Mit spitzer Feder gerechnet

Ausgaben: Otterfing sieht sich trotz sinkender Gewerbesteuer-Einnahmen gerüstet

+
Bürgermeister Eglseder ist stinksauer: Für die auf Kosten der Gemeinde im Jahr 2014 sanierte und verbreiterte Bahnüberführung verlangt die Bahn jetzt eine Zahlung von 420.000 Euro. Die Gemeinde lässt die Rechnung der Bahn daher gerade prüfen.

Otterfing – Das Team um Otterfings Kämmerer Stefan Gehentges hatte keine leichte Aufgabe: Bei den von ihm bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellten Zahlen zum Haushalt 2019 und den Berechnungen für die Folgejahre wurde klar, dass die Gemeinde gut haushalten muss, um den empfindlichen Einbruch bei der Gewerbesteuer abzufedern. Dabei kommen auf Otterfing hohe Ausgaben zu.

Allein die Kreisumlage schlägt mit knapp 3,3 Millionen Euro (ein Plus von 36.000 Euro) zu Buche. Der von Gehentges erstellte Haushaltsplan 2019 weist Einnahmen und Ausgaben von insgesamt rund 13,8 Millionen Euro aus. Dies entspricht einer Erhöhung gegenüber 2018 um gut 80.000 Euro und somit 0,58 Prozent. Für das Sportzentrum wird in den Folgejahren ein höherer einstelliger Millionenbetrag fällig. Den kommunalen Wohnungsbau lässt sich die Gemeinde in den Jahren 2020 bis 2022 ebenfalls einiges kosten. Zudem wappnet sich Otterfing für Grundstückskäufe, um die Wasserversorgung sicherzustellen.

Alles in allem erntete Gehentges vom Gemeinderat für seinen Vortrag zum Haushalt ein sehr gutes Zeugnis, das Gremium segnete den Haushalt 2019 und den Finanzplan einstimmig ab. Michael Falkenhahn (SPD) äußerte zwar an einem Punkt Kritik, weil im Plan für die Jahre 2020 bis 2022 keine Kosten für die Sanierung des Otterfinger Hofes eingestellt sind. Bürgermeister Jakob Eglseder konterte aber damit, dass hierfür noch keinerlei Beschluss gefasst wurde. „Die Kosten, um den Otterfinger Hof lediglich am Laufen zu halten, sind natürlich unter der Haushaltsstelle ,Neubau Sportzentrum‘ mit berücksichtigt“, sagte der Rathauschef. Wobei Thomas Hogger (Grüne) anmerkte, dass ihm die für das Sportzentrum für heuer geplanten 70.000 Euro etwas wenig erscheinen: „Mir geht das zu langsam.“ In Anbetracht der Vorgeschichte wertete Egls­eder das Tempo hingegen als „mehr als angemessen“. Kräftig zu Buche schlägt in den nächsten Jahren der Einstieg in den kommunalen Wohnungsbau, den sich Otterfing 1,7 Millionen Euro kosten lassen will. Ebenso ist die Beschaffung eines neuen Feuerwehrautos für 475.000 Euro geplant. Äußerst verärgert zeigte sich Eglseder über eine dubiose Forderung der Bahn: „Die wollen von uns 420.000 Euro quasi als Erlaubnisgebühr für die Überquerung der Bahngleise über die Brücken.“ Der Sachverhalt wird derzeit von einem Anwalt geprüft, könnte aber wie Eglseder fürchtet, rechtens sein. Deshalb wurde der Betrag vorsichtshalber schon eingepreist, um einem Nachtragshaushalt aus dem Weg zu gehen.

Insgesamt ist damit für die Finanzierung der geplanten Investitionen von 2020 bis 2022 eine Darlehensaufnahme von insgesamt 13,9 Millionen Euro erforderlich. Ein Umstand, der Robert Schüßlbauer (CSU) Sorgen bereitet: „Es ist gut zu wissen, was auf uns zukommt. Da sind gute Ideen von uns allen gefragt. “ Was aber heuer auf alle Fälle und baldmöglichst in Angriff genommen wird, ist die Sanierung des Pausenhofes der Schule. Der Schotterrasen, der sich laut Eglseder nicht wirklich bewährt hat, soll durch ein solides Pflaster ersetzt werden. Außerdem soll dabei auch noch gleich die Entwässerung optimiert werden. Kostenpunkt für beides ist rund eine halbe Million Euro. Etwas mehr als geplant, aber damit waren alle Gemeinderäte einverstanden. Egls­eder hofft, dass bis zum Dorffest alles fertig ist. hac

Auch interessant

Meistgelesen

110 rollende Raritäten in Miesbach
110 rollende Raritäten in Miesbach
Die Jugend im Landkreis Miesbach hat die Wahl
Die Jugend im Landkreis Miesbach hat die Wahl
Das erste Geld aus Holzkirchner Ökostrom
Das erste Geld aus Holzkirchner Ökostrom
Genuss auf der Rottacher Seestraße
Genuss auf der Rottacher Seestraße

Kommentare