Ziegen gegen Herkules

Zum Schutz der Isar: Weidende Ziegen rücken dem Riesenbärenklau auf den Pelz

Ziegen am Isardamm bei Krün
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Die Uniper-Wasserkraftwerke setzen Ziegen am Isardamm bei Krün ein. Die Tiere verhindern, dass sich dort Gehölze und der Riesenbärenklau unkontrolliert verbreitet.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Region – Ihre Bisse und Tritte sind gut für die Pflege der Isar-Landschaft: Zum einen, da die Huftiere verhindern, das neues Gehölz aufwächst. Und zum anderen schaffen sie eine gute Voraussetzung zur Ansiedlung verschiedenster, ökologisch wertvoller Pflanzen.

Deswegen weiden seit bereits sechs Jahren in Abstimmung mit den Behörden und den Inhabern der Weiderechte Ziegen und auch Kühe auf den Leitdämmen am Stausee bei Krün.

„Der Riesenbärenklau ist ein unangenehmer Geselle, dem man gezielt auf den Leib rücken sollte“, berichtet Theodoros Reumschüssel, Sprecher der Pressesprecher der Uniper Wasserkraftwerke über die tierische Aktion am Krüner Isardamm. „Die Pflanze kann bis zu vier Meter hoch werden, sein Saft ist giftig und er verdrängt heimische Pflanzen.“ Nach der Blüte sterbe zwar die Einzelpflanze ab. Vorher verteile sie jedoch bis zu 50.000 flug- und schwimmfähige Samen, sodass sich die Pflanze sehr schnell ausbreite.

Heimische Pflanzenwelt wird verdrängt

Bei Berührung mit der Pflanze, auch Herkulesstaude genannt, könne es zu Hautreaktionen kommen, „die an Verbrennungen erinnern“, erklärt Reumschüssel weiter. „Sie ist mittlerweile in unserer Landschaft, insbesondere auf wenig genutzten Flächen wie Straßenböschungen und Waldrändern weit verbreitet und verdrängt dort die ursprünglich heimische Pflanzenwelt nahezu flächendeckend.“

So auch an auf den Leitdämmen am Isarstausee in der Nähe des Isarwehrs in der Gemeinde Krün (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Deshalb haben die Weidegenossenschaft Krün gemeinsam mit Uniper als Grundstückseigentümer in Abstimmung mit dem Forstbetrieb Bad Tölz und dem Landratsamt Garmisch Partenkirchen festgelegt, dass an den betroffenen Stellen Ziegen weiden sollen. Da der Riesenbärenklau für Ziegen ein attraktives Futter sei. Sie fressen die Pflanzen ab, bevor diese groß werden und Samen entwickeln. „So können die gefährlichen Pflanze auf natürlichem Weg sehr wirkungsvoll bekämpft werden.“

Freude über die tierischen Helfer

Johannes Durner, Leiter der Kraftwerksgruppe Isar der Uniper sagt: „Wir freuen uns über den Einsatz der Ziegen, weil die Bekämpfung der Herkulesstaude für unsere Kollegen eine sehr aufwendige und unangenehme Arbeit wäre.“ Dabei müssten sie Schutzkleidung tragen und jeden Teil der abgemähten Pflanzen einzeln entsorgen.

„Jetzt übernehmen das die Ziegen und wir unterstützen sie, indem wir Flächen mit besonders hoch-aufgeschossenen Pflanzen mähen und das Mähgut für die Ziegen liegen lassen.“ Vorangegangen waren Versuche und Beobachtungen, ob die Ziegen die Pflanzen fressen und vertragen. Zur nachhaltigen Vernichtung des Riesenbärenklaus soll das „tierische Verfahren“ auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden“, so Durner.

Das Energieunternehmen Uniper betreibt vor allem an Main, Donau, Lech und Isar mehr als 100 Laufwasser-, Speicher- und Pump-Speicherkraftwerke.

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