Beschluss im Gemeinderat

So geht es mit dem Strüngmann-Hotel in Bad Wiessee weiter

Auf etwa 35.000 Quadratmetern entstehen in Bad Wiessee eine Hotelanlage und Wohngebäude. Der Uferstreifen bleibt frei zugänglich.
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Auf etwa 35.000 Quadratmetern entstehen in Bad Wiessee eine Hotelanlage und Wohngebäude. Der Uferstreifen bleibt frei zugänglich.

Bad Wiessee – 2021 soll der Bau des Strüngmann-Hotels in Bad Wiessee beginnen, 2024 der Komplex eröffnen. Es werde eine Bereicherung für das Tegernseer Tal sein.

„Mit diesen Beschlüssen haben wir das Planungsrechtliche unter Dach und Fach gebracht“, sagte Bad Wiessees Bürgermeister Peter Höß zufrieden. Der jetzige Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den Bebauungsplan für das ehemalige Spielbank-Gelände und das Hotel Lederer beschlossen, ebenso wie die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans. Binnen fünf Jahren muss nun die Münchner Firma Athos auf dem Areal ihr Hotelprojekt realisieren. Dazu hat sich das Unternehmen der Familie Strüngmann in einem Durchführungsvertrag mit der Gemeinde verpflichtet.

Bürgermeister Höß ist froh, dass das noch amtierende Gremium einen Haken unter das Thema machen könne. Somit könnten sich die künftigen Räte auf Neues konzentrieren. Die Beschlüsse fielen fast einstimmig. Lediglich Armin Thim (ranBW) verweigerte die Zustimmung, weil ihm das Vorhaben zu massiv ist. Ingrid Versen (CSU) fehlte entschuldigt.

Auf rund 35.000 Quadratmetern entsteht an der Seepromenade ein 5-Sterne-plus-Hotel mit rund 90 Gästezimmern. Restaurants, ein öffentlicher Biergarten, ein großes Spa mit Innen- und Außenpool, ein Fitnesscenter und ein Konferenzbereich gehören dazu. Neben dem Hotel sind zwei Gebäude mit sogenannten Serviced Apartments geplant – also mit großen, möblierten Wohnungen, die ebenfalls vom Hotel an touristische Gäste vermietet werden und besonders für große Familien geeignet sind.

In drei weiteren Gebäuden werden 40 Mietwohnungen errichtet. Die Tiefgarage umfasst rund 150 Plätze, hinzu kommen etwa 100 Außenstellplätze auf dem Hotelgrundstück. Große Teile des Kurparks werden neu gestaltet, der Uferstreifen und die Nase an der Wiesseer Bucht gehen ins Gemeindeeigentum über.

Vize-Bürgermeister Robert Huber, der wie Höß aus der Wiesseer Kommunalpolitik ausscheidet, zeigte sich erleichtert. Jahrzehnte habe das Thema die Gemeinde beschäftigt, nun entstehe etwas für den Tourismus, freut sich Huber. Er ist froh, mit der Familie Strüngmann den passenden Investor gefunden zu haben, der etwas schafft, wovon der Ort und die Region profitieren. „Das wird uns prägen“, sagte er.

Auch Höß ist überzeugt, dass die jetzt gefundene Lösung eine echte Bereicherung für Bad Wiessee und das gesamte Tegernseer Tal darstellt. Das verspricht Athos-Geschäftsführer Thomas Maier: „Die offene, leichte Architektur passt sich in das gewachsene Ortsbild hervorragend ein. Natürlich greifen wir die Tradition auf und interpretieren sie neu. Wir wollen ein Teil dieses wunderschönen Ortes, ein Teil des Tegernsee Tals sein. Ein Haus, auf das die Menschen hier stolz sind.“

Die Planung stammt vom Architekturbüro Manuel Cervantes. Die Mexikaner hatten das mehrstufige Wettbewerbsverfahren gewonnen. Die Realisierung erfolgt gemeinsam mit einem deutschen Büro. 2021 soll der Bau beginnen. Die Eröffnung ist für 2024 geplant. Wer das Hotel betreiben wird, steht noch nicht fest. „Wir haben Anfragen von praktisch allen renommierten Hotelgruppen“, erklärt Maier in einer Mitteilung. „Das Interesse an einem so besonderen Haus, an einer so einzigartigen Lage, mit einem so persönlichen, individuellen Konzept ist sehr hoch. Wir rechnen als Folge von Corona auch damit, dass der regionale Tourismus lange Fernreisen zumindest teilweise künftig ersetzt. Deshalb richten wir unser Angebot besonders an Gäste aus Bayern, Deutschland und Europa.“

Die Gesamt-Investitionskosten liegen bei rund 130 Millionen Euro. Besonders aufwendig ist die Gründung der Gebäude. Das Ufer des Tegernsee besteht vorwiegend aus sogenanntem Seeton. Als Fundamente müssen Bohrpfähle eingebracht werden, die bis zur rund 20 Meter tief liegenden Felsschicht reichen. Ein sogenannter geschlossener Verbaukasten soll sicherstellen, dass sich das Grundwasser in der Nachbarschaft nicht absenkt. Allein für die Baugrube und den notwendigen Spezialtiefbau ist eine Bauzeit von einem Jahr vorgesehen.

Hochwasserschutz und Abwassersystem in der Umgebung verbessern sich im Zuge der Maßnahme. Die Belange des Naturschutzes seien ebenso erfüllt. „Wir denken und bauen nachhaltig. Deshalb sind Flächenverbrauch und Versiegelung sehr gering“, unterstreicht Athos-Sprecher Stephan Heller.

Das neue Hotel schafft laut der Mitteilung rund 200 Arbeitsplätze. Athos errichtet zusätzlich im Ort Mitarbeiterwohnungen. „Wir werden natürlich beim Bau darauf achten, die Belastungen für Bad Wiessee so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört auch, so schnell wie möglich zu arbeiten“, macht Maier deutlich. „Deshalb haben wir alle notwendigen Bodenuntersuchungen bereits durchgeführt und wissen, was uns und unsere Baufirmen erwartet.“ ft

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