Bürgermeister Olaf von Löwis: „Haben reagiert“

Anwohnerbeschwerde über Müll und Lärm: Dicke Luft im Krankenhauspark Holzkirchen

+
Über die Aufenthaltsqualität im Krankenhauspark bestehen zwischen Anwohnern und Marktgemeinde konträre Ansichten. Einen offenen Beschwerdebrief nahm Rathauschef Olaf von Löwis jetzt zum Anlass, die Situation aus seinem Blickwinkel darzustellen.

Holzkirchen – In einem offenen Brief hat sich ein Anwohner des sogenannten Krankenhausparks an der Wilhelm-Liebhaber-Straße in Holzkirchen über„unerträgliche Zustände“ beschwert. Er warf der Marktgemeinde sowie der Polizei Untätigkeit bei deren Beseitigung vor. Bürgermeister Olaf von Löwis nahm bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Stellung und trat dem entschieden entgegen.

Wie Gerhard Posch in seinem Schreiben schildert, handelt es sich nach seinen Beobachtungen bei den Störenfrieden vor allem um Jugendliche, die sich regelmäßig abends im Krankenhaus­park treffen und „sehr laut Musik hören, herumschreien, Alkohol trinken, Flaschen zerschlagen und den Park zumüllen“. Außerdem komme es immer wieder zu üblen Beleidigungen und Beschimpfungen der Anwohner, moniert Posch. Trotz mehrfacher Aufforderung seinerseits stellte er fest, dass das Ordnungsamt bisher „keinerlei Maßnahmen zum Schutz der Bürger, Anwohner und Kinder veranlasst hat“.

Das wollte von Löwis so nicht stehen lassen: „Das Thema ist nicht neu. Wir beschäftigen uns damit schon seit gut zehn Jahren und natürlich haben wir auch schon reagiert.“ So seien beispielsweise vor einigen Jahren bereits die Bänke aus dem Park entfernt worden, was aber keine Besserung brachte. Forderungen, jetzt auch noch die Tischtennisplatten und weitere Möblierung zu entfernen, erteilte der Rathauschef eine klare Abfuhr: „Wir wollen ja nicht diejenigen bestrafen, für die der Park gedacht ist.“ Wie von Löwis weiter sagte, hat der Bauhof zudem seine Reinigungsintervalle erhöht und auch Streetworker Christian Probst tue, was er könne. Außerdem habe mit der Grünanlagenverordnung und dem darin verankerten Alkoholverbot die Polizei eine rechtliche Handhabe bekommen, um bei Alkoholmissbrauch vorzugehen.

Holzkirchens Polizeichef Johann Brandhofer wies darauf hin, dass die Polizei selbstverständlich auf Beschwerden reagiere: „Dafür sind wir ja auch da.“ Er meinte aber auch, dass die Störungen nicht vom Gros der Besucher und Nutzer des Krankenhausparks ausgehe. Den jungen Leuten, die dort tagsüber Pause machen, sollte zugestanden werden, dass sie ausnahmsweise einmal lauter werden: „Das ist zwar nicht schick, kommt aber vor.“ Abendliche Alkoholexzesse wollte Polizei-Dienststellenleiter Brandhofer nicht bestätigen. Lediglich zweimal seien die Beamten seit Juli deswegen eingeschritten, fünf weitere Male wegen Ruhestörung. Ein Paar, das seit Kurzem am Krankenhauspark wohnt, zeigte auch Verständnis für die Jugendlichen: „In Holzkirchen gibt es ja fast keine Flächen, wo sie geduldet sind, da sollte sich die Gemeinde etwas überlegen.“ Und sie erwarten mehr Engagement vom Aufsichtspersonal der Schüler, die dort ihre Pausen verbringen: „Die sollten den Kindern mal beibringen, ihren Müll und ihre Flaschen selbst wegzuräumen. Das kann ja nicht Aufgabe des Bauhofs sein.“

Eine Maßnahme, die sofortige Lösungen bringt, sei momentan nicht in Sicht, wie von Löwis sagte. Kurzfristig werden Schilder aufgestellt, die für die Auswirkungen von Müll in der Umwelt sensibilisieren sollen. „Wir sind natürlich nicht so blauäugig zu glauben, dass sich damit sofort etwas ändert, aber wir wollen zeigen, dass uns der Park für die Menschen wichtig ist.“ Längerfristig ist geplant, den Krankenhauspark aufzuwerten und mit einem positiven Image zu belegen. So soll der Park einen offiziellen Namen erhalten und auf dessen historische Bedeutung hingewiesen werden. Damit soll ein Ort der Begegnung entstehen, der Jung und Alt anspricht. „Alle mit dem Thema Krankenhaus­park im Rathaus befassten Stellen und auch die Polizei sind unheimlich engagiert , daher tut es schon weh, wenn unsere Bemühungen gar nicht anerkannt werden“, zog von Löwis ein Resümee der aktuellen Situation. „Mehr geht aber leider momentan nicht und wir können auch nicht Tag und Nacht Posten aufstellen.“

Posch hingegen sieht die Sachlage deutlich kritischer und die Anwohner aktuell „an der Grenze der Belastbarkeit“. Das wird daher wohl nicht die letzte Runde in Sachen Krankenhauspark gewesen sein. hac

Auch interessant

Meistgelesen

Fischbachauer Gemeinde gratuliert und lobt Kathi Reisberger
Fischbachauer Gemeinde gratuliert und lobt Kathi Reisberger
Unbekannter schlägt in Hausham Nagel in Autoreifen
Unbekannter schlägt in Hausham Nagel in Autoreifen
Unterstützung von SPD und Freien Wählern: Fraunhofer geht ins Miesbacher Bürgermeisterrennen
Unterstützung von SPD und Freien Wählern: Fraunhofer geht ins Miesbacher Bürgermeisterrennen
Unfall auf der Bundesstraße 318: 35-Jährige in Holzkirchen schwer verletzt
Unfall auf der Bundesstraße 318: 35-Jährige in Holzkirchen schwer verletzt

Kommentare