Beschluss im Hauptausschuss

Abschied in Holzkirchen: „Taubenhaus“ wird abgerissen

„Taubenhaus“ an der Säggasse 10 in Holzkirchen
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Am „Taubenhaus“ marschierten Generationen von Holzkirchner Schulkindern vorbei. Der Zahn der Zeit hat ihm aber so arg zugesetzt, dass es abgerissen werden soll.

Holzkirchen – Das marode Wohnhaus an der Säggasse 10 in Holzkirchen soll abgerissen werden. Viele Einheimische kennen das Gebäude als „Taubenhaus“.

Generationen von Grund- und Hauptschülern werden ein Gebäude in Holzkirchen auf Anhieb erkennen: Es handelt sich dabei um das als „Taubenhaus“ bekannte Anwesen an der Säggasse 10, das in unmittelbarer Nähe zu den beiden Schulen steht. Nun war es Thema in der Sitzung des Hauptausschusses. Dieser empfahl dem Marktgemeinderäten einstimmig, das wohl 1906 errichtete Haus nach sozialverträglicher Entmietung abzureißen.

In dem Wohngebäude, das auf einem rund 350 Quadratmeter großen Grundstück steht, befinden sich fünf Wohnungen, wovon vier bereits seit mehreren Jahren leer stehen. Beheizt werden die Wohnungen mit Öleinzelöfen. Über eine Zentralheizung verfügt das Gebäude nicht.

Auch ist die Mängelliste des seit den 1970er Jahren im Besitz der Gemeinde befindlichen markanten Hauses lang. So weisen die Holzbalkendecken teilweise Schädlingsbefall auf. Die tragenden Stahlträger der Kellerdecke sind stark verrostet. Hinzu kommt, dass das Mauerwerk Feuchtigkeit gezogen hat und die Elektroinstallation veraltet ist. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz und soll nach Rücksprache mit dem Landratsamt Miesbach auch nicht in die Denkmalliste aufgenommen werden.

Bereits 2001 wurde im Auftrag der Marktgemeinde vom bayerischen kommunalen Prüfungsverband eine wirtschaftliche Beurteilung des Gebäudes durchgeführt. Dieser kam unter anderem zu folgender Feststellung: „Bei einer weiteren Nutzung des Gebäudes ist eine generelle Instandsetzung unumgänglich. Da diese Instandsetzungsarbeiten sehr zeitaufwendige Arbeitsleistungen mit einem überdurchschnittlich hohen Lohnkostenanteil beinhalten, kann der materielle Aufwand nach unserer Erfahrung durchaus bis zur Größenordnung eines vergleichbaren Neubaus ansteigen.“ Die abschließende Beurteilung lautete: „Der Markt sollte sich aus wirtschaftlichen Gründen von diesem Gebäude trennen.“

Diese Einschätzung wird vom Bauamt der Marktgemeinde geteilt, nach dessen Schätzung eine Sanierung zirka 900.000 Euro, ein Neubau grob geschätzt 1 Million Euro kosten würde. Der Hauptausschuss entsprach den Einschätzungen schließlich einstimmig und empfiehlt dem Marktgemeinderat den Abbruch des Wohngebäudes nach sozialverträglicher Entmietung sowie über die Folgenutzung des Grundstücks zu beraten. hac

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