Gebote an die Vernunft

Zwischenbilanz zur Isar-Bootverordnung: „Es findet ein Umdenken statt“

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Landrat Josef Niedermaier sowie Carolin Singer und Marlis Peischer vom Landratsamt zeigen die Bootsfahr-Gebote für die Isar.

Landkreis – Seit drei Monaten gilt die Bootfahrverordnung auf der Isar: Landrat Josef Niedermaier zog nun zusammen mit den elf eingesetzten Isar-Rangern (siehe links) eine Zwischenbilanz – und die fiel positiv aus: Im Hinblick auf einen sanften Tourismus zeigt sich ein Umdenken bei den privaten Bootfahrern. Im Vergleich zum vergangen Jahr hat sich die Lage zu Beginn der Saison nämlich „entspannt“.

Landrat Josef Niedermaier steht am Ufer der Isar zwischen Gaißach und Lenggries. Mit dabei sind auch alle Isar-Ranger, die heuer erstmals zu elft Patrouille entlang des Wildflusses im Landkreis gehen, ferner Vertreter von gewerblich geführten Raftingtouren. Ihnen winkt der Landrat aber gleich zu beginn des Pressetermins ab: „Die Bootfahrverordnung betrifft nicht die Gewerblichen.“ Laut der sogenannten Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs auf der Isar sind „sie nicht erfasst, und benötigen eine „besondere Genehmigung des Landratsamtes“. Die Isar-Verordnung zählt 14 Verhaltensregeln auf, die Niedermaier als „die Gebote“ bezeichnet. Wie berichtet, gelten sie seit 1. Juni und reichen von Verboten zum Betretwen von Kiesinseln und Gumpenspringen bis hin zum Unetrsagen von Lautsprecheranlagen. „Es hat sich was verändert“, sagte Niedermaier. „Viele halten sich an die Regeln. Auch wenn Verbote nicht zu „100 Prozent kontrolliert werden können“. Dafür sind die Isar-Ranger zuständig, deren Ziel nicht vorrangig Sanktionen sind, sondern „Aufklären und erklärend zu wirken“, betonte der Landrat weiter. „Die Isar ist der bedeutendste Wildfluss, den es gibt.“ Aber durch die vielen Interessengruppen werde dort auch das natürliche Gleichgewicht „empfindlich gestört“.

Aus ihrer Praxis berichten die Isar-Ranger Positives zur Verordnung: „Bei einigen ist sie angekommen. Und sie sind einsichtig“, erzählt Isar-Ranger Bernhard März. Keine Probleme gebe es hinsichtlich des Schwimmwesten-Gebots für Kinder und Nichtschwimmer oder dem Einhalten der tageszeitlichen Begrenzung von 7 Uhr bis 20.30 Uhr. „Komplizierter dagegen das verbotene Mitführen von Glasflaschen“, so März. Brennpunkt sei hier vor allem das Ickinger Wehr – dort kommen viele direkt von der S-Bahn, „teils schon angeduddelt“. Dennoch: Die Partystimmung an Bord „ist deutlich zurückgegangen“, so März. Ein großes Problem dagegen: „Viele ziehen ihr Boot durch Flachwasser“, ergänzt Ranger Gregor Baumert. Sensible Bereiche, da dort etwa Fische wie der Huchen laicht. Die Ranger setzen auf die Vernunft: Sonst „sind Bußgelder das letzte Mittel“, so März. 

Ranger der Isar

„Die Isar-Ranger spielen eine große Rolle für den Schutz und Erhalt des Lebensraums Isar“, würdigte Landrat Josef Niedermaier die Männer und Frauen in grünen Jacken beim Pressegespräch zur Zwischenbilanz der neuen Bootsverordnung des Landratsamtes (siehe Artikel rechts). Von Mai bis Oktober sind die Ranger an der Isar unterwegs, um den dortigen Touristen über die dort zu beachtenden Regeln und Vorschriften aufzuklären. Sie beseitigen zudem Müll und Feuerstellen, halten Wege instand, verrichten Mäharbeiten und beschildern per Info-Tafeln das Naturschutzgebiet. Die Isar-Ranger achten auch darauf, dass die Bestimmungen der Schutzgebiete eingehalten werden. Seit heuer betreuen elf Ranger (siehe Foto) den Wildfluss von der südlichen Landesgrenze im Karwendel bis zur Isarbrücke bei Icking und Schäftlarn im Norden. „Wir erklären den Sinn, der hinter den Verhaltensregeln steckt“, erklärt Isar-Ranger Bernhard März. Daniel Wegscheider

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