23. Oberland-Wertholzsubmission

Wertholz versteigert: Ahorn aus Tirol erzielt Spitzenpreis

Oberland-Wertholzsubmission
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Stolz präsentieren Alexander Necker (l.) und Platzwart Peter Melf die diesjährige Braut der Oberland-Wertholzsubmission, einen Berg­ahorn aus Tirol.

Holzkirchen/Landkreis – Einen neuen Spitzenpreis hat ein Ahorn aus Tirol bei der 23. Oberland-Wertholzsubmission erzielt.

Unter Federführung der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen (WBV) fand mit Unterstützung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen (AELF) kürzlich die diesjährige Oberland-Wertholzsubmission statt. Dabei kamen qualitativ hochwertige Laub- und Nadelholzstämme zur Versteigerung. Vier Waldbesitzervereinigungen aus Oberbayern, vier Forstbetriebe der bayerischen Staatsforsten, die städtische Forstverwaltung München und der Waldverband Tirol lieferten diesmal 517 Kubikmeter wertvolles Holz an.

Vom 18. Januar bis 3. Februar konnten die Bieter die Stämme auf dem Lagerplatz in St. Heinrich am Starnberger See begutachten und dann ihre Angebote schriftlich abgeben. Die Öffnung erfolgte dann am 4. Februar. Erfreulich war dabei laut Veranstalter, dass heuer neben Angebotsmenge auch die Durchschnittspreise und Zahl der Bieter gegenüber dem Vorjahr gestiegen waren.

Die sogenannte Braut der Auktion, also der Stamm mit dem höchsten Gebot pro Kubikmeter, kam erneut aus Tirol. Der Riegel-Ahorn erzielte mit 13.700 Euro pro Kubikmeter den höchsten Preis, der in der Geschichte der Oberland-Wertholzsubmission jemals geboten wurde. Die Riegelung, eigentlich eine Wuchsanomalie, ermöglicht die Produktion eines besonders wertvollen Furniers. Wegen des Stammvolumens von 1,87 Kubikmeter war der Stamm gleichzeitig auch der teuerste auf dem Platz. Gekauft hat ihn ein Furnierwerk in Karl­stadt am Main. „Ich freue mich sehr, dass wir in Zeiten, die für die Forstwirtschaft und unsere Waldbesitzer in vieler Hinsicht herausfordernd sind, ein so positives Zeichen für die Vermarktung unseres heimischen Laubholzes setzen können“, erklärte Alexander Necker, Geschäftsführer der WBV Holzkirchen, zum Gesamtergebnis der Submission.

Deutlich mehr Interessenten bei Wertholzsubmission

Zufrieden war auch der Vorsitzende der WBV Holzkirchen, Michael Lechner: „Unsere Oberland-Wertholzsubmission steht für nachhaltiges Wirtschaften mit der Natur und Wertschöpfung vor Ort.“ Wobei die Mitglieder der WBV Holzkirchen mit 157 Kubikmeter wieder den größten Teil des Submissionsangebots stellten.

Mit 48 (Vorjahr: 40) Bietern aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und Frankreich beteiligten sich heuer deutlich mehr Interessenten an der Ausschreibung, 44 (35) von ihnen erhielten einen Zuschlag. Mengenmäßig waren Eiche und Bergahorn mit 141 beziehungsweise 132 Kubikmeter Liefermenge auch diesmal wieder die bedeutsamsten Baumarten.

Gleichbleibende bis deutlich steigende Werte

Allerdings sank der Durchschnittserlös bei der Eiche mit 425 Euro pro Kubikmeter gegenüber dem Vorjahr um 30 Euro. Alle anderen Baumarten zeigten dagegen gleichbleibende bis deutlich steigende Werte auf. Der Durchschnittserlös aller Baumarten stieg um rund 20 Euro auf 427 Euro pro Kubikmeter. Außerdem betonten die Veranstalter, dass 95 Prozent des Angebotes vermarktet werden konnten. Viele Baumarten gingen sogar komplett weg.

Ein gutes Zeichen, wie auch Forstdirektor Christian Webert vom AELF Holzkirchen sagte: „Die gemeinsame Vermarktung von Premiumhölzern ist gerade in sehr schwierigen Zeiten für den Wald und seine Bewirtschafter ein wichtiger Lichtblick und zeigt, wie nötig der lange Atem im Forstbereich ist.“ Dies, so Weber weiter, sei aber nur durch eine natürliche Verjüngung oder Pflanzung gemischter, klimatoleranter Wälder und deren generationenübergreifender, konsequenter Pflege möglich: „Es geht dabei nicht nur um wirtschaftliche Ziele, sondern um wesentlich mehr. Die Waldbesitzer leisten mit ihrem Einsatz einen wichtigen und unschätzbaren Beitrag zum Klima- und Artenschutz und zum Nutzen der gesamten Gesellschaft.“ hac

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