Am 29. November

Bürgerentscheid zum Warmfreibad: Diese Wahl haben Bayrischzeller

Warmfreibad Bayrischzell
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Am Sonntag, 29. November, entscheiden die Bayrischzeller beim Bürgerentscheid über die Zukunft ihres Warmfreibads.

Bayrischzell – Das marode Warmfreibad in Bayrischzell muss dringend saniert werden. Wie es damit weitergeht, entscheiden nun die Bürger.

Schwimmen, Plantschen, Sonnenbaden – wird das im Warmbad in Bayrischzell in Zukunft noch möglich sein? Diese Entscheidung liegt jetzt in der Hand der Bürger. Am Sonntag, 29. November, wird per Bürgerentscheid abgestimmt. Die 1.400 Wahlberechtigten erhalten die Stimmzettel mit der Post, da der Bürgerentscheid als Briefabstimmung durchgeführt wird. Die Bürger haben aber auch die Möglichkeit, persönlich am Sonntag, 29. November, von 8 bis 18 Uhr, im Rathaus zu wählen. Das Ergebnis wird gegen 19 Uhr erwartet.

Bereits im Juli hat Bürgermeister Georg Kittenrainer mit den Gemeinderäten beschlossen, den Bürgern die Entscheidung über den Erhalt des Warmbads mittels Ratsbegehren zu überlassen. Sanierungsbedarf und Unterhalt des Schwimmbads sind hoch. Die emotionale Bindung der Bürger aber auch. Für Kittenrainer ist wichtig, für ein weiteres Vorgehen die Mehrheit der Bayrischzeller hinter sich zu haben, wie auch immer sie sich entscheiden.

Für Unstimmigkeit in der Gemeinde sorgte ein Antrag für ein Bürgerbegehren mit einer ähnlichen Fragestellung im August. Den Initiatoren Alexander Jonscher, Robert Mörtl und Barbara Wittmann war die Fragestellung des Ratsbegehrens zu locker gefasst. Ihnen liegt besonders am Herzen, dass ein Grundstücksverkauf des Schwimmbadareals verhindert wird. Auch die Höhe der Sanierungskosten zweifeln sie an. Die Gemeinde hatte die Kostenschätzung einer Sanierung mit etwa 2,1 Millionen Euro vorgestellt. Diese sieht unter anderem ein kleineres Beckens vor.

Dagegen hätten Jonscher, Mörtl und Wittmann nichts einzuwenden. Wichtig ist ihnen nur, dass das ganze Areal als Freizeitfläche erhalten bleibt. Im Herbst kam durch Bauingenieur Sven Dachwald eine neue Variante ins Spiel: der Neubau eines Schwimmbads am Seeberg. Für Kittenrainer tatsächlich inzwischen die Königslösung. Diese Variante würde laut einer ersten Kostenschätzung etwa 2,5 Millionen Euro kosten. Unsicher ist jedoch bisher, ob die Gemeinde eine Genehmigung bekommen würde, dort zu bauen.

Diese Variante würde voraussichtlich dadurch finanziert, dass das alte Schwimmbadareal mit Wohnungen für Einheimische bebaut würde. Das Bürgerbegehren wirbt zunächst aber mit dem Bad als unverzichtbarem Baustein des Bayrischzeller Sommertourismus. Tourist-Info-Leiterin Stephanie Hintermayr hält dagegen: Nur etwa zehn Prozent der Besucher sind Urlauber mit der Gästekarte. Überhaupt ist die Tendenz der Schwimmbadbesucher fallend. Nur rund 12.000 Gäste im Jahr zählt das Bad. Keine einfache Entscheidung für die Bayrischzeller Bürger. jw

Diese Wahl haben die Bayrischzeller:

Die Bürger von Bayrischzell sind am Sonntag, 29. November, angehalten, ihre Stimme abzugeben. Dabei stehen ein Bürger- und ein Ratsbegehren gegenüber. Hier eine Übersicht:

Bürgerentscheid 1 (Ratsbegehren) – Sind Sie dafür, dass die Gemeinde weiterhin ein beheiztes Warmfreibad unterhält und betreibt?

Die Fragestellung des Ratsbegehrens wurde von der Gemeinde bewusst offen formuliert, um auch nach der Entscheidung verschiedene Varianten prüfen zu können und am Ende die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung für Bayrischzell umzusetzen. Bei einer Mehrheit würde das Schwimmbad nächstes Jahr in der jetzigen Form wieder in Betrieb gehen und gleichzeitig die Planungen für eine Sanierung und die Prüfung der bevorzugten Seeberg-Variante in die Wege geleitet. Geplanter Bau- oder Sanierungsbeginn wäre dann nach Gemeinderatsbeschluss 2022.

Bürgerentscheid 2 (Bürgerbegehren) – Sind Sie dafür, dass das Warmfreibad Bayrischzell im derzeitigen Umfang erhalten werden muss und der Gemeinde untersagt wird, das Areal oder Teile hiervon zu verkaufen?

Die Fragestellung des Bürgerbegehrens ist konkreter. Sie lässt keinen Handlungsspielraum für Varianten und hindert die Gemeinde an einem Verkauf des Grundstücks. Bei einer Mehrheit für das Bürgerbegehren bleibt das Schwimmbad in seiner jetzigen Form erhalten. Eine nachhaltige Sanierung würde laut Gemeinde rund 3 Millionen Euro kosten. Da eine Refinanzierung durch eine Grundstücksveräußerung aus dem Areal untersagt ist, sieht Georg Kittenrainer momentan keine Möglichkeit der Umsetzung.

Wichtig ist es auch, die Stichfrage zu beantworten:

Mit der Stichfrage wird entschieden, welches Bürgerbegehren gelten soll, wenn die Ergebnisse nicht miteinander vereinbar sind. Bei einer Mehrheit gegen den Erhalt wird das Schwimmbad nicht mehr in Betrieb gehen und das Grundstück könnte in bezahlbaren Wohnraum für Einheimische umgewandelt werden. Auch eine touristische Nutzung in Teilbereichen wäre denkbar.

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