Alfons Besels erste Bürgerversammlung

Fünf strategische Zukunftsthemen für Gmund

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Gmunds Rathauschef Alfons Besel hielt seine erste Bürgerversammlung ab.

Gmund – Premiere für den Rathauschef: Es war die erste Bürgerversammlung, die Alfons Besel abhielt. Am Donnerstag vergangener Woche informierte das Gemeindeoberhaupt im vollbesetzten Neureuthersaal über aktuelle Themen und stand den Gmundern Rede und Antwort.

Rund 250 Frauen und Männer hatten sich eingefunden und folgten mit großem Interesse den Ausführungen des seit April 2018 amtierenden Bürgermeisters. Ganz entspannt lauschte auch Altbürgermeister Georg von Preysing, in dessen Amtszeit noch vieles auf den Weg gebracht worden war. In seinem Bericht legte Besel den Schwerpunkt auf fünf Kernthemen: Kommunaler Wohnungsbau, Familienfreundlichkeit, Ortsentwicklung, Mobilität und Verkehr sowie Klima und Energie. „Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine Familie vor mir sitzt – auf der Suche nach einer Wohnung“, erzählte Besel und hob hervor, dass in Gmund das Thema „Wohnungsbau“ an erster Stelle stehe. In diesem Zusammenhang verwies der Rathauschef auf die beiden im vergangenen Jahr eingeweihten Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 14 Wohnungen an der Hirschbergstraße. Des Weiteren kam er auf die vier Familien-Wohnungen an der Georg-Stöger-Straße in Ostin zu sprechen, die aller Voraussicht nach ab August dieses Jahres bezugsfertig sein sollen. Einen weiteren Schritt, um der „dramatischen Situation auf dem Wohnungsmarkt entgegenzutreten“, stelle das neue Bauvorhaben nördlich der Hirschbergstraße dar. Hier seien erneut die Weichen für zwei Mehrfamilienhäuser mit bis zu 18 Wohnungen gestellt worden. Beim dritten geplanten Gebäude stehe die Art der Nutzung noch nicht fest. „Was den kommunalen Wohnungsbau betrifft, sind wir absolut spitze“, fasste der Bürgermeister zusammen. Die Gmunder applaudierten. Als „Herzstück“ der Gemeinde bezeichnete Besel die Kinderbetreuung. Diese schlage jährlich mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche. Aktuell hinzu käme die Erweiterung der Kinderkrippe. Mit dem Anbau (625.000 Euro) würde Platz für eine vierte Gruppe geschaffen. „Die Planungen laufen auf Hochtouren“, erklärte Besel, „voraussichtliche Fertigstellung der Baumaßnahme ist Februar 2020“. Am Piusheim – dort sind Kindergarten und Hort beheimatet (Anm.d.Red.) – würden laut Besel einige Verbesserungs- und Verschönerungsmaßnahmen vorgenommen. Geht’s um den Punkt Ortsentwicklung, ist automatisch die Rede vom Bahnhofsareal, das neu gestaltet werden soll (wir haben berichtet). „Der Planungsbereich bekommt eine interessante Dynamik“, tat der Rathauschef kund. Die Raiffeisenbank könnte sich vorstellen, eine Tiefgarage zu bauen, die Kreissparkasse überlege, die Terrasse vom Café Wagner auf Südwesten zu verlegen. „Der Planungsstand ist noch ergebnisoffen“, ließ Besel wissen, der sich gut eine Planungswerkstatt mit Bürgern vorstellen kann. „Das Ganze schreit förmlich danach, dass wir alle unsere Köpfe zusammenstecken“, machte der Bürgermeister deutlich und fuhr fort: „Ziel sollte es sein, das städtebauliche Konzept bis Herbst in trockene Tücher zu bringen.“ In Sachen Mobilität und Verkehr appellierte das Gemeindeoberhaupt, vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel und Alternativen, wie beispielsweise das Fahrrad, umzusteigen. „Gmund soll für Fahrradfahrer attraktiver und sicherer werden“, zeigte Besel auf. Deshalb habe sich der Gemeinderat 2018 für eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ ausgesprochen. Zusätzliche Park-and-ride-Plätze sollen sowohl in Gmund als auch in Moosrain geschaffen werden. Zur Steigerung der Verkehrssicherheit sollen Querungshilfen errichtet werden. „Im Haushalt 2019 sind für Querungshilfen 400.000 Euro eingeplant“, verkündete Besel. Zum Thema Energie habe der Gemeinderat beschlossen, einen Energienutzungsplan auf den Weg zu bringen. Am Bauhof soll das Biomasseheizkraftwerk erneuert werden und es gebe Überlegungen, für das Gebiet Hirschbergstraße ein Nahwärmeversorgungsnetz zu entwickeln. Es waren zwei schriftliche Anträge von Bürgern eingegangen: Herbert Vojacek sorgte sich um die Sicherstellung der Wasserversorgung am Oedberg, sollte dort das geplante Freizeitprojekt realisiert werden. Die Fragen seien zur Klärung dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim vorgelegt worden, es sei aber noch keine Antwort erfolgt, informierte Besel. Helmut Gries ärgerte sich über die Verhältnisse am Viehhallenplatz. Diesen bezeichnete er als die „Rumpelkammer“ von Gmund. Nicht nur, dass hier LKWs Kies auf- und abladen und Wohnmobile über Nacht stehen würden, sei die Situation insgesamt „sehr schwierig“. Weil „die Zufahrt über die Max-Obermayer-Straße sehr eng ist“, regte Gries eine neue Erschließung des Platzes südlich der Toiletten-Anlage an. Besel machte dazu wenig Hoffnung, kündigte aber die Erneuerung der alten Viehhalle – sie ist Eigentum der Viehzuchtgenossenschaft Tegernsee – an. Was die Verschönerung des Platzes angeht, so wolle man damit warten, bis der Neubau erstellt ist. In der anschließenden Diskussion meldete sich Engelbert Probst zu Wort und bemängelte den „Wildwuchs“ Richtung See und Mangfall. „Andere sagen vielleicht Biotop dazu“, bemerkte Besel. Unter den Nägeln brannte Probst der Hochwasserausgleich. Der aktuelle Stand sehe so aus, dass die Planungsunterlagen von der Regierung von Oberbayern ans Wasserwirtschaftsamt zurückgeschickt und als „nicht genügend“ befunden worden seien, erläuterte Besel.    rei

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