Viel Ausflugsverkehr erwartet

Andrang in den Bergen: Diese Tipps gibt es vom DAV für eine schöne Tour

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Andrang in den Bergen wird dieser Tage erwartet. Genug Abstand halten ist aber auch beim Wandern wichtig.

Landkreis – Zwei lange Wochenenden sorgen dieser Tage für Andrang in den Bergen. Der DAV gibt Tipps, wie eine verträgliche Tour dennoch möglich ist.

Verlängertes Wochenende, schönes Wetter und gelockerte Beschränkungen: In den kommenden Tagen werden aller Voraussicht nach sehr viele Menschen in die Berge aufbrechen. Staus, volle Wanderwege und großer Andrang an den inzwischen geöffneten Hütten sind vorprogrammiert. Der Deutsche Alpenverein (DAV) gibt aktuelle Infos und Tipps zum Bergsport in Corona-Zeiten.

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Keine Frage: Bergsport ist gesund und macht Spaß. Es ist deshalb eine gute Nachricht, wenn sich viele Menschen angesichts des guten Wetters und der sich entspannenden Infektionslage in die Berge aufmachen. Verschwunden ist das Coronavirus allerdings nicht. Gerade jetzt kommt es auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den zurückgewonnen Freiheiten an. Für Bergsport in den bayerischen Alpen gilt das ganz besonders, denn die Grenzen zu Österreich sind bis zum 15. Juni nicht geöffnet. Der Andrang dürfte deshalb noch größer sein als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Verschärfend kommt hinzu, dass die beliebten Hüttenziele wegen umfangreicher Auflagen nur begrenzt Gäste bewirten können.

Erste Erfahrungen der Hüttenwirtsleute

Am zurückliegenden Montag (18. Mai) durften die Hütten in den bayerischen Alpen ihren Betrieb im Außenbereich aufnehmen. Zuvor war es auch bereits erlaubt, einen To-Go-Service anzubieten. Einige Hüttenwirtsleute können bereits von ihren ersten Erfahrungen berichten. „Unsere Gäste akzeptieren die Verhaltensregeln problemlos“, sagt Thomas Müller vom Bodenschneidhaus in Schliersee. „Und die Selbstbedienung über eine Fensterausgabe wird gut angenommen." Trotz dieser ausgesprochen positiven Erfahrung dürfte das kommende verlängerte Wochenende wegen des zu erwartenden Andrangs spannend werden.

Was muss man beim Wandern beachten?

Noch einmal: Es wird viel los sein in den kommenden Tagen. Insofern lohnen sich eine gut durchdachte Tourenauswahl und eine sorgfältige Planung. Die bayerischen Alpen sind zudem nicht die einzigen lohnenden Bergsportziele in Deutschland. Zu diesen zählen auch die Mittelgebirge. Der DAV hat eine Liste mit Tourenvorschlägen in den deutschen Mittelgebirgen erstellt und auch das Bergwetter wurde um die Mittelgebirge erweitert. Erfahrene Bergsportler werden sicher gut beraten sein, die beliebtesten Wanderziele zu meiden. Unabhängig von der Erfahrung ist es sehr wichtig, einige Grundregeln für das Wandern unter Corona-Bedingungen zu beachten:

  • Risikobereitschaft zurücknehmen
  • Bergsport nur in erlaubten Kleingruppen
  • Abstand halten
  • gewohnte Rituale wie Umarmungen am Gipfel unterlassen
  • Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel mitnehmen

Bis zum 15. Juni ist darüber hinaus zu beachten, dass ein Grenzübertritt nach Österreich für und auf Wanderungen nicht erlaubt ist. Außerdem wichtig: Einige Wanderwegabschnitte sind möglicherweise noch nicht im gewohnten Zustand, weil die Winterschäden noch nicht behoben sind. Wegen der corona-bedingten Beschränkungen konnten viele DAV-Sektionen ihre Verkehrssicherungspflicht nicht erfüllen beziehungsweise die Wegehalterhaftung nicht übernehmen und die notwendigen Arbeiten in vielen Fällen erst jetzt aufnehmen.

Was muss man beim Klettern und Mountainbiken beachten?

Beim Klettern und Mountainbiken gelten wie bei allen Bergsportarten die oben genannten Grundregeln. Da Klettern mit Equipment und an von mehreren Personen frequentierten Felsen stattfindet und beim Mountainbiken höhere Geschwindigkeiten an den Tag gelegt werden, gelten für diese Sportarten zusätzliche Regeln. Diese beinhalten zum Beispiel für das Mountainbiken größere Abstände beim Hintereinanderfahren – 5 Meter bergauf, 20 Meter bergab und in der Ebene – und einen seitlichen Mindestabstand von 2 Metern. Für das Klettern gilt unter anderem, regelmäßig die Hände zu desinfizieren, das Seil beim Clippen nicht in den Mund zu nehmen und nur die eigene Ausrüstung zu verwenden.

Welche Regeln gelten bei der Hütteneinkehr in Bayern?

Seit Montag (18. Mai) dürfen die Hütten in den bayerischen Alpen ihre Außenbereiche bewirtschaften. Nun ist jede Hütte anders: Die eine klammert sich an einen Felsabsatz und verfügt nur über eine kleine Terrasse, die andere liegt auf einer großen Wiese. Darum bietet jede Hütte für die Gäste unterschiedliche Lösungen, um den corona-bedingten Abstands- und Hygienevorschriften gerecht zu werden.

Diese Corona-Regeln des DAV gelten auf den Hütten in den bayerischen Alpen.

Diese Punkte sind jetzt besonders wichtig:

  • Maskenpflicht: Im gesamten gastronomischen Bereich einer Hütte drinnen und draußen müssen die Gäste Mund- und Nasenschutz tragen. Nur am Tisch entfällt diese Pflicht.
  • Abstandspflicht: Bitte 1,5 Meter Abstand halten zu allen Personen, die nicht dem eigenen oder einem weiteren Haushalt angehören.
  • Tischbesetzung: An einem Tisch dürfen Personen aus maximal zwei Hausständen sitzen.

Wann kann man wie auf Hütten übernachten?

Ab Samstag, 30. Mai, wird es erlaubt sein, auf Hütten in den bayerischen Alpen zu übernachten. Die Vorgaben der Behörden sind bislang allerdings nicht bekannt. Insofern steht jetzt auch noch nicht für jede Hütte fest, ob sie diese Vorgaben mit wenigen Tagen Vorlauf erfüllen kann. Viele hoch gelegene Hütten machen darüber hinaus ohnehin erst später auf. Die bislang bekannten Öffnungstermine finden sich hier. Die behördlichen Vorgaben wird der DAV auf der Sonderseite Bergsport in Corona-Zeiten veröffentlichen, sobald sie vorliegen. Eines zeichnet sich jetzt schon ab: Es wird sehr viel weniger Übernachtungsplätze auf den Hütten geben als vorher und voraussichtlich können nicht alle Reservierungen, die bereits bestätigt wurden, eingehalten werden. Informationen dazu und wie künftig zu reservieren sein wird, werden baldmöglichst veröffentlicht. Denn ohne schriftlich bestätigte Reservierung wird dieses Jahr keine Übernachtung auf Alpenvereinshütten möglich sein.

Ist es erlaubt, im Freien zu übernachten?

Die kurze Antwort lautet: Nein. In den bayerischen Alpen ist es nicht erlaubt, geplant im Freien zu übernachten. Beim näheren Hinschauen ist es allerdings etwas komplizierter, denn man muss zwischen Campen und Biwakieren unterscheiden. Die ausführlichen Regeln für die bayerischen Alpen und die angrenzenden Regionen gibt es hier. Alle Regeln laufen auf ein ähnliches Grundprinzip hinaus: Übernachten im Freien ist in einer alpinistisch bedingten Zwangslage erlaubt und wird deshalb oft als Notbiwak bezeichnet. Ansonsten ist es nur in Ausnahmefällen gestattet, die von Region zu Region unterschiedlich geregelt sind. Auch die corona-bedingt eingeschränkten Übernachtungskapazitäten auf Alpenvereinshütten berechtigen nicht dazu, rund um die Hütten zu biwakieren, zelten oder campen.

Der Bergbericht hilft bei der Tourenplanung

Seit vergangener Woche gibt es wieder den Bergbericht des DAV. Er gibt wichtige Infos zu den aktuellen Bedingungen in den Bergen und ist eine gute Orientierung bei der Tourenplanung. Aktuelle Bedingungen finden sich darüber hinaus auch im Tourenportal alpenvereinaktiv.com. Dort posten Bergsportler, welche Verhältnisse sie auf ihren Touren vor Ort vorgefunden haben. ksl

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