Tektur zur Baugenehmigung

Fragezeichen beim Almdorf: Neuer Antrag im Tegernseer Stadtrat

Café Bergschwalbe in Tegernsee
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Auf diesem Grundstück oberhalb von Tegernsee soll das Almdorf entstehen.
  • VonKatja Schlenker
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Tegernsee – Um eine Tektur zur Baugenehmigung für das geplante Almdorf in Tegernsee ging es jüngst im Stadtrat. Es gab Zweifel an den Plänen.

Das geplante Almdorf in Tegernsee beschäftigt die Stadträte weiterhin. Vor Kurzem ging es in der Sitzung um eine Tektur zur Baugenehmigung. Mittlerweile mehren sich jedoch Zweifel an der geplanten Ferienanlage an der Neureuthstraße.

Im Oktober hatten die Stadträte zahlreichen Änderungen der Pläne für das Almdorf auf dem Grundstück des früheren Cafés Bergschwalbe zugestimmt – vorausgesetzt es wird ein Baugrundgutachten vorgelegt. „Auf dieser Basis ist ein Tekturantrag bei der Stadt eingereicht worden“, erklärte Baumamtsleiterin Bettina Koch in der Sitzung. „Die Abweichungen zur Baugenehmigung entsprechen den bekannten Änderungswünschen.“

Zweifel an Almdorf-Plänen

Ein Punkt, der immer wieder diskutiert wird, ist die Hangstabilität des Grundstücks Neureuthstraße 60 hoch über dem Tegernsee. So seien in der Zeit vom 9. bis 17. November weitere Bodenuntersuchungen durchgeführt worden, erläuterte die Bauamtsleiterin und verlas eine eingereichte Stellungnahme, die sich auch auf ein Gutachten aus dem Jahr 2016 stützt.

Demnach würde sich die geplante Bebauung nicht auf die Hangstabilität auswirken, selbst dann, wenn die Tiefgarage nach unten erweitert würde. Jedoch dürfe auf dem Grundstück nicht ungehindert Niederschlagswasser versickern, sondern müsse gedrosselt in einen Kanal geleitet werden.

Zweifel an den Plänen meldete Stadträtin Ursula Janssen (Grüne) an. „Das Entwässerungskonzept lässt einige Fragen offen“, sagte sie und fragte in die Runde, wie und wohin das Wasser gedrosselt werden solle. Es gebe einen Entwässerungsplan, erklärte Bettina Koch, der zum einen ein großes Regenrückhaltebecken vorsehe, das die erste Welle abfange, und zum anderen einen Überlauf habe, der als Drosselung diene. „Das geht nicht 1:1 abgeleitet in den Hang“, sagte sie.

Zudem sei die Entwässerung nicht Teil der Tektur, um die es gerade gehe, merkte Bürgermeister Johannes Hagn an: „Das Einvernehmen ist erteilt und das Almdorf kann gebaut werden – so oder so.“

Entwässerung bereits genehmigt

Wann die Entwässerung dann Thema werde, hakte Ursula Janssen daraufhin nach. „Gar nicht mehr, weil die bereits genehmigt wurde vom vorherigen Stadtrat“, erläuterte der Bürgermeister Hagn. Bei Fragen sei der Bebauungsplan oder das Landratsamt in Miesbach als genehmigende Behörde zu konsultieren. Bauamtsleiterin Bettina Koch fügte hinzu: „Die Entwässerung wurde mit dem Bebauungsplan genehmigt.“

Zu guter Letzt wollte Ursula Janssen noch wissen, wo sich dieses Regenrückhaltebecken befinde. Diese Frage durfte Bauherr Rainer Leidecker beantworten, der in der Sitzung anwesend war. „Unter dem Pool befinden sich unterirdisch große Rückhaltebecken“, sagte er. „Mit Wasserwirtschafts­amt Rosenheim und Landratsamt Miesbach wurde ganz genau festgelegt, was eingeleitet werden darf und was nicht.“

Almdorf als langwieriges Projekt

Zweifel äußerte auch Vizebürgermeister Michael Bourjau (FWG). Das Projekt laufe nun schon so lange und es würden immer wieder Erweiterungen beantragt, wo sei da die Frist, fragte er in die Reihen des Gremiums. Die Antwort darauf liefert ein Durchführungsvertrag, in dem die Stadt mit dem Bauherrn alle wichtigen Punkte zu dem umfangreichen Projekt fixiert hat – auch Fristen. Dieser muss ebenfalls im Rahmen der Tektur geändert werden, worüber die Stadträte allerdings im Anschluss nichtöffentlich entschieden.

Nur so viel: Im Beschluss, den Bürgermeister Johannes Hagn abschließend verlas, hieß es: „Es wird keine Verlängerung der Ausführungsfrist in Aussicht gestellt.“ Die Stadträte sprachen sich mit 11:5 Stimmen für die beantragte Tektur aus. ksl

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