Freundliche Appelle

Für die Natur: Wie Ranger Besucher im Winter sensibilisieren und lenken sollen

Ranger im Landkreis Miesbach
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Florian Bossert und Katharina Löw vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereiten Ranger bei einer Einführungsexkursion auf die Einsätze vor.

Landkreis – Ranger sollen im Winter Tagesausflügler und Sportler in den Bergen lenken. Mithilfe freundlicher Appelle soll mehr Schutz für die Natur erreicht werden.

Der Andrang in den Bergen ist seit Jahren groß und steigt kontinuierlich weiter. Damit einher gehen Belastungen für die Natur. Um Besucher zu lenken und zu sensibilisieren, wurden bereits im Sommer 2019 im Rahmen der Modellregion Naturtourismus erstmals Ranger im Landkreis Miesbach eingesetzt. Diesen Winter startet die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Gebietsbetreuung Mangfallgebirge die zweite, diesmal wesentlich umfangreicher angelegte Rangeraktion.

Wintersport boomt – egal ob Ski, Skitouren, Schneeschuhgehen, Langlaufen oder Winterwandern. Der Sporteinzelhandel verzeichnet Rekordumsätze im Bereich Skitourenausrüstung. „Durch die corona-bedingten Einschränkungen und Ausgangsbeschränkungen samt zeitweiser Schließung wichtiger Freizeiteinrichtungen in der Region wird sich dieser Trend im kommenden Winter nochmals verstärken“, ist die ATS überzeugt. Die Touristiker sehen damit genug Gründe, die zahlreich zu erwartenden Besucher – darunter auch viele Anfänger und Wiedereinsteiger – umfangreich und besser über die Region und die Natur zu informieren.

Das sollen nun freiberuflich tätige Ranger übernehmen. Sie werden in hoch frequentierten Gebieten wie rund um die Rotwand und am Spitzingsee, am Hirschberg, rund um den Wendelstein und am Sudelfeld unterwegs sein. Ab dem Frühjahr kommen zwei hauptberufliche Ranger hinzu. Die Stellen hat der Landkreis geschaffen. Hauptaufgabe ist, Sportler und Erholungssuchende zu sensibilisieren und zu lenken. Dabei stehen laut ATS die Themen Naturschutz sowie Einhaltung der Schon- und Schutzgebiete genauso im Fokus wie Tourenhinweise, Hilfestellung bieten und aktuelle Informationen zu Corona-Einschränkungen. „Mit unseren Rangern wollen wir freundlich und offen auf unsere Gäste zugehen“, betont Tim Coldewey, Produktentwicklung Winter bei der ATS. „Wir sind dabei nicht hoheitlich unterwegs, sondern wollen in erster Linie die Besucher sensibilisieren und positiv lenken.“

Außerdem wird dadurch die Arbeit von Gebietsbetreuer Florian Bossert unterstützt: „Mein Arbeitsgebiet umfasst das komplette Mangfallgebirge. Da kann ich an frequentierten Tagen gar nicht an allen Hotspots gleichzeitig vor Ort sein. Ich bin begeistert, dass ich in diesem Winter wie bereits im vorangegangenen Sommer von der ATS unterstützt werde. Diese personelle Unterstützung eröffnet völlig neue Möglichkeiten bei der Besucherlenkung und wir können viele der Neueinsteiger im freien Gelände aber auch alte Hasen für den respektvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren. Hier geht es ganz besonders darum, die naturverträglichen Routen einzuhalten und die Ruhezonen nicht zu betreten, um Wildtiere wie Birk- und Auerhuhn in dieser herausfordernden Jahreszeit nicht zu stören.“

Derzeit finden mit den 30 interessierten Rangern Einführungsexkursionen und Sicherheitsauffrischungen statt. Außerdem erstellt die ATS Print- und Merchandise-Materialien zum Einsatz im Gelände. ft

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