Kniffliger Start

Auf Umwegen zum Traumjob: Marianne Epp leitet nun die Grundschule Bad Wiessee

Marianne Epp ist neue Rektorin der Grundschule Bad Wiessee
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Marianne Epp heißt die neue Rektorin der Grundschule in Bad Wiessee.

Bad Wiessee – Marianne Epp leitet seit diesem Schuljahr die Grundschule in Bad Wiessee. Dabei hat sie einst bei der Bank gearbeitet.

Der Start ins neue Schuljahr ist auch ein Neustart für Marianne Epp. Sie ist die neue Schulleiterin der Grundschule Bad Wiessee. Die Region ist der neuen Rektorin nicht ganz fremd. Die gebürtige Tegernseerin ist in Valley aufgewachsen.

Zuerst sah ihr Lebensweg gar nicht danach aus, als würde sie nach ihrem Abschluss wieder in die Schule zurückkehren. Nach dem Realschulabschluss machte Epp eine Ausbildung zur Bankkauffrau in München und war dann 13 Jahre bei der Hypo-Vereinsbank tätig. „Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass mir ein sozialerer Beruf mehr liegen würde“, erinnert sie sich. Also holte sie an der BOS das Abitur nach und studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität Lehramt an Grundschulen, arbeitete aber parallel dazu weiter. „Die Zeit bei der Bank war eine gute Schule“, konstatiert sie rückblickend. Den Umgang mit Menschen, die Serviceorientierung und nicht zuletzt den Umgang mit Geld wolle sie als Kompetenzen nicht missen.

Während ihres zweijährigen Referendariats in Holzkirchen und Warngau wurde sie angesprochen, ob sie nicht eine Stelle als Aus- und Fortbildungsleiterin bei der Kreissparkasse übernehmen wolle. Epp entschied sich dafür: „Das war eine wunderbare Stelle, bei der ich bis zu 50 Azubis betreut habe.“ 2003 kehrte sie dann in den Lehrerberuf zurück: Elf Jahre lang unterrichtete sie in Großhelfendorf (Landkreis Aying), fünf Jahre dann in Gmund. 2019 übernahm sie kommissarisch die Schulleitung in Parsberg. 2020 wurde dann ihre Bewerbung für die Grundschule Bad Wiessee angenommen. „Ich habe großen Respekt vor der neuen Aufgabe“, sagt Epp. Sich in die neue Stelle an einer neuen Schule einzuarbeiten, fordere viel Energie, mache aber auch viel Freude. „Meine neuen Kollegen sind alle sehr offen und versiert, man kann sehr gut zusammenarbeiten“, betont die neue Rektorin. „Außerdem habe ich eine tolle Sekretärin und unser Hausmeister ist 20 Jahre hier, er kennt sich sehr gut aus.“

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Auch seitens der Gemeinde ist die Unterstützung groß, freut sich Epp. So habe dank Bürgermeister Robert Kühn die EDV-Abteilung einen dringend benötigten neuen Laptop innerhalb von zwei Tagen bekommen. Ebenso positiv gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat und dem Förderverein. Natürlich beginnt Epps Schulzeit in Bad Wiessee wegen Corona unter völlig anderen Vorzeichen. Dem Banknachbarn einen Stift auszuleihen, weil der ihn vergessen hat, ist jetzt nicht mehr erlaubt. Genauso dürfen die Erstklässler beim Lernen des Alphabets nicht mehr mit einem Stück Kreide die Buchstaben an der Tafel nach­spuren. „Da müsste dann jeder sein eigenes Stück Kreide mitbringen“, sagt Epp. Es gebe vieles zu bedenken, aber gravierende Probleme sieht die Schulleiterin nicht, da es klare Regeln und Vorgaben gibt.

Seit Beginn ihrer neuen Tätigkeit hat sie schon einige Vorzüge ihrer neuen Wirkungsstätte gesehen. „Ein Pluspunkt ist die Größe des Schulhauses und der Klassenzimmer“, findet sie. Auch zum Thema Digitalisierung kann die neue Chefin auf einen positiven Stand blicken: Jedes Klassenzimmer ist mit einem Beamer und einer Dokumentenkamera ausgestattet. Im Sommer wurden zwei neue Smartboards mit Touchscreen installiert.

Einen Schwerpunkt will sie als Schulleiterin auf das Thema Konfliktlösung unter Schülern legen: „Die Kinder sollen lernen, miteinander zu reden, um einen Konflikt zu beseitigen, statt bei Streit gleich zum Lehrer zu laufen, der eingreifen soll.“ Ein sinnvolles Training für später, wenn kein Lehrer mehr die Schwierigkeiten mit einem Gegenüber beizulegen hilft. Die Lehrkraft solle mehr als Mediator fungieren. Dazu sind bereits schulinterne Fortbildungen geplant. ger

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