Nach Kritik gibt es diesmal Lob

Altes Haushamer Rathaus: Überarbeite Pläne für Bauprojekt gefallen

Umbau auf dem Areal des alten Haushamer Rathauses
+
Nachdem die bisherige Planung mit sieben Wohnblöcken auf dem Areal des alten Haushamer Rathauses herbe Kritik einstecken musste, gefiel das neue Modell mit nur noch sechs Gebäudekomplexen und einer deutlich luftigeren Bebauung.

Hausham – Die Schlierach GmbH hat beim Umbau des Areals am alten Rathaus in Hausham nochmal nachgebessert. Der Gemeinderat ist angetan.

Herber und zum Teil persönlicher Kritik mussten sich Investorin Eva-Maria Klappauf und Architekt Oliver Kiermeier jüngst für ihre Pläne für das Areal am alten Rathaus in Hausham aussetzen. Den sachlichen Missbilligungen wegen der massiven Bebauung mit sieben Wohnblöcken hat sich das Team zügig angenommen und nun eine neue Planung den Gemeinderäten vorgestellt. Für den deutlich luftigeren Entwurf gab es dann auch anerkennendes Klopfen und einen einstimmigen Beschluss. Klappauf nutzte dabei auch die Gelegenheit, einige Dinge aus ihrer Sicht zu erklären.

Bei erster Betrachtung des neuen Modells könnte man denken: Zurück zu den Wurzeln. Tatsächlich startete die Planung mit sechs Wohnblöcken. Da aber die Schlierach GmbH als Investor Ende 2020 ein Nachbargrundstück am Tratberg hinzukaufen konnte, wurde auf dem nun 6.900 Quadratmeter großen Areal ein siebtes Gebäude geplant. Just an dieser dichten Bebauung regte sich in der April-Sitzung heftige Kritik.

Ein Wohnblock weniger an Miesbacher Straße

Diese wurde seitens Klappauf und Kiermeier aufgenommen und das Projekt nochmals auf den Prüfstand gestellt. Wie Bürgermeister Jens Zangenfeind anmerkte, wäre das aber ohnehin geschehen, weil die Gemeinde eben das aus der ersten öffentlichen Beteiligung abgeleitet und gefordert hatte.

Die aktuelle Planung sieht nun vor, auf einen Wohnblock zu verzichten. Während im rückwärtigen Bereich zwei bleiben, sind an der Miesbacher Straße vier geplant. Dadurch ergeben sich, vor allem am Tratberg, deutlich größerer Abstände zur Nachbarbebauung sowie neue und größere Freiräume. Die Anzahl der Geschosse bleibt hingegen unverändert. Die beiden hinteren Gebäude werden vier, die vorderen drei Etagen haben. Hinzu kommt jeweils ein als Attika aufgesetztes Obergeschoss.

Lärmschutzwand geplant

Wie Kiermeier an einigen Skizzen zeigte, bleibt die Höhenentwicklung an der Miesbacher Straße unter dem Niveau des alten Rathauses. Im rückwärtigen Bereich ist sie von der Traufhöhe her mit der direkten Umgebungsbebauung nahezu identisch. Um das zu erreichen, wird ein Gebäude tiefer gesetzt und auf Straßenniveau abgesenkt.

„Mit dieser luftigeren Planung, den neuen Durchblicksituationen und den neuen Freiräumen hat die Qualität enorm zugenommen“, fasste Kiermeier zusammen. Dazu soll auch eine Lärmschutzwand beitragen, die auf einem Betonsockel und in unterschiedlichen Formen aufgesetzten Holz- und Glaselementen ausgeführt werden soll.

Anzahl der Wohnungen bleibt gleich

Auch auf die Kritik an zu wenigen Stellplätzen wurde reagiert. Wie Kiermeier sagte, werden die Forderungen der bayerischen Bauordnung sogar übertroffen. Waren für die ehemals 84 Wohnungen 117 Tiefgaragenstellplätze vorgesehen, werden es für die nun 72 Wohnungen 111 Stellplätze sein. Hinzu kommen 13 oberirdische Besucherparkplätze.

Obwohl rund 1.000 Quadratmeter Wohnfläche wegfallen, bleibt die Anzahl der Wohnungen gleich, die mit Mitteln der Einkommensorientierten Förderung (EOF) gebaut werden. Dadurch steigt deren Anteil sogar von 30 auf 37 Prozent.

Investorin erklärt sich

Das nahm dann auch Investorin Eva-Maria Klappauf zum Anlass, auf die zum Teil persönliche Kritik in der vorherigen Sitzung zu reagieren und zu erklären, wie es zu der massiven Planung kam. „Es war Wunsch der Gemeinde, möglichst viel Wohnraum und EOF-Wohnungen zu bauen. Das haben wir umgesetzt.“ Man sei aber nun auch dem Wunsch nach einer geringeren Verdichtung nachgekommen, auch wenn dies wirtschaftlich weniger lukrativ sei: „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und wir möchten, dass wir auch nach Abschluss eines Projektes noch gerne gesehen sind.“

Den engen und intensiven Kontakt von Anfang an bestätigte Bürgermeister Zangenfeind: „Ich hatte dabei nicht den Eindruck, dass einer den anderen übervorteilen wollte. Der Verzicht auf den siebten Block zeigt, dass Sie nicht um jeden Preis den letzten Euro verdienen möchten. Vor dem neuen Vorschlag ziehe ich daher auch aus unternehmerischer Sicht meinen Hut.“

Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum

Lob kam auch von Georg Eham (CSU). Er meinte: „Es ist absolut bemerkenswert, in welch kurzer Zeit Sie auf die Kritik eingegangen sind.“ – und bekam dafür von zahlreichen seiner Kollegen zustimmendes Tischklopfen.

Der Beschluss, den Plan nochmals in die Auslegung zu geben, fiel dann auch einstimmig. Natürlich bleibe es, sagte der Rathauschef, bei einer soliden Bebauung, die sich aber heterogen einfügt. „Vergessen wir nicht, dass wir bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum bekommen“, warb er nicht zuletzt bei den Nachbarn um Verständnis. hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auf geht´s zum Miesbacher Biergarten
Miesbach
Auf geht´s zum Miesbacher Biergarten
Auf geht´s zum Miesbacher Biergarten
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Miesbach
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
Praxis zur Aussicht – Naturheilkunde & Osteopathie Magdalena Schulz
An der Raststätte Holzkirchen-Süd: Mann (73) verliert Kontrolle über Auto
Miesbach
An der Raststätte Holzkirchen-Süd: Mann (73) verliert Kontrolle über Auto
An der Raststätte Holzkirchen-Süd: Mann (73) verliert Kontrolle über Auto
Corona im Landkreis Miesbach: Impfen jetzt auch to go
Miesbach
Corona im Landkreis Miesbach: Impfen jetzt auch to go
Corona im Landkreis Miesbach: Impfen jetzt auch to go

Kommentare