1. dasgelbeblatt-de
  2. Lokales
  3. Miesbach

Weil sie wegen eines Einsatzes warten musste: Frau beleidigt Feuerwehrleute

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Unfall
Der Schriftzug „Unfall“ leuchtet zwischen zwei Blaulichtern auf dem Dach eines Polizeiwagens. © Stefan Puchner/dpa (Symbolbild)

Landkreis – Eine Frau soll nach einem Unfall auf der A94 Feuerwehrleute wüst beschimpft und ein Video davon im Internet veröffentlicht haben. Die Polizei ermittelt.

Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Mühldorf am Inn wurden Ende November das Ziel von Beleidigungen und Schimpftiraden einer 30-jährigen Autofahrerin. „Der gefährliche, nächtliche Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing auf der Autobahn A94 brachte die Frau derart in Rage, dass sie sich zu wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen der Floriansjünger hinreißen ließ“, teilt Sprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd mit.

Ihrer Wut habe sie in einem Video freien Lauf gelassen, das sie anschließend über einen Social-Media-Dienst veröffentlichte. Aufgrund einer Anzeige konnte die Frau durch die Autobahnpolizeistation Mühldorf am Inn unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt und nun zur Verantwortung gezogen werden.

Unfall auf der A94 als Anlass

Zum Hintergrund: Am Mittwoch, 24. November, gegen 23.30 Uhr, ereignete sich auf der A94 auf Höhe von Erharting ein schwerer Unfall zwischen einem Pkw und einem Autotransporter, in dessen Folge der Anhänger des Transporters samt aufgeladener Fahrzeuge umstürzte. Der am Unfall beteiligte Pkw blieb ebenfalls auf der Autobahn liegen und war nicht mehr fahrbereit.

„Neben der Autobahnpolizeistation Mühldorf, welche den Unfall aufnahm, fuhren daraufhin umgehend auch die angeforderten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing über die A94 an die bis dahin noch nicht abgesicherte Unfallstelle heran“, erläutert der Polizei-Sprecher. „Dabei führten zwei Feuerwehrfahrzeuge nebeneinander eine sogenannte Drosselfahrt durch, wobei der Verkehr vor der Unfallstelle herabgebremst wird, um einen weiteren Unfall zu vermeiden.“

Bereits während der nachfolgende Verkehr verlangsamt wurde, fiel Einsatzkräften der Feuerwehr ein Auto auf, das versuchte, die beiden Feuerwehrfahrzeuge während der Drosselfahrt zu überholen. „Kurz darauf, als der Verkehr an der Unfallstelle vorbeigeleitet wurde, fuhr der genannte Pkw an den Einsatzkräften der Feuerwehr vorbei, wobei die Fahrerin die Scheibe herunterließ und die Einsatzkräfte deren Angaben zufolge beschimpfte“, berichtet der Polizei-Sprecher.

Feuerwehr mit emotionalem Facebook-Post

Am Morgen des 25. November wurde der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing ein Video aus einem Social-Media-Messenger zugespielt. „Das Video zeigt, wie eine Frau bei der beschriebenen Drosselfahrt hinter den Einsatzfahrzeugen herfährt und die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing dabei wüst beschimpft und verunglimpft“, erklärt die Polizei. „Außerdem äußerte die Dame großes Unverständnis über den Feuerwehreinsatz.“ Die wüsten Beschimpfungen gingen der Freiwilligen Feuerwehr Ampfing zu weit und sie meldete den Vorgang der Polizei.

„Leider sind wir es mittlerweile schon gewöhnt, bei Einsätzen (vor allem im Straßenverkehr) von anderen beschimpft und blöd angeredet zu werden. Erträgt man mit der Zeit…“, schreibt die Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite. „Das Verhalten dieser Frau aus dem Landkreis Altötting geht unseres Erachtens jedoch eindeutig zu weit. Hier wurde eine Grenze überschritten – nicht nur uns gegenüber, sondern gegenüber allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Rettungs- und Einsatzkräften.“

Die Autobahnpolizeistation Mühldorf konnte schnell eine 30-Jährige aus dem Landkreis Altötting als Tatverdächtige ermitteln. „Die sachleitende Staatsanwaltschaft Traunstein beantragte einen Beschlagnahmebeschluss für das Mobiltelefon der Dame, welches die Polizei kurz darauf sicherstellen konnte“, heißt es weiter. „Die polizeilichen Ermittlungen erhärteten den Tatverdacht gegen die Frau. Sie zeigte sich geständig und einsichtig.“

Strafverfahren eingeleitet

Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen übler Nachrede und Beleidigung eingeleitet. Darüber hinaus beging sie verschiedene Verkehrsordnungswidrigkeiten. Zudem wird der Vorfall der Fahrerlaubnisbehörde gemeldet.

„Einsatzkräfte der Feuerwehren sehen sich leider trotz ihres großen ehrenamtlichen Engagements immer wieder mit derartigen Angriffen konfrontiert“, resümiert Sprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd. „Ausgerechnet für die Frau war die Drosselfahrt der Feuerwehr besonders wichtig, da sie ansonsten mit sehr hoher Geschwindigkeit an die bis dahin ungesicherte Unfallstelle herangefahren wäre und dabei möglicherweise viel weitreichendere Folgen verursacht hätte.“ Die jüngsten folgenschweren Unfälle, bei denen nachfolgende Fahrzeuge in eine Unfallstelle fuhren, seien erst wenige Wochen her. ksl

Auch interessant

Kommentare