Neue Pläne – neue Sprache

Bad Wiessee segnet geändertes Konzept für Strüngmann-Hotel ab

Lederer-/Spielbankareal in Bad Wiessee
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Nach dem Winterschlaf soll es weitergehen: Die Hotelpläne für das frühere Lederer-/Spielbankareal in Bad Wiessee haben sich wegen Corona nochmals geändert.

Bad Wiessee – Der Plan für das neue Strüngmann-Hotel in Bad Wiessee war eigentlich klar. Doch die Corona-Pandemie hat nun alles durcheinander gebracht.

Die Pläne für ein neues Hotel der Strüngmann-Firma Athos in Bad Wiessee schienen nach langjähriger Planung und dem Ringen um eine für alle Seiten passende Lösung endlich unter Dach und Fach. Im vierten Quartal 2020 war der erste Spatenstich geplant. Doch dann kam die Corona-Pandemie mit ihren Folgen, die sich nun auch auf das Großprojekt am westlichen Ufer des Tegernsees auswirken.

Vor Corona habe man mit vielen großen Hotelkonzernen gesprochen, die Interesse bekundet hätten, sagte Thomas Maier, Geschäftsführer von Athos, jüngst im Bad Wiesseer Gemeinderat. Im „Manager-Magazin“ sei gar von einem Krieg der Sterne die Rede gewesen. Doch nun höre man von keinem der Interessenten noch etwas. „Den einen oder anderen gibt es mittlerweile vielleicht schon nicht mehr“, mutmaßte Maier.

Auswirkungen auf Tourismusbranche Rechnung tragen

Durch diese Entwicklung habe sich der Investor genötigt gesehen, das Konzept noch einmal zu überdenken und den Auswirkungen auf die Tourismusbranche Rechnung zu tragen. „Das Reisen wird in Zukunft anders aussehen“, erklärte Maier. Es werde sich ein selektiveres, bewussteres Reisen entwickeln. Künftig sei der Community-Gedanke wichtig: Das Eingehen der Menschen auf sich selbst und auf andere.

Reisen würden künftig auch dazu dienen, „ein Bewusstsein dafür zu formen, was uns bewegt“. Das betrifft etwa Themen wie Gesundheit und Ernährung. Man wolle die Menschen zusammenbringen, sie an die Hand nehmen und ihnen zeigen, was es vor Ort alles gibt. Dementsprechend wolle man das Konzept auch zum Ort hin stärker öffnen, etwa durch Einbeziehung von regionalem Handwerk oder Kultur.

„Wir sind jetzt mehr gegroundet“

„Wir sind jetzt mehr gegroundet“, resümierte Athos-Architekt Urs Fridrich, der die Überarbeitung in neuer Sprache präsentierte. Neben einem Wirtshaus mit Biergarten am See ist eine Greißlerei mit regionalen Produkten geplant, ebenso ein Gutshaus in Gestalt eines Dreiseithofs und eine Kulturscheune. Auch eine Gärtnerei, die ihren Beitrag zur Kulinarik des Gasthofs leisten könnte, taucht auf.

In der Aufteilung hat sich manches geändert. So wurde der ursprünglich in der Mitte situierte Spa- und Wellnessbereich auf die Nordseite des Areals verlegt. Er firmiert jetzt unter Waldbad. Aus dem Badehaus wurde eine Schwimmscheune. Auch ein Meditationsbereich soll dort seeseitig entstehen. Acht Waldsuiten sollen dort Gäste beherbergen, die einen längeren Aufenthalt in diesem Bereich buchen.

43.000 Quadratmeter Gestaltungsraum zur Verfügung

Im nördlichen Bereich sind dann entlang des Sees 36 See- und Bergsuiten geplant, wobei die bergseitigen für längeren Aufenthalt gedacht und deshalb größer sein sollen. Die ursprünglich gereihte Anordnung wird durch eine architektonisch aufgelöste Form ersetzt, erläuterte Fridrich: „Wir haben dadurch weniger Siedlungsstruktur.“

Die Zahl kleinerer Zimmer, der Keys, ist von 90 auf 80 reduziert worden. Drei Häuser mit Mietwohnungen auf der Südseite sollen aber bleiben, ebenso wie die Bodenschneidstraße in die Gesamtplanung integriert werden soll. Durch die neue Raumstruktur würde im mittleren Teil ein großer Hof entstehen, der die Anlage nach außen, zum Ort hin öffnen soll. Auch die Möglichkeit, den Kurpark in die Planung miteinzubeziehen, wurde angesprochen. Unter Einbeziehung aller Flächen stünden 43.000 Quadratmeter Gestaltungsraum zur Verfügung.

Verschiedene Architekten für Bad Wiessee verpflichten

Auch architektonisch will der Investor mehr Individualität Rechnung tragen. Für die Gestaltung der einzelnen Bereiche sollen jeweils verschiedene Architekten verpflichtet werden. Gleichwohl wolle man das Projekt zügig voranbringen.

Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn zeigte sich angetan von der neuen Variante der Pläne. Auch die Wortmeldungen aus dem Gremium, das sich vorab schon nichtöffentlich informiert hatte, waren durchweg positiv. Die Änderung des Bebauungsplans wurde folglich einstimmig abgesegnet. ger

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