Köckhof Thema im Bauausschuss

Antrag auf Abriss eines traditionsreichen Gebäudes sorgt für Kritik in Tegernsee

Köckhof am Sonnleitenweg in Tegernsee
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Der Köckhof in Tegernsee soll – soweit bekannt – ein ehemaliger Lehenshof des früheren Klosters gewesen sein.

Tegernsee – Ein ehemaliges Bauernhaus am Sonnleitenweg in Tegernsee soll abgerissen und neu gebaut werden. Im Bauausschuss sorgte das für heftige Kritik.

Ein ehemaliges Bauernhaus am Sonnleitenweg in Tegernsee hat in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses für eine längere Diskussion gesorgt. Der Eigentümer möchte das Gebäude abreißen lassen und auf dem Grundstück ein neues Haus errichten. Doch so einfach ist das nicht, wie die behandelte Voranfrage zeigte.

Die Aussicht vom Sonnleitenweg auf das Tegernseer Tal ist grandios. Einige geschichtsträchtige Häuser und Höfe stehen dort oberhalb der Stadt. Doch nun soll einer dieser Höfe – Köckhof genannt – abgerissen werden, um etwas Neues aufzubauen. Einem bekannten Unternehmer aus der Medizinbranche soll das Grundstück mittlerweile gehören. Über den Vorbescheid für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses auf dem Grundstück haben die Mitglieder des Bauausschusses nun beraten. Zwölf Fragen hat der Antragsteller an die Verwaltung gestellt, um herauszufinden, was machbar ist und was nicht, erläuterte Bauamtsleiterin Bettina Koch. Mitgeschickt wurden zudem drei Varianten für einen etwa 16 mal elf Meter umfassenden Neubau, die zeigen, wie man sich diesen auf dem Grundstück vorstellen könne – nordwestlich des bestehenden Gebäudes, etwas unterhalb und parallel davon sowie etwas unterhalb und schräg zum ehemaligen Bauernhaus ausgerichtet. Aktuell gibt es fünf Wohneinheiten mit insgesamt 310 Quadratmetern Fläche. Der Neubau soll lediglich ungefähr die Hälfte an Fläche aufweisen.

Das Problem: Der Köckhof liegt im Außenbereich, wo strenge Regeln für derlei Vorhaben gelten, die aktuell vom Eigentümer nicht erfüllt werden. So müsste dieser den Hof zum Beispiel mindestens zwei Jahre selbst nutzen, was nicht der Fall ist. Auch müsste der Neubau gleichartig zum Bestandsgebäude sein, was hier laut Verwaltung ebenfalls nicht der Fall ist. Auch die Mitglieder im Ausschuss waren skeptisch. „Ich kann keine Frage mit Ja beantworten“, sagte zum Beispiel Peter Hollerauer (FWG). „Wenn abgerissen wird, dann sollte dort neu gebaut werden, wo der Hof stand.“ Auch Zweiter Bürgermeister Michael Bourjau (FWG) haderte mit dem Anliegen. Auf der einen Seite sollte Tradition erhalten werden, auf der anderen Seite müsse aber auch Neues errichtet werden. Zudem tat er sich schwer, einer solchen Veränderung im Außenbereich zuzustimmen. Auch Rudolf Gritsch (CSU) sah die Voranfrage als nicht genehmigungsfähig an. So lehnte der Bauausschuss das vorgetragene Vorhaben einstimmig ab.

Am Ende muss das Landratsamt in Miesbach entscheiden. „Der Köck­hof ist aktuell kein Denkmal“, erklärt Sprecherin Sophie-Marie Stadler. Denkmalschutz würde bedeuten, dass das Gebäude nicht abgerissen werden darf, oder zumindest zusätzliche Vorschriften mit sich bringen. „Die Untere Denkmalschutzbehörde wird sich das Objekt in Kürze genauer anschauen, einen Ortstermin durchführen und das Bauwerk genauer betrachten“, erklärt Sophie-Marie Stadler weiter. Erst dann könne die Behörde eine verlässliche Aussage zum Köck­hof und zu dem eingereichten Vorbescheid treffen. ksl

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