Freie Fahrt

Bad Wiessee gelingt mit RVO-Seniorenkarte großer Wurf

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Mit dem RVO-Bus kostenlos von Bad Wiessee über Bad Tölz in Richtung Lenggries, Kochel oder Garmisch-Partenkirchen? Für die Wiesseer Senioren ab 65 Jahren ist das ab nächstem Jahr mit der neuen Seniorenkarte möglich.

Bad Wiessee - Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Seniorenkarte derzeit noch im Tegernseer Tal. Im nächsten Jahr soll es losgehen.

Für sein Verhandlungsgeschick bekam Bad Wiessees Geschäftsleiter Hilmar Danzinger Applaus vom gesamten Gremium. Aus gutem Grund, denn ab 2020 fahren alle Wiesseer über 65 Jahre im Tarifnetz Oberland des RVO-Netzes kostenlos. Der Auftrag, die Verhandlungen mit der RVO aufzunehmen, ging auf einen Beschluss des Gemeinderats im Juni zurück.

Mit der Seniorenkarte verfügt Bad Wiessee über ein Alleinstellungsmerkmal im Tegernseer Tal. Inwieweit die anderen Talgemeinden auf diesen Zug aufspringen wollen und können, ist derzeit noch offen. Das soll aber Thema bei der nächsten gemeinsamen Besprechung der fünf Rathaus­chefs werden.

Anträge für die Seniorenkarte können in Kürze im Rathaus gestellt werden. Die Ausgabe der elektronisch einzulesenden Chipkarten aus Kunststoff wird dann ab Spätherbst erfolgen.

Die Idee, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu stärken und damit den Individualverkehr zu reduzieren, kursiert landesweit in nahezu jeder politischen Diskussion. Bad Wiessee hat jetzt nicht nur geredet, sondern auch gehandelt: Das heißt, dass ab nächstem Jahr Wiesseer über 65 Jahren mit Erstwohnsitz in der Gemeinde die RVO-Busse im Tarifnetz Oberland kostenlos nutzen können.

„Das Tarifgebiet erstreckt sich bis nach Garmisch. Ausgenommen ist lediglich die Linie 9551 von und nach München, weil hier ein Konkurrenzkonflikt mit der BOB besteht“, erklärte Danzinger. Die Seniorenkarte wird ähnlich der Gäste-Card funktionieren, mit der Urlauber mit dem ÖPNV bereits kostenlos fahren.

Allerdings erfolgt bei der Seniorenkarte die Abrechnung nach Einzelfahrten. Kosten wird das die Gemeinde pro Jahr 40.000 Euro, alles war darüber hinaus geht, übernimmt die RVO. Zur Kostenkontrolle bekommt die Gemeinde eine Quartalsabrechnung. Die technische Umsetzung, Beschaffung und Gestaltung der Chipkarte wird die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) übernehmen.

Voraussichtlich im November 2020 soll der Gemeinderat über die Nutzungszahlen unterrichtet werden und entscheiden, ob und in welcher Form das Angebot beibehalten oder ergänzt werden soll. Auf eine Ausweitung des Angebots auf Schüler wurde verzichtet, weil hier inzwischen das Landratsamt erfolgreich tätig wurde.

Über alle Fraktionen hinweg wurde die Seniorenkarte als Meilenstein gelobt. Klaudia Martini (SPD) nannte die Verhandlungen eine „hervorragende Leistung“ und den Beschluss dazu „weitsichtig und klug“. Ähnlich euphorisch äußerte sich Gemeinderat und CSU-Bürgermeisterkandidat Florian Sareiter: „Das ist ein schöner Tag für uns.“ Als „Banker“ gratulierte er Danzinger außerdem dazu, die Kosten von den ursprünglich im Raum stehenden 70.000 Euro auf 40.000 Euro heruntergehandelt zu haben. Wiessees Senioren forderte er auf, das Angebot jetzt auch ausgiebig zu nutzen, damit es auch über das Jahr 2020 hinaus aufrechterhalten werden kann. hac

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