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Bad Wiessee: Gemeinderat bewilligt vierte Kindergartengruppe

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neue Kita in Bad Wiessee
Die neue Kita in Bad Wiessee wächst - ebenso wie der Bedarf an Betreuungsplätzen. Eine zusätzliche Vergütung soll jetzt personellen Engpässen vorbeugen helfen. © Stefan Gernböck

Bad Wiessee – Insgesamt 160 Betreuungsplätze werden bei neuen Kita-Zentrum in Bad Wiessee künftig zur Verfügung stehen. Dieses entsteht auf dem Areal der Wiesseer Grundschule.

Das neue Kita-Zentrum, das auf dem Areal der Wiesseer Grundschule entsteht, hat im Laufe des vergangenen Jahres rasch Gestalt angenommen. Insgesamt 160 Betreuungsplätze werden hier künftig zur Verfügung stehen, die dem stetig steigenden Bedarf Rechnung tragen sollen.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand das Thema nun ebenfalls auf der Tagesordnung. Konkret ging es um die Bedarfs­anerkennung und Schaffung einer vierten Kindergartengruppe, auch motiviert durch personelle Engpässe. Verwaltungsleiterin Barbara Scheckenbach und Christine Scholz, seit Oktober neue Leiterin des Kindergartens, skizzierten eingangs die Situation. Sehr viele Eltern hätten ihre Kleinen im Frühjahr für den Kindergartenbesuch angemeldet. In einer Krippengruppe für die Kleinsten seien zudem alle Kinder alt genug für den Wechsel in den Kindergarten gewesen, erklärte Scheckenbach. Mit Blick auf die Zukunft und die anderen räumlichen Möglichkeiten im neuen Gebäude wolle man daher die Gelegenheit nutzen, diese Gruppe in eine vierte Kindergartengruppe umzuwandeln.

Pro Kindergartengruppe könnten maximal 25 Kinder aufgenommen werden, sagte Scheckenbach auf Nachfrage von Thomas Erler (CSU). Ob die Situation personell zu stemmen sei, knüpfte Benedikt Dörder (SPD) an die Frage der Kapazität an. „Vor einem Monat wäre die Antwort noch ‚Nein‘ gewesen“, lautete Scheckenbachs Antwort. Doch das habe sich mittlerweile zum Positiven geändert.

So habe sich das Team um eine neue Kollegin erweitert, eine weitere Kindergärtnerin sei zurückgekehrt und arbeite in Teilzeit. Zusätzlichen Zuwachs habe man durch eine Umschülerin bekommen. Eine Bewerbung für einen Ausbildungsplatz im September 2023 sei ebenfalls schon eingegangen. Doch trotz alledem sei es sehr schwierig, Personal zu finden. „Wir müssen zukunftsorientiert planen“, mahnte die Verwaltungschefin auch angesichts der Tatsache, dass einige Mitarbeiterinnen bald das Rentenalter erreichen.

Es gelte vorzubauen, um für die stark steigenden Anmeldungszahlen – auch mit Blick auf den Zuzug in die Gemeinde – gerüstet zu sein. Ob das Personal prinzipiell nur in der Wiesseer Kita eingesetzt werde oder auch als Springer im talweiten Kita-Verbund, fragte Johannes von Miller (Grüne). Natürlich helfe man sich bei Bedarf aus, erklärte Scheckenbach. Normalerweise würden die Mitarbeiterinnen aber nur vor Ort eingesetzt.

Das massive Personalproblem sei ihm bekannt, sagte Kämmerer Franz Ströbel. Auch andere Gemeinden hätten mit extremen Engpässen zu kämpfen. Als Beispiel nannte er Warngau, wo eine Kindergartengruppe deshalb habe gestrichen werden müssen. Damit war bereits ein weiterer Tagesordnungspunkt angeschnitten, der sich ebenfalls dieser Problematik widmete. Es ging um die Frage, ob Beschäftigte der Kita künftig eine Arbeitsmarktzulage erhalten sollen.

FWG-Gemeinderat Wilhelm Dörder wies nach München, wo angesichts von rund 380 unbesetzten Stellen eine Höherstufung von Erziehern um zwei Gehaltsklassen beschlossen worden sei. „Das wird einen Sog erzeugen“, warnte Dörder. „Wir haben hier im Vergleich schon höhere Lebenshaltungskosten“, gab auch Rita Windfelder (SPD) zu bedenken. Erler signalisierte ebenfalls Zustimmung, da man ohne Zulage „völlig konkurrenzlos“ sei. Auch der vorausschauende Bau von „1A-Mitarbeiterwohnungen“ im neuen Kita-Gebäude leiste hier einen wichtigen Beitrag. Die Gemeinden Gmund und Kreuth zahlen bereits eine Zulage, erklärte Bürgermeister Robert Kühn (SPD). In einer Dienstbesprechung der Talbürgermeister habe man hier eine talweit einheitliche Lösung anvisiert, um Ungleichheit und Sogwirkung zu vermeiden.

Die Zulage würde erstmals im Februar 2023 bezahlt und ist auf zwei Jahre befristet. In ihren Genuss soll ausschließlich pädagogisches Fachpersonal kommen, lautete der Beschlussvorschlag. Beide Tagesordnungspunkte erhielten einhellige Zustimmung. Für Scholz und Scheckenbach und ihre Mitarbeiter gab es zudem ein dickes Lob für ihre „großartige und existentiell wichtige Arbeit“. ger

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