Radler willkommen

So will Bad Wiessee fahrradfreundlicher werden

Fahrradfahren soll in Bad Wiessee attraktiver werden. Die Seepromenade bleibt allerdings weiterhin tabu.
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Fahrradfahren soll in Bad Wiessee attraktiver werden. Die Seepromenade bleibt allerdings weiterhin tabu.

Bad Wiessee – Bad Wiessee will eine fahrradfreundliche Kommune sein. Einige Stellen bleiben jedoch tabu.

Einstimmig hat der Bad Wiesseer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dem Fahrradverkehr mehr Beachtung zu schenken. Dazu möchte die Gemeinde Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) werden. Um die nötigen Auflagen zu erfüllen, hat das Gremium ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, bei dem auch die Bürger beteiligt werden sollen.

Auf Empfehlung des neuen Ausschusses für Energie, Klimaschutz und Mobilität hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen damit zu beauftragen, ein Radverkehrskonzept zu erstellen. Auch, dass es die teurere Variante mit Beteiligung der Öffentlichkeit sein soll, war unstrittig. Kosten lässt sich das die Gemeinde rund 37.300 Euro.

Rolf Neresheimer (Bürgerliste) regte vor der Abstimmung an, ob nicht Synergieeffekte im Tal möglich sind: „Wir sollten keine Insellösung schaffen.“ Auch Florian Sareiter (CSU) ist die talübergreifende Betrachtung und Zusammenarbeit wichtig. Allerdings ist das seiner Einschätzung nach momentan noch schwierig: „Gmund ist als Beispiel viel weiter als wir. Wichtig ist, dass wir uns irgendwann treffen und wir jetzt daran gehen, Gefahrenstellen zu entschärfen. Daher können wir dem Vorschlag auch zustimmen.“ Wie Bernd Kuntze-Fechner (SPD) meinte, habe Wiessee nicht nur eine lange Radfahrtradition, sondern durchaus Potenzial, diese noch zu verbessern: „Wir sehen mit der Erstellung des Konzepts einen sinnvollen Schritt, in Sachen Radverkehr vom Fleck zu kommen.“

Wie Bürgermeister Robert Kühn sagte, habe er kürzlich bei der Bürgermeisterdienstbesprechung erfahren, dass nicht nur Gmund und Kreuth ebenfalls mit dem Büro Kaulen die Mitgliedschaft in der AGFK anstreben, sondern auch Tegernsee und Rottach-Egern. Allerdings stellte Kühn fest: „Um Mitglied zu werden, muss zuerst jede Gemeinde ihr eigenes Konzept erstellen.“ Fraktionsübergreifend stand für die Bad Wiesseer Räte außer Frage, bei dem Konzept die Bürger mit einzubeziehen. Eventuell könnte das auch in einer Online-Befragung geschehen, wie dies kürzlich Holzkirchen mit seinem Sportkonzept gemacht hat.

Tabu bleiben wird für die Radler aber die Seepromenade. Wie Kurt Sareiter (CSU) feststellte, war die Entscheidung richtig, im Herbst 2019 entsprechende Verbotsschilder für die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern aufzustellen. „Damit nicht wieder wild herumgefahren wird, sind aber Kontrollen das A und O, die fehlen mir allerdings“, sagte Sareiter und bat Kühn da tätig zu werden. Tatsächlich, sagte Bürgermeister Kühn, habe er das bereits bei der Polizei angesprochen. Geplant sei dazu unter anderem ein Aktionswochenende an der Seepromenade. Beibehalten möchte es Kühn, mit positiven Zeichen zu arbeiten und guter Ausschilderung der Radwege an die Vernunft der Radfahrer zu appellieren. hac

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