Vorbereitet für die Zukunft

So verabschieden sich Bad Wiessees Bürgermeister und sein Vize

Peter Höß (M.), hier bei einer Bürgerversammlung, war zwölf Jahre Bürgermeister von Bad Wiessee. Mit Robert Huber (r.) hatte er einen ebenbürtigen Vize an seiner Seite.
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Peter Höß (M.), hier bei einer Bürgerversammlung, war zwölf Jahre Bürgermeister von Bad Wiessee. Mit Robert Huber (r.) hatte er einen ebenbürtigen Vize an seiner Seite.

Bad Wiessee – Die Gemeinde ist gut aufgestellt für die Zukunft. Folglich können sich Bad Wiessees Bürgermeister Peter Höß und sein Vize Robert Huber ruhigen Gewissens verabschieden.

Zwölf Jahre lang hat der gelernte Banker Peter Höß (67) die Geschicke der Gemeinde Bad Wiessee als Bürgermeister geprägt und sie als Visionär zukunftsfähig gemacht. Mit Robert Huber (60) hatte er in dieser Zeit einen kongenialen Stellvertreter, der vor allem in Sachen kommunaler Bauangelegenheiten Spuren hinterließ. Jetzt hat das Duo die Verantwortung abgegeben.

Gerechnet hatte Peter Höß vor zwölf Jahren nicht damit, dass er in der Stichwahl gegen Kurt Sareiter (CSU) als Sieger hervorgeht. Dass Wiessee, was Wahlen angeht, ein besonderes Pflaster ist, musste Höß sechs Jahre später erneut erfahren, als er trotz Amtsbonus nur knapp wiedergewählt wurde.

An Ideen, die Bad Wiessee trotz Gesundheitsreform und damit einbrechender Kurgästezahl attraktiv machen sollten, mangelte es Höß indes nicht. Allen voran ist der Erwerb des damals noch in niederländischer Hand befindlichen Kurviertels an der Adrian-Stoop-Straße zu nennen. Wie in einem Interview in der diesjährigen Frühjahrsausgabe der Zeitschrift Tegernseer Tal zu lesen ist, stellte Höß damals fest: „Das Jodbad muss bayrisch werden!“ Nach ersten Gesprächen besuchte dann 2009 eine überparteiliche Delegation die Eigentümerfamilie Stoop in Amsterdam. Ende 2011 wanderte schließlich das Areal für 12 Millionen Euro in den Besitz der Gemeinde Bad Wiessee über.

Es folgten weitere große Investitionen wie die Quellensanierung, das neue Badehaus und die Umgestaltung des Lindenplatzes. Zur Gegenfinanzierung wurde unter anderem ein Teil des ehemaligen Jodbadgeländes an das Schweizer Unternehmen Sports-Medicine-Excellence-Group (SME) verkauft. Dass dort seit Monaten ein Baustopp herrscht, macht Höß nicht nervös: „Ich gehe fest davon aus, dass die SME nach Überwinden aller Hürden des Denkmalschutzes und der Bautechnik weitermacht.“

Auch auf vielen anderen Gebieten war die Gemeinde unter Höß‘ Führung tätig. So wurde unter anderem 2010 die Realschule Tegernseer Tal aus der Taufe gehoben, von der eine erhebliche Zahl Wiesseer Schüler profitiert. Im Rückblick meinte Höß, dass ihm zwar die Schulden beim Kauf des Jodbadgeländes schon so manche schlaflose Nacht bereitet haben, er aber heute die Gemeinde auf gesunden finanziellen Beinen und für die Zukunft gut gerüstet übergibt. Für eine Wiederwahl stand Höß heuer altersbedingt nicht mehr zur Verfügung. Das wiederum wird ihm seine Gesundheit danken, laboriert er doch noch immer an einer Operation am Spinalkanal herum, wegen der er fast ein Jahr pausieren musste.

Als kühler Analyst war Höß aber auch stets Manns genug, Projekte abzugeben, die andere besser konnten. Da hatte er mit Robert Huber den idealen Vize an seiner Seite. So ist, wie Höß betonte, die Gründung des Bad Wiesseer Kommunalunternehmens (KU) 2015 eine wesentliche Leistung Hubers: „Damit haben wir einen entscheidenden Schritt zur Linderung der Wohnungsnot getan und bezahlbaren Wohnraum geschaffen. Nicht zu vergessen sind Robert Hubers Verdienste für den Bau des Feuerwehrhauses mit dem Rettungszentrum.“

Demgegenüber resümierte Huber, der nach 18 Jahren Kommunalpolitik nicht mehr antrat, um das Feld jüngeren zu überlassen: „Es bedarf schon einer gewissen Größe, wie sie Peter Höß hat, um loszulassen und Aufgaben abzugeben. Wir waren gemeinsam mit unserer hervorragenden Verwaltung ein Team, das seine ganze Energie ohne Konkurrenzdenken für Bad Wiessee eingesetzt hat.“ hac

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