Ausstellungseröffnung: Don Camillo und Peppone in der Stadtbücherei

Film-Streithansl im Fokus

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Machten sich „höchstselbst“ zur Ausstellungseröffnung nach Miesbach in die Stadtbücherei auf: Don Camillo alias Abdon Boni und Peppone alias Giulio Bersellini.

Miesbach – Den schlitzohrigen Priester Don Camillo und den aufbrausenden Bürgermeister Peppone kennt fast jeder. Fotograf Thomas Schwob hat die Figuren aus den italienisch-französischen Schwarz-Weiß-Filmen neu in Szene gesetzt. Bis 12. November sind seine Aufnahmen in der Stadtbücherei zu sehen.

Zur Vernissage am vergangenen Samstag waren die beiden Filmfiguren sogar „leibhaftig“ zugegen! Abdon Boni (Camillo) und Giulio Bersellini (Peppone) werfen sich seit 20 Jahren in Kutte und Karohemd. Anfangs verkleideten sich die beiden nur zum Spaß. Mittlerweile sind sie in ihrem Heimatort Brescello, dem Originalschauplatz der Verfilmungen in der italienischen Poebene, zur Touristenattraktion avanciert. Hier spielte sich der „Kulturkampf“ zwischen dem konservativen Priester und dem kommunistischen Bürgermeister im Italien der Nachkriegsjahre ab. Als Thomas Schwob, Realschullehrer in Miesbach und Fotograf, 2014 die Leica-Kamera seines Großvaters aus den Fünfzigern geschenkt bekam, wollte er sehen, was an den Drehorten von damals von der Zeit und der Atmosphäre übrig geblieben ist. In einer Bar in Brescello lernte er zufällig die Tochter von Giulio Bersellini kennen, die für den nächsten Tag ein Treffen arrangierte. „Ich traute meinen Augen kaum, als die Zwei mit ihren Kostümen auftauchten und für mich Szenen aus den Filmen nachstellten“, sagte Thomas Schwob. Aus zwei Tagen Aufenthalt wurden kurzerhand zwölf. Herausgekommen sind atmosphärische, analoge Schwarz-Weiß-Fotografien. 25 davon sind digitalisiert, gedruckt und gerahmt nun in der Stadtbücherei zu sehen. Kulturreferentin Inge Jooß hat die Ausstellung nach Miesbach geholt. Auf der Vernissage erzählte sie auch einiges über den Autor der Romanvorlage, Giovannino Guareschi, und verriet, dass die „Don Camillo und Peppone“-Bücher neben Shakespeare und Co. zur „Pflichtlektüre“ in ihrem Elternhaus zählten. Die Geschichten rund um die beiden Kontrahenten zeige: „Man zankt sich, man schlägt sich, aber man bleibt ein Mensch.“ Der „sprechende Jesus“ schließlich bringe die Auseinandersetzungen auf die Ebene der Nächstenliebe. „Bei vielen Bildern muss ich immer noch schmunzeln, obwohl ich sie schon so oft angesehen habe“, gestand Fotograf Schwob. Wer mitschmunzeln möchte, kann die Fotografien noch bis zum 12. November zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei betrachten und studieren. Die „Don Camillo und Peppone“-Filmreihe kann man sich hier übrigens auch ausleihen.

sko

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