Zurück zum Tisch

Will in Sachen Mädchenrealschule mit Kardinal Marx verhandeln: Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber in Königsdorf. Foto: Fastner

Während die Erzdiözese München-Freising an der Schließung der Mädchenrealschule St. Immaculata in Schlehdorf festhalten will, macht die CSU im Landkreis weiter Druck. An vorderster Front kämpft hier der Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber gegen das Aus der Nischenschule im Loisachtal. Wie der CSU-Kreisvorsitzende am Freitag auf der Kreisdelegiertenkonferenz der CSU in Königsdorf mitteilte, werde sich Spaenle in dieser Woche mit dem Elternbeirat der Schule unterreden. Derweil gibt es prominente Schützenhilfe: Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber will sich mit Kardinal Marx treffen.

Eigentlich will sich Stoiber nicht in die Angelegenheiten seines Nachfolgers einmischen. Doch in der „Causa Schlehdorf“ sei es ihm ein besonderes Anliegen, den CSU-Stimmkreisabgeordneten „massiv zu unterstützen“. In Königsdorf platzte Stoiber der Kragen. Er kündigte an, mit Kardinal Reinhard Marx verhandeln zu wollen. „Der Kardinal und die Kirche können die Schließung nicht verantworten“, wetterte Stoiber. Massiv kritisierte er das Vorgehen und die Kommunikation der katholischen Kirche. „Das kann das Ordinariat nicht machen, so kann gerade die Kirche nicht mit den Menschen umgehen.“ Spaenle trifft sich in dieser Woche mit dem Schlehdorfer Elternbeirat. Zum Verhandlungstisch zurückzukehren fordert Bachhuber nun auch von den Verantwortlichen der Erzdiözese München-Freising: „Das Ordinariat soll sich endlich den Eltern stellen.“ Die Art und Weise der Entscheidungsverkündung und Kommunikation mit „schmallippigen und dürftigen Pressemitteilungen ist menschenverachtend“. Das Vorgehen der Erzdiözese gleiche einem „Kommunikationsdesaster“. In Schlehdorf werde eine geschaffene Struktur ohne Not und Tugend zerschlagen. „Die Schule schrieb immer schwarze Zahlen, noch nie brauchte sie einen Pfennig von der Diözese.“ Nun werden die „Eltern und Schüler von der Kirche vorgeführt“. Wie in der jüngst im Kreistag verabschiedeten Resolution (wir berichteten) fordert Bachhuber ein sechsjähriges Moratorium gegen die Schließung der Mädchenrealschule. Natürlich sei der Ausgang offen, aber auf diese Weise könne St. Immaculata selbst den Beweis antreten, dass es trotz der Öffnung der Murnauer Schule genügend Schülerinnen hat. Bachhuber beschrieb die Mädchenrealschule gerade im Hinblick auf den Lernatlas 2011 als „unverzichtbar“: In der Rubrik „Schulisches Lernen“ belegte der Landkreis im bundesweiten Vergleich von 412 Landkreisen den ersten Platz. Bachhubers Conclusio: „So eine Schule schließt man nicht, so eine Schule stärkt man.“

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