Charmante Alternative

Anbau am Wiesseer Rathauses könnte nicht nur Raumnot beenden

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Westlich des Rathauses könnte in Richtung Parkplatz ein einstöckiger Anbau mit Flachdach und modernen Büroräumen für das Bauamt entstehen. Das Flachdach wäre als Terrasse auch für Hochzeitsgesellschaften nutzbar und vom Rathaus her erreichbar.

Bad Wiessee – Schon geraume Zeit beschäftigt sich der Wiesseer Gemeinderat, wie der historische Sitzungssaal im Rathaus erhalten bleiben und gleichzeitig adäquate Büroräume für die Bauverwaltung und das technische Bauamt geschaffen werden können. Architektin Dorothea Baur stellte dazu bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Umbaupläne für das Dachgeschoss vor. So richtig gefallen fand am Vorschlag aber kaum jemand. Die Lösung könnte jetzt eine von Interimsbürgermeister Robert Huber vorgestellte und mit der Verwaltung ausgetüftelte Idee eines einstöckigen Rathaus-Anbaus in Richtung der rückwärtigen Rathaus-Parkplätze bringen.

„Wir haben uns gefragt, wie wir die Kuh vom Eis bringen“, sagte Huber und legte als Antwort die Skizze eines einstöckigen Anbaus mit Flachdach im Westen des Rathauses auf. Eigentlich eine simple, aber geniale Idee, mit der gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen wären. Erstens würden dort ausreichend moderne Büroräume entstehen und das Dach könnte als Terrasse für Hochzeitsgesellschaften oder andere Veranstaltungen dienen. Diese wäre mittels einer baulichen Verbindung bequem vom Sitzungsaal im ersten Stock aus zu erreichen. Damit bräuchten auch die Brautpaare ihre Glückwünsche nicht mehr am Rathaus-Eingang entgegen nehmen. „Nicht selten ist es da schon wegen neugieriger Autofahrer zu Unfällen gekommen. Wir würden mit der Lösung einen durchaus notwendigen Umgriff des Rathauses schaffen“, erklärte Huber die Zweifachnutzung des Anbaus.

Als Wermutstropfen bliebe, dass voraussichtlich sechs Parkplätze wegfallen. Weil außerdem vier Fenster im Erdgeschoss mehr oder weniger zugebaut würden, war Kurt Sareiter (CSU) von dem Vorschlag nicht ganz überzeugt. Er plädierte nochmals zu prüfen, ob sich durch ein geändertes Raumkonzept im Rathaus nicht doch noch zusätzliche Räume finden ließen. Wenn nötig auch durch die Auslagerung des Kommunal-

unternehmens. Rundweg abgelehnt hat die CSU-Fraktion den Vorschlag aber nicht. Bernd Kuntze-Fechner (SPD) findet, dass der Anbau eine sehr gute Idee sei und bat darum, diese von Fachleuten ausplanen zu lassen. „Das ist eine charmante Lösung“, fand auch Fritz Niedermaier (Wiesseer Block). Er drängte überdies darauf, zügig für adäquate Arbeitsplätze für die Bauverwaltung zu sorgen. Als geringes Übel schätzen fast alle Räte die wegfallenden Parkplätze ein. Wie Huber sagte, können die auch auf dem benachbarten Handwerkerhof entstehen. Eventuell wäre auch, wie Rolf Neresheimer (ranBW) für die weiteren Planungen anregte, eine Tiefgarage möglich.

Nachdem ja, wie berichtet, bereits Überlegungen vorangingen, den Sitzungssaal für neue Bauamt-Büros zu opfern, rückte der Gemeinderat davon wieder ab und beauftragte Architektin Baur mit einer Überplanung des Dachgeschosses. So recht überzeugt wirkte Baur bei der Vorstellung einer bestmöglichen Lösung aber selbst nicht: „Die Konstruktion des Dachstuhls, ein Niveausprung von vier Stufen und die Dachneigung von rund 25 Grad machen es nicht einfach. Die Arbeitsplätze werden nicht die gleiche Qualität erreichen wie im restlichen Haus.“ Das Urteil von Bauamtsleiter Helmut Köckeis war hingegen eindeutig: „Das Dachgeschoss bietet für uns allein schon wegen der Licht- und Klimaverhältnisse keine Lösung.“

Die Kosten für den reinen Anbau schätzte Huber auf etwa 700.000 Euro. Davon unbenommen sind ohnehin notwendige Umbaumaßnahmen im Rathaus. Der Umbau des Dachgeschosses mit Einbau eines Fahrstuhls und Brandschutzertüchtigung bezifferte Baur auf 1,6 Millionen Euro brutto.

Eine Beschlussfassung war nicht vorgesehen. Der Gemeinderat votierte aber einstimmig dafür, die Planung für den Anbau auf das gleiche Niveau wie die des Dachgeschosses zu heben und dann darüber abzustimmen. hac

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