Kommunalwahl 2020

SPD-Überraschung bei der Stichwahl in Bad Wiessee

Robert Kühn hat die Stichwahl in Bad Wiessee ganz knapp gewonnen und wird Nachfolger von Peter Höß.
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Robert Kühn hat die Stichwahl in Bad Wiessee ganz knapp gewonnen und wird Nachfolger von Peter Höß.

Bad Wiessee – Robert Kühn folgt auf Peter Höß: Der SPD-Kandidat hat sich in der Stichwahl um das Wiesseer Bürgermeisteramt durchgesetzt.

Robert Kühn hat in Bad Wiessee die große Überraschung perfekt gemacht: Und es war eine hauchdünne Entscheidung. Der 37-Jährige setzte sich in der Stichwahl ums Bürgermeisteramt mit 50,35 Prozent der Stimmen gegen Florian Sareiter durch. Der CSU-Kandidat hatte zwei Wochen zuvor noch mit großem Abstand (gut 43 Prozent bei drei Kandidaten) geführt – und am Ende das Nachsehen. Gerade einmal 19 Stimmen mehr erhielt SPD-Mann Kühn bei seinem Erfolg am Sonntag (29. März). Die Wahlbeteiligung lag bei 63,36 Prozent.

Kühn, der mit seinem Mann ein Schuhgeschäft betreibt und sich als Vorsitzender des Gewerbevereins Aktive Wiesseer engagiert, darf sicherlich als der Paradiesvogel unter den drei Bürgermeisterkandidaten bezeichnet werden, die sich um die Nachfolge von Peter Höß beworben hatten. Bei der Podiumsdiskussion der Tegernseer Zeitung etwa saß Kühn mit roten Socken und silbernen Schuhen auf dem Podium – und hat die Wiesseer überzeugt. Nachdem Grünen-Kandidat Johannes von Miller am ersten Wahltag aus dem Rennen fiel, entschieden sich die Grünen wie der Wiesseer Block, den SPD-Kandidaten Kühn zu unterstützen. Es klappte, die Bürger folgten seinem Slogan „Mut haben. Kühn wählen“.

„Die Bürgerschaft hat mir einen wahnsinnigen Vertrauensvorschuss gegeben“, bedankt sich der künftige Rathauschef und bekräftigt: „Ich bin bereit, das Beste für Bad Wiessee zu erreichen.“ Leicht wird er es nicht haben, schließlich stehen in dem Ort einige Großprojekte auf der Agenda, unter anderem das Strüngmann-Hotel. Und wie es mit dem Gesundheitshotel der SME-Group auf dem Jodbadareal weitergeht, ist auch nicht geklärt.

„Ich übernehme das Bürgermeisteramt in schwierigen Zeiten“, weiß Kühn. Diese Aussage trifft sicherlich auch auf das derzeitige Kommunalparlament zu, das sich immer wieder in heftigen Streitereien verzettelte. Es wird einiger Moderationskünste bedürfen, um für bessere Stimmung zu sorgen. Kühn geht die Sache optimistisch an: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Gemeinderat und bin mir sicher, dass alle Mitglieder ihr Wahlversprechen von Zusammenarbeit und Gemeinsamkeit einlösen werden.“

Erste Zeichen davon gab es bereits in den vergangenen Monaten, so etwa den fairen Wahlkampf, für den sich Kühn bei seinem Konkurrenten Florian Sareiter bedankt. Außerdem wird es am Ratstisch viele neue Gesichter geben. Darunter Rita Windfelder, die erste Nachrückerin für den gewählten Bürgermeisterkandidaten Kühn ist. ft

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