Hotspots der Tagestouristen

Nach Ausflugschaos im Landkreis Miesbach: Polizei kündigt härtere Kontrollen an

Fahrzeuge stauen sich auf den Straßen
+
Fahrzeuge stauen sich auf den Straßen: Regelmäßig bietet sich dieses Bild im Landkreis Miesbach.

Landkreis – Nach mehrfachem Ausflugschaos an Schliersee, Spitzingsee und Tegernsee in den vergangenen Wochen appelliert die Polizei erneut an Tagestouristen.

In den vergangenen Wochen haben viele Tagestouristen das meist schöne Wetter genutzt, um touristische Hotspots im südlichen Oberbayern zu besuchen. Vor allem zugefrorene Seen und teilweise vom Schnee bedeckte Berge sowie Hügel haben viele Menschen in die Natur gelockt. Dadurch sind an manchen Orten belastende Verkehrsverhältnisse auf Zufahrtsstraßen zu Ausflugszielen und auf den Parkplätzen dort entstanden. Stellenweise kilometerlange Staus haben für viele Ausflügler das erhoffte Vergnügen verhindert. Die Polizei im südlichen Oberbayern hat daher in den vergangenen Wochen verstärkt den Verkehr überwacht, unterstützt von der bayerischen Bereitschaftspolizei und geschlossenen Einheiten des Polizeipräsidiums. Die Bilanz fällt unterschiedlich aus.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd befinden sich zahlreiche touristische Hotspots. An- und Abfahrtswege sowie öffentliche Parkplätze sind bereits vor der Corona-Pandemie regelmäßig durch Ausflugsverkehr überfüllt und nicht mehr aufnahmefähig gewesen. Vielerorts sind öffentliche Ausflugsparkplätze bereits am frühen Vormittag belegt gewesen, sodass zahlreiche Fahrzeuge am Straßenrand, auf Grünstreifen, in Wäldern oder auf Wiesen abgestellt wurden.

Hotspots entlang der Alpen punktuell überlastet

Wie bereits vor der Corona-Pandemie und auch im vergangenen Sommer haben sich insbesondere die Ausflugsziele rund um Schliersee und Spitzingsee als massive Brennpunkte des Verkehrsgeschehens herausgestellt, berichtet Sprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd. Die zuständige Polizeiinspektion Miesbach ist in den vergangenen drei Wochen mit Unterstützungskräften der Operativen Ergänzungsdienste Rosenheim sowie der bayerischen Bereitschaftspolizei im Einsatz gewesen, um zum einen durch gezielte Maßnahmen den Verkehrsfluss zu gewährleisten und zum anderen festgestellte Verstöße restriktiv zu verfolgen.

„Vornehmlich an Feiertagen und Wochenenden mit trockener Witterung mussten vielfach Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, insbesondere gegen Park- und Durchfahrtsverbote verfolgt werden“, resümiert Martin Emig. „Alleine zwischen dem Jahreswechsel und dem Dreikönigstag wurden rund 300 Verkehrsordnungswidrigkeiten gebührenpflichtig verwarnt oder zur Anzeige gebracht.“

Aufgestelltes Schild gegen Ausflügler

Für mediales Aufsehen sorgte ein selbst gebasteltes Schild mit möglicherweise beleidigendem oder volksverhetzendem Inhalt gegen Tagestouristen im Landkreis Miesbach. Am Silvestertag stellten Beamte der Polizeiinspektion Miesbach am Ortseingang das Schild sicher. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet und der Sachverhalt der Staatsanwaltschaft München II zur Prüfung hinsichtlich eines möglichen strafbaren Inhalts weitergeleitet. Das Ergebnis steht derzeit noch aus, erklärt der Sprecher.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Kfz-Kennzeichen alleine keine Rückschlüsse auf den Wohnort oder die Herkunft der Insassen zulässt. Vielmehr kann es sich bei dem Fahrzeug um ein Leasing-, Miet- oder Firmenfahrzeug handeln. Zudem wurde bereits mit Beginn des Jahres 2015 die bundesweite Kennzeichenmitnahme eingeführt, nach der jeder Fahrzeughalter sein altes Kennzeichen bei einem Umzug innerhalb Deutschlands behalten darf.

Ganzheitliche Kontrollen der Polizei

Die vom Ausflugsverkehr tangierten Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd kontrollieren auch weiterhin, teilweise unterstützt durch die bayerische Bereitschaftspolizei verstärkt, dass die Straßenverkehrsordnung ein- und Zufahrtsstraßen in den Ausflugsregionen freigehalten werden. Festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet, kündigt die Polizei an. Dies kann von einem Verwarnungsgeld oder einer Ordnungswidrigkeitenanzeige bis hin zum Abschleppen des Fahrzeugs führen.

Überdies sind die Polizeibeamten angehalten, vermeidbare Infektionsgefahren zu bekämpfen, das Vorliegen von triftigen Gründen für das Verlassen der eigenen Wohnung, aber auch das Beachten der Kontaktbeschränkung im Rahmen von ganzheitlichen Kontrollen zu überprüfen und dabei festgestellte Verstöße zur Anzeige zu bringen.

„Verstöße gegen die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung waren im Zuge der Überwachung des Ausflugsverkehrs kaum festzustellen“, resümiert Martin Emig. „Die Menschen hielten sich, wo vorgeschrieben, meist vorbildlich an die Maskentragepflicht, die Abstandsregeln und die Kontaktbeschränkungen.“

Polizei empfiehlt Folgendes:

  • Beachten Sie die Regeln der geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung!
  • Beachten Sie ab Montag, 11. Januar, insbesondere eine mögliche Umkreisbeschränkung von 15 Kilometern für Ihren Wohnort, sofern der 7-Tage-Inzidenz-Wert über 200 liegt!
  • Wägen Sie vor Fahrtantritt gründlich ab, ob Sie für Ihren Ausflug unbedingt Ihren Wohnort verlassen müssen!
  • Fahren Sie keine Ausflugsziele an, von denen Sie zum Beispiel aus dem Rundfunk wissen, dass es dort bereits zu Staus bei der Anfahrt kommt!
  • Überlegen Sie sich vor Fahrtantritt einen Plan B, also ein alternatives Ausflugsziel! Die Internetseite www.oberbayern.de/ausflugs-ticker bietet dafür wertvolle Tipps.
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Parkplätzen und -flächen!
  • Denken Sie an die Umwelt! Insbesondere Wiesen und Wälder, die nicht explizit als Parkplatz ausgewiesen wurden, sind nicht zum Abstellen eines Fahrzeugs geeignet!
  • Halten Sie Rettungswege frei und achten Sie beim Parken am Straßenrand auf eine ausreichende Fahrbahnbreite für größere Einsatz- und Rettungsfahrzeuge!
  • Weichen Sie auf andere Parkplätze aus, auch wenn sich dadurch Ihr Fußweg verlängert!

ksl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen Corona: Ein etwas anderer Weihnachtstrucker der Johanniter
Wegen Corona: Ein etwas anderer Weihnachtstrucker der Johanniter
Coronavirus: Landkreis Miesbach nennt aktuelle Fallzahlen
Coronavirus: Landkreis Miesbach nennt aktuelle Fallzahlen
Verpflegung in Hundham: So funktioniert bio und regional im Kindergarten
Verpflegung in Hundham: So funktioniert bio und regional im Kindergarten
Erfolgreicher Start: Mobilitätsumfrage in Holzkirchen geht weiter
Erfolgreicher Start: Mobilitätsumfrage in Holzkirchen geht weiter

Kommentare