Sanierung vom Tisch

Bad Wiessee baut neuen Badepark für 30 Millionen Euro

Die Tage des alten Badeparks sind gezählt. Einstimmig hat der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst, für rund 30 Millionen Euro ein neues multifunktionales Hallenbad zu bauen.
+
Die Tage des alten Badeparks sind gezählt. Einstimmig hat der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst, für rund 30 Millionen Euro ein neues multifunktionales Hallenbad zu bauen.

Bad Wiessee – Statt zu sanieren baut Bad Wiessee nun einen neuen Badepark. Damit steht das nächste Großprojekt in der Gemeinde an.

Noch rechtzeitig vor der Kommunalwahl hat sich der Gemeinderat Bad Wiessee in nichtöffentlicher Sitzung mit 15:0 Stimmen für den Bau eines neuen, multifunktionalen Hallenbades mit den Schwerpunkten Sauna, Wellness und Gastronomie ausgesprochen. Dem Beschluss gingen jahrelange Beratungen voraus. Damit steht in Bad Wiessee die nächste große Investition für die Zukunft an. Dass dies finanziell zu stemmen ist, liegt laut Mitteilung der Gemeinde daran, dass in der Vergangenheit zahlreiche mutige Entscheidungen getroffen wurden und der Zeitpunkt keinesfalls zu früh ist.

Irgendwie war es schon länger klar, dass eine Sanierung des Badeparks unrentabel ist. Nach gründlicher Abwägung der Szenarien, Schließung des Badeparks wegen eines über kurz oder lang kommenden Schadens oder Abriss und Neubau folgte der Gemeinderat schließlich den Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Badepark“ und der von Helmut Karg geleiteten Beraterfirma HKH Management, in einen Neubau zu investieren. Dem voraus ging, wie es hieß, eine intensive Diskussion.

Wohl wissend, dass dies in keinem Fall finanzierbar sein würde, hat die AG „Badepark“ trotzdem die Kosten für eine Luxusvariante eruieren lassen, um diese im Anschluss wieder auf ein zu finanzierendes Maß zurückzuführen. Gekostet hätte die Maximalplanung inklusive Abriss bis zu 46,5 Millionen Euro. Schließlich einigte sich das Gremium auf eine Variante für rund 30 Millionen Euro mit den Schwerpunkten Sauna, Wellness und Gastronomie.

Die Rede ist von einem multifunktionalen Hallenbad. Zwar hätte ein ebenfalls vorgestelltes, reines Sportbad die Baukostensumme deutlich nach unten gedrückt, aber wie Karg auf Nachfrage erklärte, würden dann auch die zu erwartenden Erträge deutlich geringer ausfallen. Um den neuen Badepark wirtschaftlich betreiben zu können, setzt Bad Wiessee daher auch künftig auf die schon im alten Badepark bewährten Komponenten.

Offen ist noch, inwieweit sich die Nachbargemeinden an dem Neubau beteiligen. Allerdings hatten sich die Tal-Bürgermeister, wie in der Mitteilung zu lesen ist, bereits in der Vergangenheit einer Sanierung gegenüber zurückhaltend gezeigt und eher einen Neubau in Erwägung gezogen. Seitens der Verwaltung wird nun geprüft, inwieweit Fördergelder abgerufen werden können.

Als drittes gilt es die Parkplatzproblematik zu lösen. Laut Beschlusstext fehlen momentan mehrere Dutzend Parkplätze, die aber für den Erfolg des Gesamtprojektes wesentlich sind. Leichter macht es da auch nicht, dass nach den vorgestellten Plänen die Parkfläche im Norden des jetzigen Badeparks wegfallen wird. Um einen wirtschaftlichen Betrieb gewährleisten zu können, wird es nach Angaben der Planer notwendig, auch diese Fläche für die Bebauung vorzusehen. Hier wurde im Text der Mitteilung außerdem angemerkt, „dass es aus diesem Grund eine wegweisende Entscheidung des Gremiums war, das geplante Heizkraftwerk auf dieser Fläche wieder zu verwerfen“. hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Personal und Material werden knapp
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Personal und Material werden knapp
Großes Höhensteiner Verwandtentreffen mit rund 100 Teilnehmern / Anreisen sogar aus den USA
Großes Höhensteiner Verwandtentreffen mit rund 100 Teilnehmern / Anreisen sogar aus den USA

Kommentare