Sieben Häuser und 93 Wohnungen

Zuwachs für Wohnanlage: Bauprojekt am alten Rathaus in Hausham wird größer

Bauprojekt Hausham
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Auf dem Areal des alten Haushamer Rathauses möchte die Schlierach GmbH sieben Wohnhäuser mit 93 Wohnungen bauen. Der Gemeinderat billigte die Pläne.

Hausham – Statt sechs sollen es nun sieben Häuser werden: Die Schlierach GmbH hat ihren Entwurf für die geplante Wohnanlage auf dem Gelände des alten Haushamer Rathauses überarbeitet.

Weil die Schlierach GmbH als Bauherrin ein benachbartes Grundstück des alten Rathauses in Hausham kaufen konnte, soll ein weiteres vierstöckiges Wohnhaus dem bisher geplanten Ensemble hinzugefügt werden. Über die Planungen dazu informierten kürzlich Projektentwicklerin Eva-Maria Klappauf und Architekt Oliver Kiermeier vom Büro KPS Wagenpfeil den Gemeinderat bei dessen Sitzung. Obwohl die Höhe des zusätzlichen Gebäudes nicht allen im Gremium gefiel, billigte der Gemeinderat mit einer Gegenstimme die Planungen. Damit steigt das Wohnungsangebot von bisher 80 auf 93 Wohnungen.

Wie Kiermeier anhand einer Grafik zeigte, schließt das neu geplante Wohnhaus an die südliche Bebauung der bisherigen Planung an. Von der Kubatur her gleicht das Bauwerk den schon bisher an der Bundesstraße geplanten vier Gebäuden. Während diese jeweils vier Geschosse haben werden, sollen die beiden hinteren Wohnblöcke fünf Geschosse bekommen. Wobei bei allen sieben Gebäuden die Oberetage als sogenannte Attika zurückgesetzt und mit einem Flachdach versehen wird.

Just an der Gebäudehöhe entzweiten sich jedoch die Meinungen. „Das wirkt in der gezeigten Form auf mich schon irgendwie erdrückend“, meinte Harda von Poser (Grüne), die zwar keinen Zweifel daran ließ, dass in Hausham Wohnungen gebraucht werden, es ihr aber besser gefiele, wenn zumindest der südliche und nördliche Wohnblock an der Bundesstraße ein Stockwerk weniger hätte.

Kritik an Höhe der Gebäude

Auch Ria Röpfl (FWG) schlug vor, das neue Gebäude am Tratberg um einen Stock niedriger zu bauen, damit die Nachbarn weniger Verschattung haben. Architekt Kiermeier riet davon allerdings ab, weil dann die Proportionen nicht mehr stimmig wären. Außerdem würden sich die Firsthöhen nur unwesentlich von der Nachbarbebauung unterscheiden und die neuen Gebäude durch die zurückgesetzten Obergeschosse in natura weniger wuchtig wirken. „Aber natürlich werden wir auf eine attraktive Fassadengestaltung mit einem Wechselspiel verschiedener Baustoffe achten“, versprach Kiermeier.

Zustimmung kam von Hubert Lacrouts (CSU), der findet, dass sich das Ensemble gut in das Viertel einpasse: „Die Walmdächer finde ich nicht schlecht, und wenn wir dann auch noch kleinere Bausünden wie an der Tegernseer Straße nicht wiederholen und eine ansehbare Holzverkleidung bekommen, würde mir das gut gefallen.“

Heizkonzept für neue Wohnanlage noch offen

Es sei besser, in die Höhe als in die Breite zu bauen, meinte auch Thomas Danzer (SPD). Er wollte allerdings noch wissen, wie es um das Heizkonzept bestellt sei. Wie Kiermeier sagte, sei das noch nicht abschließend geklärt. Es werde aber ein Wert von 55 gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) angestrebt.

Auf die konstruktive Zusammenarbeit mit Planer und Investor wies Bauamtsleiterin Petra Sperl hin: „Wir haben auch bezüglich der Höhen viel gefeilscht und ich meine, dass wir mit der vorgelegten Planung gut leben können.“ Auch sei man dem Wunsch der Gemeinde bereits nachgekommen, einige Wohnungen zu vergrößern, um sie familientauglicher zu machen.

Abriss des alten Rathauses im Herbst 2021

Davon unbenommen bleibt es bei den 26 geförderten Wohnungen. Unverändert bleibt außerdem die Zufahrt in die Tiefgarage mit 117 Stellplätzen über die Rathausstraße. Für Besucher werden 18 oberirdische Parkplätze ausgewiesen. Der Gemeinderat billigte schließlich gegen die Stimme von Michael Ertl (SPD) den Plan.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) sagte, dass sich die Schlierach GmbH in der Vergangenheit als guter Partner gezeigt habe. Das zeige auch, dass ein Mietgebäude im Besitz der Firma bleibe. Mit einem Augenzwinkern meinte er: „Sollte es Kritik geben, bekommen Sie die dann aus erster Hand.“ Der Abriss des alten Rathauses ist für Herbst 2021 geplant. Wie Klappauf sagte, können bis dahin die jetzigen Nutzer, darunter die Tafel, in dem Gebäude bleiben. hac

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