Beschluss im Gemeinderat

Gravierende Änderung beim Denkmalschutz von Wildbad Kreuth geplant

Wildbad Kreuth
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In Wildbad Kreuth sollen alle Denkmale Ensembleschutz erhalten.
  • VonKatja Schlenker
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Kreuth – Die Gebäude in Wildbad Kreuth sollen Ensembleschutz erhalten für mehr Denkmalschutz. Das hat der Gemeinderat Kreuth beschlossen.

Um Ensembleschutz für Wildbad Kreuth ging es jüngst im Gemeinderat. Teile der Gebäude stehen bereits unter Denkmalschutz. Nun folgt der große Wurf.

Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider stellte das Thema in der Sitzung zur Diskussion. Um Wildbad Kreuth in die Liste des denkmalrechtlichen Ensembleschutzes aufzunehmen, sei eine positive Stellungnahme der Gemeinde nötig, erklärte er.

Die anwesenden Ratsmitglieder waren rasch überzeugt. Martin Walch (SPD) fragte noch nach, welche Bauwerke dies beträfe, da es auf dem Areal in Wildbad Kreuth im Laufe der Zeit immer wieder An- und Umbauten gegeben habe und manche der Gebäude aktuell nicht unter Denkmalschutz stünden. Auch für diese gebe es dann mehr Schutz, erläuterte Josef Bierschneider. Elisabeth Hartwig (CSU) nannte den Vorschlag begrüßenswert. Am Ende votierte der Gemeinderat einstimmig dafür.

„Der Vorteil vom Ensembleschutz im Vergleich zum Denkmalschutz ist, dass nicht nur einzelne Gebäude oder Gebäudeteile geschützt sind, sondern das Ensemble als Ganzes – auch zum Beispiel die Gebäude und Freiflächen, die bisher nicht unter Denkmalschutz stehen“, erklärt Kreisbaumeister Christian Boiger den Vorteil des Ensembleschutzes.

Laut Liste des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege stehen die Gebäude Wildbad Kreuth 1, 2, 4, 5 und 6 unter Denkmalschutz. Dazu zählen:

  • Neues Bad, zwei klassizistische durch einen kurzen Zwischenbau verbundene zweigeschossige Walmdach-Trakte mit kräftig vorspringenden Mittelrisaliten und nördlich angeschlossenem Saalbau mit Festsaal und Wandelhalle, errichtet von Simon Mayr für König Max I. Joseph., 1820 bis 25
  • südwestlich sogenanntes Königshaus, zweigeschossiger klassizistischer Walmdachbau mit Gurtgesims von Simon Mayr, 1825
  • westlich sogenanntes Posthaus, zweigeschossiger einfacher Walmdachbau von Simon Mayr, 1825
  • nördlich Ökonomiehof zu vier Seiten um einen Binnenhof gruppiert, 1825
  • Hohlenstein-Badleite
  • Kapelle Heilig Kreuz, schmaler barocker Saalbau mit halbrundem Chor und Zwiebeldachreiter, geweiht 1707, mit Ausstattung
  • südlich angeschlossen sogenanntes Altes Badehaus, ehemals Benefiziatenhaus, Flachsatteldachbau mit Blockbau-Obergeschoss und Lauben, 1706
  • östlich sogenanntes Schusterhäusl, ehemals Handwerkerhaus, kleiner zweigeschossiger Steilsatteldachbau, wohl Anfang 19. Jahrhundert
  • Brunnen, zwei klassizistische steinerne Trogbrunnen, 19. Jahrhundert, bei der Kapelle und beim Badehaus
  • Denkmal für König Max I. Joseph, halbrunde steinerne Figurennische mit Erzbüste und -relief nach Entwurf von Jean-Baptiste Métivier, 1828, Guss von Johann Baptist Stiglmaier

ksl

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