Kommunalwahl 2020

Knatsch um Wahlwerbung des Kommandanten der Wiesseer Feuerwehr

Sirene der Feuerwehr
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Bad Wiessee – Darf der Kommandant der Feuerwehr einen Kandidaten zur Wahl empfehlen? Diese Frage hat nun ein offener Brief in Bad Wiessee aufgeworfen.

Der Kommandant der Bad Wiesseer Feuerwehr sitzt künftig auch im Gemeinderat. Korbinian Herzinger stand auf der CSU-Liste und holte dort die viertmeisten Stimmen. Im Vorfeld der Stichwahl ist der zudem im Wahlkampf aufgetreten – und zwar auf einem Flyer von CSU-Bürgermeisterkandidat Florian Sareiter unter anderem neben Landtagspräsidentin Ilse Aigner und dem Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan. Eine Reihe SPD- und WB-Gemeinderäte kritisieren Herzinger dafür scharf. Er habe sich in seiner Position neutral zu verhalten. „Nichtige Probleme“, findet Sareiter, der am Sonntag (29. März) in der Stichwahl gegen Robert Kühn (SPD) angetreten ist.

Herzinger würdigt Sareiter auf dem Handzettel als kompetenten Ansprechpartner, authentisch und bürgernah. Davon sind acht Räte der Freien Wählergemeinschaft Wiesseer Block und der SPD gar nicht begeistert. Sie loben in einem offenen Brief die Freiwillige Feuerwehr, stellen die Verantwortung des Kommandanten für den gesamten Ort heraus und seine Aufgaben als Ansprechpartner für jeden, egal welcher politischer Richtung.

Sie schreiben: „Es ist Dein Recht, als Gemeinderat zu kandidieren und dies auf der Liste einer Partei zu tun. Es geht aber überhaupt nicht, dass Du Dich offiziell und noch dazu in einem Werbeprospekt einer Partei als Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wiessee für die Wahl dieses Kandidaten aussprichst.“ Als vom Gemeinderat bestätigter Kommandant habe Herzinger „eine Neutralitätsverpflichtung und kannst nicht mit diesem Amt für einen Bürgermeisterkandidaten werben“, finden die Unterzeichner des Briefs.

„Es lässt tief blicken, um welch nichtigen Probleme die hauptsächlich scheidenden Gemeinderäte als Unterzeichner (nur Bernd Kuntze-Fechner und Klaudia Martini sind weiter im Gremium, Anm. d. Red.) des offenen Briefes in diesen schweren Tagen Ihre Gedanken kreisen lassen“, kommentiert Sareiter den offenen Brief. Er würdigt seinerseits Herzinger als verdientes Mitglied unserer Gesellschaft, der als Parteiloser auf der CSU-Liste ein hervorragendes Ergebnis erreicht habe. Herzinger habe es „in Fairness geschafft, die Feuerwehr Bad Wiessee nach schwierigen Zeiten zu einen und neu zu motivieren“, was auch dem Bürgermeister bevorstehe, schreibt Sareiter.

Es dürfte nicht ganz einfach werden, wie auch dieser neue Streit vermuten lässt. Korbinian Herzinger hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. ft

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