Das Ende einer Ära

Abschlussfeier des BSZ Miesbach / Aus für Ausbildungszweig Bankkaufleute

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Durch besondere Leistungen fielen die Träger der Staats- und Landkreispreise auf. Dazu gratulierten unter anderem Schulleiter Martin Greifenstein (r.) und Landrat Wolfgang Rzehak.

Bad Wiessee – Eher mit Handy, Computer und Smartphone als mit Plattenspieler, Kassette und Wählscheibe ist die Generation Z vertraut. Als solche werden die zwischen 1997 und 2012 Geborenen bezeichnet. Gleich einen ganzen Saal voll gab‘s am vergangenen Dienstag in Bad Wiessee zu bestaunen, als die Absolventen des Beruflichen Schulzentrums in Miesbach (BSZ) das Ende ihrer Lehrzeit feierten und ihre Zeugnisse entgegennahmen. Manche von ihnen schlugen sich während ihrer Ausbildungszeit sogar so gut, dass sie einen extra Preis für ihre Leistungen erhielten. Für alle aber hatte Schulleiter Martin Greifenstein einen Rat parat: „Ihre Schulpflicht endet jetzt. Feiern Sie Ihre Freiheit. Aber feiern Sie analog mit Ihren Freunden und nicht nur mit einem Post oder mit dem Smartphone.“

Die Absolventen haben eine leuchtende Zukunft vor sich, prophezeite Greifenstein – der Fachkräftemangel macht‘s möglich: Durch viele kommende Ruheständler und nachfolgende geburtenschwächere Jahrgänge müssen die heutigen Berufseinsteiger nicht mehr als „Bittsteller“ auftreten, sagte der Schulleiter. „Sie können sich Ihre Wunschfirma aussuchen.“ Auch ein Studium sei nicht mehr notwendig, um ein „zufriedenstellendes Einkommen“ zu erwirtschaften. „Ihnen stehen alle Wege offen, Sie werden immer Arbeit haben“, sagte Greifenstein, der „seinen“ Absolventen für ihren Weg alles Gute wünschte.

Die Abschlussfeier markierte aber nicht nur für die ehemaligen Schüler „das Ende einer Ära“, sondern auch für den Ausbildungszweig der Bankkaufleute am BSZ: Wegen der jüngst geringen Nachfrage endet dieser mit dieser Abschlussklasse, künftig auszubildende Bankkaufleute müssen zur Berufsschule in Bad Tölz. Damit endet auch die Zusammenarbeit des Berufsschulzentrums mit der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. „Ich müsste eigentlich Trauerflor tragen“, sagte Greifenstein.

Passend zum Anlass hielt Thomas Forche, Leiter der Personalabteilung der Kreissparkasse, die Festrede: Er dankte der Schule und den Lehrern für die vergangenen Jahre, in denen man die Azubis gemeinsam „fit für die Zukunft gemacht“ habe. „Die Lehrer haben gut zur Persönlichkeitsentwicklung beigetragen.“ Den Absolventen riet Forche: „Machen Sie etwas aus Ihrem Leben, nutzen Sie Ihre Chancen.“ Auch ein Blick über den persönlichen Tellerrand durch eine Zeit im Ausland könne sehr hilfreich sein. Nach der Rückkehr in die Heimat habe man einen „Erfahrungsschatz, der auch den Betrieben gut tut.“

Den Vorteil der Heimat pries Landrat Wolfgang Rzehak: Gerade im durchgestandenen K-Fall sei deutlich geworden, wie sehr die Menschen in der Region zusammenhalten. Der Landrat riet den Absolventen, sich für die Gemeinschaft und die Demokratie einzusetzen: „Der Landkreis braucht Euch!“

Neben den normalen Abschlusszeugnissen wurden auch heuer wieder Ehrenpreise verliehen. Einen Landkreispreis erhielt zum Beispiel , wer im Abschlusszeugnis den besten Notendurchschnitt der beruflichen Fächer im jeweiligen Ausbildungsberuf nachweisen konnte. Träger des Staatspreises haben eine Durchschnittsnote von mindestens 1,5.

Staatspreise

KfZ-Mechatroniker: Florian Huber (Baiern/Glonn); Kaufleute Groß-/Außenhandel: Benedikt Ernst (Bad Heilbrunn), Valentin Herrmann (Holzkirchen), Gino Ettorre (Penzberg), Martina Schultze (Putzbrunn), Leon-Maximilian Bader (Unterhaching); Hotelfachfrauen: Franziska Weigand (Bad Wiessee), Katharina Holzheu (Egling), Kathrin Steingraber (Feldkirchen-Westerham), Magdalena Knittel (Holzkirchen), Carolin Kolher, Bianca Kreher (beide Rottach-Egern); Land- und Baumaschinen: Andreas Mainwolf (Fischbachau); Köchin: Valerie Onischke (München).

Landkreispreise

Bankkaufmann: Lukas Berthold Beckmann (Holzkirchen); Land- und Baumaschinen: Stefan Linder (Raubling).

Landkreis- und Staatspreise

Kauffrau Büromanagement: Sofie Hirtreiter (Hausham); KfZ-Mechatroniker: Maximilian Franz Schmid (Kreuth); Kauffrau im Einzelhandel: Katharina Seemüller (Kreuth); Kaufmann Groß- und Außenhandel: Andreas Windischbauer (Otterfing); Hotelfachfrau: Birgit Linhardt (Tegernsee); Anlagenmechanikerin: Verena Reiter (Waakirchen). she

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