Planentwurf für früheres Rathausareal

80 neue Wohnungen für Hausham: Gemeinderäte äußern Bedenken

Modell des neuen Haushamer Wohnquartiers
+
So soll das neue Haushamer Wohnquartier auf dem früheren Rathausgelände aussehen. Die beiden nördlichen, an der B307 gelegenen Gebäude werden im Rahmen des Wohnungsbauprogramms der einkommensorientierten Förderung (EOF) gebaut.

Hausham – Dort, wo früher das Haushamer Rathaus stand, sollen bald 80 neue Wohnungen entstehen. Den Planentwurf billigten die Gemeinderäte einstimmig.

Anhand eines Modells veranschaulichten Oliver Kiermeier vom Architekturbüro Wagenpfeil und Eva-Maria Klappauf vom Investor Schlierach GmbH in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Pläne für das neue Haushamer Wohnquartier. Sechs Gebäude mit rund 80 Wohnungen sind geplant. Je nach Stellplatzschlüssel werden davon etwa 30 als Zwei-Zimmer-Wohnungen gebaut.

Rund ein Drittel der Wohnungen unterliegt der einkommensorientierten Förderung (EOF) des Freistaats Bayern. Wie Bürgermeister Jens Zangenfeind betonte, liegt das Vorschlagsrecht für deren Vergabe bei der Gemeinde. Damit diese verdichtete Verbauung auf dem früheren Rathausareal möglich ist, müssen Versorgungsleitungen aufwendig parallel zur B307 verlegt werden. Für die Vorstellung des Projekts gab es viel Zustimmung. Nur die Anzahl der Stellplätze bereitet einigen Räten Kopfzerbrechen.

Geplant sind die Häuser auf dem rund 5.800 Quadratmeter großen Areal in Geschosswohnungsbau. Die senkrecht zur Bundesstraße angeordneten vier Gebäude verfügen über drei Vollgeschosse sowie ein um eineinhalb Meter zurückversetztes sogenanntes Attikageschoss. Die Wandhöhe beträgt 12,35 Meter. Die beiden Gebäude parallel zur östlichen Grundstücksgrenze sind mit vier Vollgeschossen und einem ebenfalls um eineinhalb Meter zurückversetzten fünften Vollgeschoss geplant. Da beträgt die Wandhöhe 15,30 Meter.

Alle Gebäude sollen ein Walmdach mit einer Dachneigung von zwölf Grad erhalten. Alle Wohnungen werden barrierefrei geplant und die Gebäude mit Aufzügen von der Tiefgarage bis ins oberste Stockwerk ausgestattet. Die Zufahrt in das neue Wohnquartier erfolgt über die Rathausstraße.

Der bisherige, als Rondell angelegte Zugang zur Fußgänger- und Radwegunterführung unter der Bundesstraße und dem Bahngleis muss verlegt werden. Stattdessen ist eine parallel zur Bundesstraße verlaufende, barrierefreie Rampe geplant. Auf deren Brüstung werden versetzt Schallschutzwände mit einer Höhe von zirka drei Metern angebracht. Deren Gestaltung soll offen und in einem Wechselspiel mit verschiedenen Baustoffen ausgeführt werden. Der Fuß- und Radweg entlang der B307 als auch die Bushaltestellen bleiben bestehen.

Das gesamte Areal soll eine Tiefgarage für rund 100 Autos bekommen. Dabei weicht der Bebauungsplan von der gemeindlichen Stellplatzsatzung ab. So ist für Zwei-Zimmer-Wohnungen, die im Rahmen des Wohnraumförderprogramms EOF errichtet werden, statt eineinhalb nur ein Stellplatz vorgesehen. Drei-Zimmer-Wohnungen sollen eineinhalb Stellplätze bekommen. Frei verkäufliche oder vermietete Wohnungen bleiben davon unberührt und müssen sich an der gültigen Satzung orientieren.

Da hakte Hubert Lacrouts (CSU) ein. Er möchte, dass für die nicht EOF-Wohnungen der Parkplatz zwingend Bestandteil der Wohnung bleibt, ob das der Käufer nun möchte oder nicht: „Besitzer wechseln und dann kann der Bedarf da sein. Vermietung ja, aber ein Weiterverkauf sollte ausgeschlossen sein.“ Ähnlich sieht es Sascha Privitera (Grüne), der außerdem die zwölf Besucherparkplätze als eher zu wenig einschätzt. Ebenso sieht Thomas Danzer (SPD) eine weitere Lockerung der Stellplatzsatzung kritisch: „Sonst bekommen wir in der Rathausstraße chaotische Zustände.“

Peter Wagner (SPD) wollte noch wissen, inwieweit für den Komplex bereits ein Energiekonzept mit Photovoltaikanlagen oder beispielsweise Erdwärme besteht. Wie Oliver Kiermeier vom Architekturbüro sagte, steht das derzeit noch nicht fest. Eine klimaverträgliche Nahversorgung sei das Ziel. Auch die Fassadengestaltung ist, wie Eva-Maria Klappauf vom Investor auf Nachfrage von Harda von Poser (Grüne) erklärte, noch nicht fix: „Uns ist aber sehr bewusst, dass dies bei einem so ortsteilprägenden Projekt eminent wichtig ist.“

Die Gemeinderäte billigten schließlich einstimmig den Plan­entwurf und beauftragten die Verwaltung, das Auslegungsverfahren durchzuführen. Auch im Bereich Abwinkl soll bald neuer Wohnraum entstehen. hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Diese Regeln gelten im Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Diese Regeln gelten im Dezember
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Landrat übergibt Urkunde des Umweltpakts Bayern an Firma Bergzeit
Landrat übergibt Urkunde des Umweltpakts Bayern an Firma Bergzeit
Diakonie Rosenheim eröffnet Sozialkaufhaus in Hausham
Diakonie Rosenheim eröffnet Sozialkaufhaus in Hausham

Kommentare