Einsatz für die Bürger

Neuer Behindertenbeauftragter: Miesbachs Bürgermeister scheitert mit Vorschlag

Bürgermeister Gerhard Braunmiller (r.) mit dem bisherigen Behindertenbeauftragten der Stadt Rudolf Kambach
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Mit einer Urkunde und einem Geschenkkorb verabschiedete Bürgermeister Gerhard Braunmiller (r.) den bisherigen Behindertenbeauftragten der Stadt Rudolf Kambach.

Miesbach – 19 Jahre war Rudolf Kambach Behindertenbeauftragter der Stadt Miesbach. Nun wurde er verabschiedet. Seine potenziellen Nachfolger wurden vom Stadtrat abgelehnt.

Die Stadt Miesbach sucht einen neuen Behindertenbeauftragten. In der jüngsten Stadtratssitzung im Waitzinger Keller hat Bürgermeister Gerhard Braunmiller den bisherigen Beauftragten Rudolf Kambach verabschiedet. Er legte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Braunmillers Vorschlag, zwei Mitarbeiter der Stadt als Nachfolger zu bestellen, folgte der Stadtrat nicht. Nun läuft die Suche.

Braunmiller würdigte Kambachs langes Engagement. 19 Jahre war Kambach Behindertenbeauftragter der Stadt. Der Bürgermeister dankte ihm „für den Einsatz, für die Zeit und für die vielen Gespräche mit Bürgern, die Ihre Hilfe brauchten“. Sozialreferentin Hedwig Schmid ergänzte: „Sie waren immer da.“ Schmid bedauerte, dass Kambachs Gesundheit, weswegen er das Ehrenamt aufgab, ein weiteres Engagement verhindere. Im Namen der Kreisstadt überreichte ihm Braunmiller eine Dankurkunde und einen Geschenkkorb zum Abschied.

Kambachs potenzielle Nachfolger saßen schon bereit im Saal des Waitzinger Kellers: Sabine Ortwein und Stefan Kral. Ortwein wäre aufgrund ihrer Position im Sozialamt bestens geeignet, findet Braunmiller. Als Berater solle sie Kral unterstützen. Er ist persönlich Betroffener – Kral sitzt im Rollstuhl – und könne wertvolle Tipps geben.

Weder die fachliche Eignung noch das Engagement von Ortwein und Kral zweifelten die Stadträte an. „Das hat nichts mit den Personen zu tun“, betonte nicht nur Astrid Güldner (Grüne), die sich als Erste zu Wort meldete. „Es sollte aber jemand sein, der extern berät“, findet sie. Einerseits seien Mitarbeiter weisungsgebunden, was zu Konflikten führen könne. Zudem, glaubt Güldner, wendet sich manch Betroffener vielleicht lieber zunächst an jemanden, der nicht bei der Stadt arbeitet. „Die Verwaltung ist eh zu 100 Prozent ausgelastet“, sagte Schmid. Auch sie findet es „sinnvoll, wenn es jemand von außen ist.“

Markus Seemüller (FWG) plädierte schließlich dafür, die Entscheidung zu vertagen und auf externe Bewerbungen zu warten. „Da vertun wir uns nichts“, stimmte Franz Mayer (CSU) zu. Gegen die Stimme von Braunmiller beschloss der Stadtrat, erst in der Dezember-Sitzung über die Neubesetzung zu entscheiden. Die Stelle wird ausgeschrieben, Interessenten können sich an die Stadt wenden. ft

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