Nicht sanierungsfähig

Bürger sollen über neuen Badepark in Bad Wiessee entscheiden

Der 50 Jahre alte Badepark ist marode und ein Zuschussbetrieb für die Gemeinde. Über den vom Gemeinderat angestrebten Neubau sollen die Bürger entschieden.
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Der 50 Jahre alte Badepark ist marode und ein Zuschussbetrieb für die Gemeinde. Über den vom Gemeinderat angestrebten Neubau sollen die Bürger entschieden.

Bad Wiessee – Nun entscheiden die Wiesseer: Kommt ein neuer Badepark oder nicht? Per Bürgerentscheid wird darüber abgestimmt.

Maximal 100 Leute durften wegen der Corona-Abstandsregeln an der Infoveranstaltung zum neuen Badepark im Gasthof zur Post in Bad Wiessee teilnehmen. Auf der Bühne waren Vertreter aller Fraktionen des Gemeinderats, der wie sein Vorgängergremium einstimmig hinter einem Neubau steht. Der Gemeinderat hatte im Januar beschlossen, den als nicht mehr sanierungsfähig geltenden und momentan geschlossenen Badepark abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Das neue Gremium möchte nun bei dieser wichtigen Entscheidung die Bad Wiesseer an seiner Seite wissen und initiiert daher ein Ratsbegehren.

Die interessierten Besucher, unter denen auch Vertreter der Wasserwacht waren, begrüßte Bürgermeister Robert Kühn in dem Wissen, den Gemeinderat hinter sich zu haben: „Der Neubau des Badeparks ist ein mutiger Schritt und eine wichtige Entscheidung, die wir nicht ohne Sie treffen wollen.“ Als ähnlich mutig und richtungsweisend bezeichnete der Rathauschef den Bau des Badeparks vor 50 Jahren. Dessen Zeit sei aber nun nach einhelliger Expertenmeinung abgelaufen.

Projektentwickler Helmut Karg zeigte auf, warum eine Sanierung und Modernisierung des „in flach begründeter Bauweise auf pudding­artigem Untergrund“ stehenden Badeparks nicht möglich sei. Außerdem, erklärte Karg weiter, sei die marode Technik inzwischen so störanfällig, dass im Betrieb täglich mit einem Totalausfall und höchstens noch mit einer Laufzeit von zwei Jahren gerechnet werden könne.

Das neue Bad, das Karg skizzierte, bliebe kapazitätstechnisch mit 485 Spinden gleich groß. Die Baukosten sollen maximal 30 Millionen Euro betragen, wobei mit Fördermitteln in Höhe von rund 28 Prozent zu rechnen sei. Somit müsste die Gemeinde gute 21 Millionen Euro in die Hand nehmen. In den Jahren 2022/2023 könnte nach Kargs Einschätzung nach einer intensiven und sportlichen Planungsphase mit dem Bau begonnen werden. Die Eröffnung könnte zum Jahreswechsel 2023/2024 erfolgen.

Sollten die Bürger hinter dem Neubau stehen, empfahl Karg, den Badepark bis zum Baustart nicht mehr zu öffnen. Das würde nach seinen Berechnungen der Gemeinde rund 1,5 bis 2 Millionen Euro einsparen. Mit der Planung des Neubaus sei es, wie Karg erklärte, dann auch notwendig, das Parkplatzproblem anzugehen und abzuklopfen, inwieweit sich die anderen Talgemeinden an den Kosten beteiligen würden.

Jetzt sind aber zuerst die Bürger am Zug. Am 27. September sollen sie in einem Ratsbegehren über die Frage „Möchten Sie, dass der Badepark abgerissen wird und auf demselben Grundstück schnellstmöglich der Neubau eines Bades entsteht, welches mindestens die momentan vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten beinhaltet?“ mit Ja oder Nein abstimmen.

Mit der Infoveranstaltung hat die Gemeinde den Auftakt zu einer Informationskampagne gestartet, die mit Bürgerdialogen und Beiträgen im Bürgerboten fortgesetzt wird. Zum Schluss appellierte Kühn im Namen des Gemeinderats: „Wir wollen Sie mitnehmen und einen transparenten Prozess starten. Deshalb löchern Sie uns gerne mit Ihren Fragen, damit wir gemeinsam etwas Wunderbares für unseren Ort entstehen lassen können.“ hac

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