In die Pedale treten

Grüne wollen gemeinsames Radkonzept fürs Tegernseer Tal

Die Grünen im Tegernseer Tal fordern ein gemeinsames Radkonzept: (v.l.) Christian Weber (Kreuth), Laura Wagner (Gmund), Karl Schönbauer (Bad Wiessee), Marcus Staudacher (Tegernsee) und Thomas Tomaschek (Rottach-Egern).
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Die Grünen im Tegernseer Tal fordern ein gemeinsames Radkonzept: (v.l.) Christian Weber (Kreuth), Laura Wagner (Gmund), Karl Schönbauer (Bad Wiessee), Marcus Staudacher (Tegernsee) und Thomas Tomaschek (Rottach-Egern).

Bad Wiessee – Die Grünen im Tegernseer Tal fordern ein einheitliches Radverkehrskonzept. Alle Kommunen rund um den See sollen mitmachen.

Geschlossen treten die Grünen auf. Seit der Kommunalwahl im März sind sie in allen fünf Kommunen des Tegernseer Tals vertreten. Nun wollen sie ein erstes wegweisendes Projekt anstoßen: ein talweites Radverkehrskonzept. Wie das gehen soll, haben die Grünen-Vertreter am vergangenen Donnerstag im Gasthof zur Post in Bad Wiessee vorgestellt.

„In den einzelnen Orten gibt es bereits Vorstöße mit verschiedenen Tempi“, erklärte Thomas Tomaschek, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbandes Tegernseer Tal und Mitglied im Gemeinderat Rottach-Egern. „Wir wollen nun, dass die Einzelkonzepte zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden.“ Damit das gelingt, ist bei allen fünf Verwaltungen beantragt worden, das Thema in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung für Stadt- oder Gemeinderat zu setzen. Dadurch sollen die Stadt Tegernsee sowie die Gemeinden Bad Wiessee, Gmund, Kreuth und Rottach-Egern zustimmen, sich daran zu beteiligen, ein talweit abgestimmtes Radverkehrskonzept zu erstellen.

Der Grund: „Der Radverkehr im Tegernseer Tal nimmt jedes Jahr bedeutend zu. Seit Jahren wächst auch stetig der Individualverkehr. Vermehrte Konflikte zwischen Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern sind die Folge.“ Alle fünf Talgemeinden haben zurecht erkannt, dass der Radverkehr neu strukturiert werden muss und gegebenenfalls mehr Platz benötigt. So bewerben sich die Kommunen Bad Wiessee, Gmund, Rottach-Egern und Tegernsee um das Prädikat „Fahrradfreundliche Kommune“. Die Gemeinde Kreuth hat ein ganzheitliches Verkehrskonzept erarbeitet, das nun ausgewertet und diskutiert werden muss, wie Gemeinderat Christian Weber erklärte. Sogenannte Erstbefahrungen mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK), die das Prädikat verleiht, sind teilweise bereits erfolgt beziehungsweise noch geplant. Dabei wird eine Bestandsaufnahme durchgeführt, um Defizite zu erkennen und Verbesserungen vorzuschlagen.

Auch die SPD im Tegernseer Tal hat jüngst zwölf Eckpunkte für ein Radkonzept vorgestellt. Auf der von den SPD-Ortsvereinen organisierten Radtour „Mit links um den Tegernsee“ haben sich zuvor knapp 20 Radler selbst ein Bild darüber gemacht, wie fit das Tal für die steigende Zahl an Radfahrern ist. „Es wurde großes Optimierungspotenzial ausgemacht“, erklärte Thomas Mandl, Vorstand der SPD-Tegernsee.

„Die Aktivitäten der einzelnen Kommunen sollten in einem talweiten Konzept gebündelt und verknüpft werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen und Synergien zu schaffen“, erklärte Thomas Tomaschek. „Die gemeindlichen Radwegenetze sollen an den Gemeindegrenzen ineinander übergehen, sich sinnvoll ergänzen und sind als Einheit zu betrachten.“ Im Ergebnis würde der Radverkehr im Tegernseer Tal wesentlich attraktiver und sicherer gestaltet. Auch in puncto Klimaschutz und umweltfreundliche Mobilität stelle das Konzept einen wesentlichen Baustein dar. Daher gelte es, effektive Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um den Radverkehr im Tegernseer Tal zu stärken und als echte Alternative zum Auto zu fördern.

Ziel sei es, dass das talweite Konzept von einem Planungsbüro erstellt wird. So könnten inhaltliche, aber auch finanzielle Synergien entstehen, erläuterte Gemeinderätin Laura Wagner aus Gmund. Der Antrag auf ein einheitliches Radverkehrskonzept wird nun in den kommenden Wochen in einheitlicher Form in allen fünf Talgemeinden gestellt. Dann haben es die Stadt- beziehungsweise Gemeinderäte in Tegernsee, Bad Wiessee, Gmund, Kreuth und Rottach-Egern in der Hand, wohin die Reise mit dem Rad künftig gehen soll. ksl

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