Jahreshauptversammlung der DAV-Sektion

Wie es mit der Sanierung der Tegernseer Hütte weitergeht

Neu im Tegernseer DAV-Vorstand: Alfred Müller (2.v.r.) wurde zum Wegereferenten gewählt, Bernhard Mayer (l.) zum zweiten Rechnungsprüfer. Vorstand Rainer Toepel (2.v.l.) und Stellvertreter Otto Parzhuber (r.) gratulierten.
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Neu im Tegernseer DAV-Vorstand: Alfred Müller (2.v.r.) wurde zum Wegereferenten gewählt, Bernhard Mayer (l.) zum zweiten Rechnungsprüfer. Vorstand Rainer Toepel (2.v.l.) und Stellvertreter Otto Parzhuber (r.) gratulierten.

Bad Wiessee – Eine schwierige Aufgabe steht der DAV-Sektion Tegernsee im Jahr 2020 bevor. 314.000 Euro sind für den Umbau der Tegernseer Hütte in exponierter Lage nötig.

Volle drei Stunden dauerte der Bericht von Vorstand Rainer Toepel nach seinem ersten Jahr im Amt. Nach dem unerwarteten Rücktritt seiner Vorgängerin wurde er voll ins kalte Wasser geworfen. Christine Miller musste den Vorsitz im Februar 2019 aus persönlichen Gründen niederlegen. Der 58-jährige Miesbacher trat bereitwillig an die Spitze der DAV-Sektion Tegernsee, obwohl ihm die enorme Verantwortung und Arbeitslast bewusst waren.

Bis 2017 kümmerte Toepel sich ehrenamtlich um die Mitgliederverwaltung bis zur Übergabe an die Geschäftsstelle, seit Anfang 2018 gehörte er zum Hüttensanierungsteam für anstehende Maßnahmen bis 2021. Diese Erfahrungen kann der Miesbacher nun einsetzen, um die dringend anstehenden Baumaßnahmen an der Tegernseer Hütte im Team zu bewältigen.

Als das Landrats­amt im vergangenen Jahr kurzfristig untersagte, den Dachboden weiter als Bettenlager zu nutzen, war das ein großer Schock für die Sektion. Der Grund für das Verbot: Der Brandschutz ist nicht ausreichend. „Nun ist Zusammenhalt gefragt, denn wir brauchen noch heute eine Entscheidung, damit es auf der Tegernseer Hütte schnellstens weitergeht“, appellierte der Vorsitzende an die 58 stimmberechtigten Mitglieder, die jüngst zur Jahreshauptversammlung im großen Wiesseer Postsaal erschienen waren.

Die Tegernseer Hütte steht in 1.650 Metern Höhe auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein und ist daher nur schwer erreichbar.

Ziel ist es, die Hütte bis Anfang August so umzubauen, dass dort oben in 1.650 Metern Höhe wieder übernachtet werden kann. Das Problem: Die exponierte Lage der Tegernseer Hütte auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein macht deren Umbau kompliziert. Der DAV braucht etwa 314.000 Euro für die Sanierung.

Nachdem Schatzmeister Michael Spoerl aus Gmund die Situation detailliert geschildert hatte, stimmten die anwesenden Mitglieder dem vorläufigen Finanzierungsplan über 314.000 Euro zu. Klar ist bereits jetzt, dass die schwierige Aufgabe ohne Fördermittel und Spenden nicht zu bewältigen sein wird.

Neue Gesichter: DAV-Sektion Tegernsee besetzt zwei Posten um

Die DAV-Sektion Tegernsee zählt aktuell 3.337 Mitglieder, davon 731 Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre. Einstimmig wurden bei der Versammlung jüngst die Jahresbeiträge ab 2021 für A-Mitglieder auf 65 Euro angepasst, für B-Mitglieder auf 35 Euro und für D-Mitglieder auf 30 Euro.

Anschließend wurden noch einige Stellen im Vorstand neu besetzt. Kassenprüfer Alfred Riedl hatte bereits im vergangenen Jahr seinen Rücktritt angekündigt. Für ihn übernimmt der 66-jährige Bernhard Mayer aus Tegernsee. Mit 345 ehrenamtlichen Stunden hat sich Wegereferent Andreas Stecher aus Kreuth 2019 für die Sektion ins Zeug gelegt und dafür seinen Jahresurlaub geopfert. Nun wollte er das Amt in andere Hände geben. Nachdem sich im Vorfeld kein Mitglied als Nachfolger gefunden hatte und im Vorstand schon über einzelne Wegepaten nachgedacht wurde, meldete sich aus der Versammlungsrunde Alfred Müller aus Holzkirchen. „Man kann nicht ständig schimpfen, sondern muss selber was tun“, sagte der 61-Jährige. Die Mitglieder honorierten das mit donnerndem Applaus und wählten ihn einstimmig.

„Ich habe jetzt als Vorstand ein Jahr Sektionsarbeit auf dem Buckel“, konstatierte Rainer Toepel zu Beginn des Abends und lieferte Details zu laufenden Abläufen und Arbeitsfeldern. Erfolgreich war unter anderem der Besuch von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Umweltminister Thorsten Glauber auf der Tegernseer Hütte, um Ideen für das Bergsteigerdorf Kreuth samt naturnahem Tourismus zu sammeln. Bewährt habe sich zudem die DAV-Geschäftsstelle in Tegernsee mit Carolin Machl an der Spitze, die von Christiane Kaiser und Franziska Höß unterstützt wird.

Ausbildungsreferent Markus Höß aus Rottach-Egern berichtete von 18 gültig lizenzierten Trainern und Übungsleitern, davon zwölf als aktuelle Tourenleiter. Vier sind in Ausbildung, weitere sieben werden 2020 hinzukommen. Auf die neue Webseite der Sektion samt Navigation (dav-tegernsee.de) verwies Tourenreferent Dirk Wilhelm. Jugendreferentin Franzi Stopp berichtete über 23 Erwachsene mit 18 Kleinkindern, die sich regelmäßig im neuen Klettertreff in der Turnhalle des Tegernseer Gymnasiums treffen. „Natürlich auf Tour“ hieß das Thema von Naturschutzreferent Jörn Hartwig aus Kreuth, der seinen Bericht von 2019 ergänzte und auch Neues über die hiesigen Reviere der Steinadler zu erzählen wusste. Hüttenreferent Sepp Wackersberger aus Rottach-Egern berichtete unter anderem über die zeitaufwendige Seilbahnreparatur, die für den Betrieb der Tegernseer Hütte unabdingbar ist. iv

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