Informatik wird Pflichtfach

4357 Grund- und Mittelschüler im Landkreis Miesbach ins neue Schuljahr gestartet

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Jürgen Heiß und Andrea Pelters vom Staatlichen Schulamt in Miesbach informierten zum neuen Schuljahr.

Miesbach – Das neue Schuljahr ist für die Kinder und Jugendlichen im Landkreis erst wenige Stunden alt. Doch für Jürgen Heiß und Andrea Pelters vom Staatlichen Schulamt in Miesbach laufen die Vorbereitungen dafür bereits seit Monaten auf Hochtouren. 3188 Grundschüler – davon 849 Schulanfänger – und 1169 Mittelschüler müssen koordiniert werden. Doch das Ergebnis ist zufriedenstellend. „Wir haben sehr stabile Schülerzahlen“, sagt Schulamtsdirektor Jürgen Heiß bei einem Pressegespräch am Freitag. Er ist zugleich Fachlicher Leiter des Staatlichen Schulamtes Miesbach. Bei den Grundschülern sind es 23 weniger zum Vorjahr und bei den Mittelschülern acht mehr. Und in diesem Schuljahr kommen auf die Kinder und Jugendlichen zudem einige Neuerungen zu.

Im Bereich der Grundschule ändert sich das sogenannte Übertrittsverfahren zur Mittelschule beziehungsweise zum Gymnasium. „Die Informationsveranstaltungen an den Grundschulen über das bayerische Schulsystem werden von der Jahrgangsstufe drei in das zweite Halbjahr der Jahrgangsstufe zwei vorgezogen“, erläutert Schulamtsdirektorin Andrea Pelters. Sie ist zugleich die stellvertretende Fachliche Leiterin des Staatlichen Schulamtes Miesbach. Auch unterstützen Beratungslehrer der weiterführenden Schulen künftig als sogenannte Übertrittscoaches die Lehrer an den Grundschulen. Dadurch ändert sich die Perspektive für die Zeit nach der Grundschule, da Eltern Informationen direkt von den Mittelschul- oder Gymnasiallehrern erhalten.

Doch auch an den Mittelschulen im Landkreis ändert sich einiges: Neu ist zum Beispiel eine sogenannte Vorbereitungsklasse für Mittelschüler, ähnlich dem vormaligen 9+2-Modell. „Dabei haben Schüler, die den qualifizierenden Mittelschulabschluss mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 2,5 oder besser bestanden haben, die Möglichkeit, in zwei Jahren und im direkten Anschluss an die neunte Jahrgangsstufe die mittlere Reife zu erlangen“, erklärt Heiß. „Das neue Angebot ist an der Mittelschule Holzkirchen angesiedelt und steht allen Mittelschülern des Landkreises zur Verfügung.“

Informatik wird ­Pflichtfach für Fünft- und Siebtklässler

Zudem hält die Digitalisierung Einzug in die Mittelschulen: Zum neuen Schuljahr wird Informatik als Pflichtfach eingeführt – zunächst in der fünften und siebten Klasse, später auch in den anderen Jahrgangsstufen. Neben dem jeweils einstündigen Pflichtfach wird ein zweistündiges modulares Wahlfach „Informatik und digitales Gestalten“ an allen Mittelschulen angeboten – zunächst für Schüler der siebten Klassen.

Neben den Regelklassen gibt es im Landkreis auch einige Klassen mit Inklusions- und Migrationsschwerpunkt. Die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund liegt derzeit bei 848. „Das schaut erst mal sehr hoch aus, aber dazu zählen alle Schüler ohne deutsche Staatsbürgerschaft sowie jene, die Deutsch nicht als Muttersprache haben und nicht in Deutschland geboren sind“, relativiert Jürgen Heiß. Folglich handelt es sich dabei nicht nur um Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, sondern auch um europäische Bürger aus Ländern wie Frankreich und Italien. Generell sinkt die Zahl dieser Schüler momentan eher. Daher gibt es im neuen Schuljahr nur eine Deutschklasse an der Mittelschule Hausham, um Schüler mit Migrationshintergrund zu unterrichten. Im Vorjahr hat es eine zweite Klasse an der Mittelschule in Holzkirchen gegeben. Dort werden Schüler, die ohne ausreichende Deutschkenntnisse auch während des Schuljahres zuziehen, kontinuierlich und zielstrebig auf den Besuch der deutschen Regelklassen vorbereitet.

Bei den sogenannten Kooperationsklassen hingegen kommt eine weitere hinzu. „Die Anzahl der Kooperationsklassen wurde mit insgesamt fünf Klassen im Vergleich zum Vorjahr um eine Klasse erhöht“, erklärt Schulamtsdirektor Heiß. „In den Kooperationsklassen der Grund- und Mittelschulen werden drei bis fünf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen mit Kindern ohne diesen Förderbedarf unterrichtet.“ Mit dabei ist eine Lehrkraft der Förderschule, die die Kooperationsklasse mit mehreren Stunden pro Woche betreut. Dieses Angebot gibt es an den Grundschulen in Bad Wiessee, Gmund und Warngau sowie der Quirin-Regler-Grundschule und der Mittelschule in Holzkirchen.

Vier neue Schulleiterinnen übernehmen im Landkreis

Zu guter Letzt hat das neue Schuljahr noch mit einer kleinen Hiobsbotschaft begonnen: Kristina Weber gibt die Leitung der Grundschule in Bad Wiessee ab, um ein Grundschulseminar in Miesbach und Bad Tölz zu leiten. Der Beschluss wurde den Schulamtsdirektoren angekündigt; die Entscheidung ist im August gefallen. Daher übernimmt Monika Schieder nun die kommissarische Leitung der Grundschule, bis zum 1. August 2020 ein neuer Leiter eingestellt werden kann. Ebenfalls komissarisch leiten Marianne Epp und Elisabeth Kestler nun die Grundschule Parsberg, da Schulleiterin Judith Ströhla vorübergehend ausfällt. Und die Grundschulen Warngau und Wall werden fortan von Christine Haberl geleitet. ksl

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