmen gewählt, zwei entfielen auf Winfried Sedlmayr, der zuvor diesen Vorschlag stark kritisiert hatte. Das Verhältnis zwischen der Stadt, den privaten Vermietern und der Jodquellen AG, die neben dem Alpamare das Hotel Jodquellenhof betreibt und in den letzten Jahren durch den Bau von teuren Eigentumswohnungen auf zentral gelegenen Grünflächen für Schlagzeilen sorgte, gilt seit jeher als problematisch, insofern kam die Kandidatur und Wahl Anton Höfters sehr überraschend. Sein Vater Dr. Max Anton Höfter ist der Erfinder der damals bahnbrechenden Freizeiteinrichtung Alpamare, inzwischen sorgt er als Vorstand der Kurfürstin Holding AG mit vernagelten Fenstern und Einzäunungen seiner Liegenschaften in Bad Heilbrunn für Verärgerung bei der Bevölkerung. Sohn Anton Höfter mit offiziellem Wohnsitz Seeshaupt ist derzeit zusammen mit der Stadt bemüht, Bad Tölz durch das ehrgeizige Projekt „Neue Tölzer Hotelkultur“ neuen Aufschwung zu geben. Welche Vorstellungen er als Stellvertreter Zintels in den Verein einbringen will, wurde nicht bekannt, da er am Dienstagabend aus Termingründen nicht an der kurzfristig angesetzten Versammlung teilnehmen konnte. Er hatte jedoch gegenüber Bürgermeister Josef Janker, der als Wahlleiter fungierte, seine Bereitschaft zur Kandidatur gegeben. Zintel erklärte vor der Abstimmung, er werde das neue Amt nur zusammen mit Höfter oder gar nicht antreten. Sport-Studio-Betreiber Karl Hirsch, der vor zwei Jahren als Nachfolger von Rita Förg gewählt worden war, ließ in seinem Rechenschaftsbericht die vergangenen zwölf Monate Revue passieren, erinnerte an die Nikolausfeier ebenso wie an die erfolgreiche Party mit der Oldie-Formation Big Bad Wolf, an die Ostereieraktion im verschneiten Kurpark, an den Gastgeberstammtisch und den von örtlichen Medien unterstützten Fotowettbewerb, durch den die Mitglieder nun auch Zugang zu schönen Werbefotos haben. All diese und weitere Aktivitäten hätten ihn zeitlich so beansprucht, dass er sein Amt nun niederlege, gleiches gelte für seine Stellvertreterin Monika Olschewsky, während Barbara Forster als Kassier und Barbara Kurz als Schriftführer weitermachen. In der Kasse sind aufgrund höherer Ausgaben aktuell nur noch 900 Euro, man verfügt aber noch über 11.600 Euro Rücklagen. Für Hannes Zintel als seinen Nachfolger spreche, so Hirsch, dessen erfolgreiches Engagement am Blomberg, wo sowohl die im vergangenen Winter neue ausgeschilderte Aufstiegsspur für Skitourengeher und die Bewertung der Rodelbahn durch ADAC-Tester für positive Schlagzeilen gesorgt hätten. Dr. Höfter vertrete als Vorstand der Jodquellen AG (mit dem Hotel Jodquellenhof) die Vermieterseite. Zintel ist seit 2001 Betriebsleiter der Blombergbahn und auch deren Geschäftsführer. Der Sessellift mit Freizeitpark sei als wesentlicher Baustein des Tölzer Tourismus zu verstehen, sagte er, deshalb habe er sich trotz seines Sieben-Tage-Jobs an der Bahn entschlossen, zu kandidieren. Nachdem Karl Hirsch auch nach der problemlosen Wahl Zintels weiter die Versammlung leitete, hatte Zintel erst in der anschließenden gemütlichen Runde die Chance, seine künftigen Vorstellungen näher zu erläutern.

bo

Auch interessant

Kommentare