Diskussion über Wilhelminastraße

Große Schäden und Schimmel: Haus Rheinland in Bad Wiessee wird abgerissen

Das marode Haus Rheinland in Bad Wiessee steht jetzt leer. Der Gemeinderat hat den Abriss beschlossen.
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Das marode Haus Rheinland in Bad Wiessee steht jetzt leer. Der Gemeinderat hat den Abriss beschlossen.

Bad Wiessee – Große Schäden und Schimmel sorgen dafür, dass Haus Rheinland abgerissen wird. Und auch an der Wilhelminastraße muss sich etwas tun.

„Die Schäden sind so hoch“, sagte Bad Wiessees Bürgermeister Peter Höß. „Da hat eine Sanierung keinen Sinn.“ Er schlug dem Gemeinderat deshalb vor, das Haus Rheinland abreißen zu lassen. Gegen zwei Stimmen hat das Gremium dies am Ende auch beschlossen.

Bis vergangenen Dezember haben junge Geflüchtete in dem markanten Gebäude an der Ortsdurchfahrt gelebt. Die Gemeinde hätte es gerne länger zur Verfügung gestellt, aber die jungen Bewohner, die laut Höß allesamt Ausbildungsstellen hatten, mussten ausziehen. „Es war nicht mehr vertretbar“, sagte der Rathauschef. Das Haus weist große Schäden auf und ist von Schimmel befallen. Nun ist es entmietet, wie Höß erklärte.

Gegen einen Abriss sprach sich Rolf Neresheimer (ranBW) aus. Es werde eine weitere Brache entstehen. Den jetzigen Zustand findet Neresheimer schöner als einen weiteren Schuttplatz und sieht deshalb keinen Handlungsbedarf. Dass es allerdings nicht nur um die Optik geht, machte Rathaus-Mitarbeiterin Sissi Mereis klar. Es seien bereits Unbekannte in das Gebäude eingedrungen und es bestehe die Gefahr, dass Schindluder getrieben werde. Zündeln, demolieren, Partys feiern – dem möchte die Gemeinde entgegen wirken. „Das schaut nicht lange so aus“, fürchtet auch Thomas Holzapfel vom Bauamt, dass schnell Fensterscheiben und Türen eingeschlagen werden könnten. Er schlug vor, die Fläche nach dem Abriss für ein schöneres Bild zu begrünen, etwa mit Magerrasen.

„Wir haben auch eine Verkehrssicherheitspflicht“, stellte Bernd Kuntze-Fechner klar. Gegen die Stimmen der ranBW-Vertreter Neresheimer und Armin Thim beschloss das Gremium dann auch den Abriss von Haus Rheinland.

Baustellen: Wilhelminastraße muss hinten anstehen

Auch an anderer Stelle muss sich in Bad Wiessee etwas tun: Es ist kein besonders schönes Bild, das die Wilhelminastraße in Bad Wiessee derzeit abgibt. Doch eine Neugestaltung wird es so schnell nicht geben. Die würde Städteplaner Eberhard von Angerer zwar gerne rasch angehen und sich im Fördertopf bedienen. Doch der Gemeinderat bremst. Bei seiner jüngsten Zusammenkunft hat das Gremium mehrheitlich beschlossen, mit dem Ausbau zu warten, bis die großen Bauprojekte ringsherum fertig sind.

Ein Unsicherheitsfaktor dabei ist das Schweizer Unternehmen SME, das den Bau seines Luxushotels mit ambulantem Operationszentrum stoppte. Florian Sareiter (CSU) forderte deshalb eine klare Aussage des Investors, wie es weitergehen soll. Städteplaner von Angerer schätzt, dass es spät in diesem Jahr weitergehen könnte – frühestens.

Wartet die Gemeinde darauf, wird es mit einer neuen Wilhelminastraße frühestens in vier Jahren was. Da aber die Eröffnung des Jod-Schwefelsbads kurz bevorstehe, hätte er vor dem neuen Schmuckstück der Gemeinde gerne verschönert. Bisher wurde nur der Gehweg angehoben und gepflastert. „Das ist kein attraktives Entrée“, urteilte von Angerer und schlug den sofortigen Straßenausbau vor. Fördermittel winken. Obwohl Fachleute bestätigten, dass eine neue Straße den späteren Baustellenverkehr gut überstehen würde, überzeugte das die meisten Räte nicht.

Kurt Sareiter (CSU) wollte keinen Schnellschuss, Robert Huber (SPD) findet den jetzigen Zustand verhältnismäßig gut. Auch Markus Trinkl (WB) würde es jetzt nicht machen. Trotz der Förderung würde der Ausbau die Gemeinde 600.000 bis 700.000 Euro kosten, rechnete Florian Sareiter vor. Das Geld wäre nicht rausgeschmissen, erklärte Bürgermeister Peter Höß. „Der Ausbau der Straße kommt ja eh.“ Eine Mehrheit konnte er damit nicht überzeugen. ft

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