Zwist um Heizkesselerneuerung

Dr. Hans Schmidt (Grüne) wünscht gründliche Klimaschutzprüfung

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In der Kindertagesstätte St. Sebastian soll zeitnah ein neuer Gasbrennwert-Wandkessel eingebaut werden.

Wolfratshausen – Mit 9:1-Stimmen befürwortete der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung die Erneuerung des störungsanfälligen Heizkessels in der Kindertagesstätte St. Sebastian. Dr. Hans Schmidt (Bündnis 90/Grüne) kritisierte dieses Vorhaben.

Aufgrund eines mehrmaligen Ausfalls der Heizungsanlage in der Kindertagesstätte St. Sebastian im Januar veranlasste die Stadt eine umfassende Prüfung durch ein Ingenieurbüro. „Diese ergab, dass der Heizkessel aus dem Jahre 2005 irreparable Schäden aufweist und daher ausgetauscht werden muss“, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen). Er verwies darauf, dass zum Einbau eines neuen Gasbrennwert-Wandkessels zusätzlich entsprechende Anpassungsarbeiten erforderlich seien.

Im Rahmen der Trinkwasserverordnung kam es zudem zu einer Überprüfung der Trinkwasserhygiene. Hierbei stellte sich heraus, dass auch hier entsprechende Anpassungen und Erneuerungen im Bereich der thermischen Desinfektion, am Verbrühschutz und Einbau einer Wasserenthärtungsanlage sowie der Erneuerung der Armaturen vorzunehmen sind. Da für diese Maßnahmen im Jahr 2020 keine Haushaltsmittel vorgesehen sind, werden im Vorgriff auf den Nachtragshaushalt 45.000 Euro für außerplanmäßige Ausgaben benötigt.

Dr. Hans Schmidt beantragte erfolglos das Vorhaben zurückzustellen, weil der Klimaschutz seiner Ansicht nach nicht ausreichend geprüft wurde. „Wie wollen wir private Eigentümer motivieren, wirklich massiv Heizkosten zu sparen, wenn wir als Stadt unseren CO2-Rucksack nicht stark reduzieren?“, fragte er. Der Grünen-Sprecher erinnerte daran, dass der Stadtrat in den vergangenen Jahren zwei Grundsatzentscheidungen zur Energieeinsparung beziehungsweise CO2-Einsparung getroffen hat. So soll laut Energienutzungsplan bis 2022 rund ein Viertel des Wärmebedarfs eingespart werden. Zudem beschloss der Stadtrat im vergangenen Jahr, den Klimanotstand auszurufen und geeignete Einsparmöglichkeiten zu prüfen.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner entgegnete, dass eine umfassende Prüfung aufgrund der Corona-Krise und des derzeitigen Schichtbetriebs im Rathaus nicht möglich sei. „Wenn wir darauf warten, dass im Rathaus normaler Betrieb herrscht, bleibt es eine Zeit lang kalt im Kindergarten“, gab er zu bedenken. Bis auf Schmidt sahen das alle Mitglieder des Bauausschusses genauso und stimmten für eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen. Peter Herrmann

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