Letzter Rapport bei Bürgerversammlung

Bad Wiessees scheidender Bürgermeister verabschiedet sich

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Ein letztes Mal trat Bürgermeister Peter Höß bei der Bürgerversammlung in Bad Wiessee ans Rednerpult. In seiner Ansprache ließ er seine zwölfjährige Amtszeit Revue passieren.

Bad Wiessee – Nach elfeinhalb Jahren als Bürgermeister zog Peter Höß kürzlich bei der Bürgerversammlung ein Resümee seiner Amtszeit. Im voll besetzten Saal des Gasthauses zur Post sprach er über die Entwicklung der Seegemeinde in dieser Zeit, aber auch zu aktuellen Themen.

Als prägendstes Ereignis seiner Dienstzeit stellte Rathauschef Peter Höß den Kauf des Jod-Schwefelbades Ende 2011 heraus. Nach fairen Gesprächen auf Augenhöhe waren die Nachlassverwalter von Adrian Stoop bereit, das rund 10.000 Quadratmeter große Areal inklusive der gesamten Infrastruktur an die Gemeinde zu verkaufen. „Mit dem Kauf wurde ein 100 Jahre währender Traum wahr“, sagte Höß.

Mit dem Kaufpreis in Höhe von 12 Millionen Euro stand die Gemeinde dann allerdings in den Miesen. „Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 8.000 Euro waren wir damals wohl der Spitzenreiter in Bayern“, erinnerte sich Höß und fuhr fort: „Ohne einen Kredit aufzunehmen, haben wir davon inzwischen 20 Millionen Euro getilgt.“ Insgesamt beurteilte Höß die finanzielle Situation als recht gut. Damit sollte dem für 2020 geplanten Rathausanbau nichts im Wege stehen. Weil nächstes Jahr der Gemeinderat um vier Sitze auf 20 anwächst, wird auch gleich der Rathaussaal umgestaltet.

Neubau des Badehauses: Kosten in Höhe von 7,6 Millionen Euro

Ein weiteres Thema war der Neubau des Badehauses. Höß bedauerte, dass der ursprüngliche Entwurf dem Gemeinderat zu teuer war: „Die Einsparungen gingen zu Lasten der Qualität und haben Zeit und damit Geld gekostet. Hätten wir es durchgezogen wie geplant, wäre es auch nicht teurer geworden als es heute ist.“ Derzeit sind Kosten in Höhe von 7,6 Millionen Euro veranschlagt. Bis zur Eröffnung Anfang 2020 sollte sich das nach Höß‘ Einschätzung nicht sig­nifikant ändern. Neben dem Badehaus wurden auch die Quellen für 2,8 Millionen Euro saniert. Wie es mit dem Badepark weitergehen soll, ließ Höß offen.

Neben dem neuen Badehaus bekomme Bad Wiessee mit dem Hotelkomplex der Familie Strüngmann an der Seepromenade ein weiteres Leuchtturmprojekt, das weit über die Landkreisgrenzen hinaus strahlen werde. Anfang 2020 würden dazu auch die Bürger mit einbezogen und über die Pläne genauer informiert. Weniger deutlich wurde Höß, wie es mit dem Hotelkomplex der Firma Sports Medicine Excellence Group auf dem ehemaligen Jodbadgelände weitergeht. Wenig begeistert zeigte er sich auch mit der Baustelle am ehemaligen Haus Ursula: „Einige Investoren verkennen offenbar die schwierigen Bodenverhältnisse.“

Bürgermeister Peter Höß: Bad Wiessee auf einem guten Weg

Zudem lobte Höß das Kommunalunternehmen, das sozialverträglichen Wohnraum bereitstellt. Applaus gab es für seine Feststellung: „In einer Zeit, in der die bayerische Regierung 30.000 Sozialwohnungen verkauft hat, haben wir bezahlbaren Wohnraum geschaffen.“ Nach seinen Schilderungen ist Bad Wiessee auf einem guten Weg von einem verschlafenen Kur­ort mit 80er-Jahre-Flair hin zu einer modernen Urlaubsdestination – ohne die Bedürfnisse der Einheimischen zu vergessen. Das machte Höß auch daran fest, dass einige Vermieter trotz vieler Baustellen im Ort wieder kräftig investieren.

Die Fragen aus dem Auditorium fielen recht gering aus. SPD-Bürgermeisterkandidat Robert Kühn wollte wissen, was die Gemeinde unternimmt, um den Einzelhandel zu stärken. Hier verwies Höß auf die Schaffung neuer Hotel- und Gästebetten. Er hoffe, dass die Leute dann nicht nur an den Geschäften vorbei-, sondern auch reingehen.

Eine andere Frage betraf die Gebühren­erhöhung am Wanderparkplatz Söllbachtal und am Sonnenbichl, die angeblich zu einem Einbruch der Umsatzzahlen der Berggastronomie geführt haben. Dazu meinte Höß: „Jeder möchte weniger Verkehr im Tal. Die Erhöhung sollte auch als Anreiz gelten, den ÖPNV zu nutzen.“ Laut Höß wäre die Gemeinde bereit gewesen, nochmals zu verhandeln: „Wir haben gebeten, Zahlen vorzulegen, die einen Umsatzeinbruch belegen. Bis heute haben wir nichts bekommen.“ hac

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