Tradition in Bad Wiessee neu belebt

Kleine Feier statt große Einweihung: So wurde das Jod-Schwefelbad eröffnet

Eröffnung des Jod-Schwefelbads im kleinen Kreis: Geschäftsführerin Renate Zinser (r.) begrüßte unter anderem (v.r.) Bürgermeister Robert Kühn, seinen Vorgänger Peter Höß und Landrat Olaf von Löwis in Bad Wiessee.
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Eröffnung des Jod-Schwefelbads im kleinen Kreis: Geschäftsführerin Renate Zinser (r.) begrüßte unter anderem (v.r.) Bürgermeister Robert Kühn, seinen Vorgänger Peter Höß und Landrat Olaf von Löwis in Bad Wiessee.

Bad Wiessee – Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist das Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee nun mit einer kleinen Feier statt wie geplant einer großen Einweihung eröffnet worden.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist es geschafft: Das Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee ist eröffnet. Nicht wie geplant mit einer großen Einweihung – dafür aber mit einer kleinen Feier und 20 geladenen Gästen.

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Neben Bürgermeister Robert Kühn und seinem Vorgänger Peter Höß ist auch der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis bei der kleinen Feierstunde in der Anlage dabei gewesen. Ende 2011 hat die Gemeinde das rund 10.000 Quadratmeter große Areal für 12 Millionen Euro gekauft – und damit zunächst einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Das nach Plänen des Stararchitekten Matteo Thun entstandene Gebäude besticht durch klare Eleganz. Seit 2013 hat der Architekt ein neues Konzept für das Kurviertel entwickelt. Schließlich folgte 2015 der Entschluss der Gemeinde, das neue Bad selbst zu bauen. Ein finanzielles Wagnis, das Mut erforderte, sich nun aber auszahlen soll, denn das Wasser aus Bad Wiessee ist etwas Besonderes.

Aus einer Tiefe von 700 Metern wird das 300.000 Jahre alte Heilwasser seit 1930 aus der Wilhelmina- und seit 1978 aus der Adrianus-Quelle gewonnen und weist eine einzigartige Zusammensetzung auf. Bereits am 27. Mai 1909 ist im Rahmen von Ölbohrungen eine Quelle entdeckt worden. Dank dem Wiesseer Arzt Erwin von Dessauer hat sich diese rasch als Deutschlands stärkste Jod-Schwefelquelle gezeigt, deren Wasser für balneologische Zwecke – also die Bäderheilkunde – bestens geeignet ist. Bereits ein Jahr später, am 22. Juli 1910, sind die ersten Original Wiesseer Heilbäder verabreicht worden.

Nach etwa zwei Jahren Bauzeit, unzähligen Stunden der Planung, 1.740 Holzlamellen und 18 Kilometern Kabel können daran nun wieder alle partizipieren. Die altehrwürdige Kurtradition mit Wannenbädern ist auch in der neuen Architektur präsent. Dafür wurden die Becken aus dem ehemaligen Badehaus wieder auf Vordermann gebracht. Wer nicht gerne in der Wanne liegt oder sich mit dem Einsteigen schwer tut, kann ein Sprühbad nutzen – im Jahr 1958 in Bad Wiessee als Novum entwickelt. ksl

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