Surfwelle vor dem Aus?

Zuschuss aus EU-Förderprogramm fällt deutlich geringer aus

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Fass ohne Boden? Am Dienstag entscheiden die Stadträte erneut darüber, ob die künstlichen Surfwelle in Weidach finanziert werden kann.

Wolfratshausen – Vor zehn Monaten befürwortete der Stadtrat den Bau einer künstlichen Surfwelle im Stadtteil Weidach. Doch nun reduzierte die Aktionsgruppe des EU-Förderprogramms „Leader“ einen bereits fest eingeplanten Zuschuss um rund 64.000 Euro – und sorgte damit für eine Finanzierungslücke. Statt 335.000 Euro sollen nun „nur“ noch 271.000 Euro aus dem Fördertopf fließen.

Laut den Kostenberechnungen aus dem Frühjahr 2019 muss für die künstliche Surfwelle insgesamt ein Betrag von knapp 800.000 Euro investiert werden. Davon zahlt die Stadt laut Stadtratsbeschluss maximal 400.000 Euro, wobei bereits 175.000 Euro allein für die Planung ausgeben wurden. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten in Höhe von 5.000 Euro. Zudem hat der Verein „Surfing Wolfratshausen“ rund 60.000 Euro Spenden gesammelt. Bei einem am Mittwoch kurzfristig einberufenen Pressegespräch im Rathaus verwies Bürgermeister Klaus Heilinglechner darauf, dass die Stadt einen Betreuungsvertrag mit einem externen Dienstleister geschlossen hat. „Er hat vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) die mündliche Zusage erhalten, dass auch die Beratungsgebühren sowie die Kosten für die Objekt und Tragwerksplanung zuschussfähig sind“, erklärte Heilinglechner. 

Die Leader-Aktionsgruppe im Landkreis vertritt jedoch die Ansicht, dass eine Ausschreibung der Objekt- und Tragwerksplanung verpflichtend ist und somit drei Angebote vorliegen hätten müssen. „Der Auftrag wurde aber freihändig vergeben“, bedauerte Heilinglechner. Dass sich die externe Beraterfirma auf die mündliche Aussage eines AELF-Mitarbeiters verließ, bezeichnete er als „fahrlässig“. „Die Stadt kann aber definitiv nichts dafür“, erklärte Heilinglechner. Ob die Finanzierungslücke gedeckt werden soll und sich der städtische Zuschuss somit auf 464.000 Euro erhöht, muss nun der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung an diesem Dienstag ab 17 Uhr entscheiden. Wird die Entscheidung vertagt, würde wahrscheinlich auch der noch verbleibende Förderbetrag von 271.000 Euro verloren gehen und an andere Projekte verteilt werden. Peter Herrmann

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