Hilferuf in Bad Wiessee

Wegen Coronavirus: Vermieter und Gastrobetriebe schlagen Alarm

Wann Schifffahrt und Tourismus im Tegernseer Tal wieder in Fahrt kommen, ist momentan offen. Die Wiesseer Vermieter haben deswegen die Gemeinde um Hilfe gebeten.
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Wann Schifffahrt und Tourismus im Tegernseer Tal wieder in Fahrt kommen, ist momentan offen. Die Wiesseer Vermieter haben deswegen die Gemeinde um Hilfe gebeten.

Bad Wiessee – Vermieter und Gastrobetriebe fordern von der Gemeinde Unterstützung, zum Beispiel indem der Kurbeitrag ausgesetzt beziehungsweise reduziert sowie die Steuerlast erleichtert wird.

Mit einem Hilferuf hat Daniel Strillinger, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Bad Wiessee, sich kürzlich an Bürgermeister Peter Höß und die Gemeinderäte gewandt. Darin bittet er darum, den Kurbeitrag auszusetzen beziehungsweise zu reduzieren sowie die Steuerlast zu erleichtern. Höß sieht darin jedoch keine geeigneten Mittel, um die wirtschaftlichen Nöte zu beheben, und schlägt stattdessen talweite Schritte vor, um die Corona-Krise zu meistern. Momentan sollte laut Höß die Priorität darin liegen, die Bevölkerung gesund zu erhalten.

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„Die Spitze des Eisbergs ist noch lange nicht erreicht, es stehen Existenzen auf dem Spiel“, stellt Strillinger in seinem Brief fest und spricht von Umsatzeinbußen in Höhe von bis zu 80 Prozent. Das war auch noch, bevor angeordnet wurde, dass Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe vorübergehend zu schließen haben. Die Lage dürfte sich vermutlich weiter verschärft haben. Um diese für die betroffenen Betriebe finanziell schwierige Zeit zu überstehen, schlägt Strillinger vor, den Kurbeitrag zu reduzieren oder auszusetzen. Einhergehen sollten Steuererleichterungen. Ferner könnten nach Strillingers Ansicht die geplanten Investitionen, um weiter zu digitalisieren, ausgesetzt und das Geld lieber in geschwächte Unternehmen vor Ort anlegt werden.

Wie die Gemeinde Bad Wiessee zu dem Vorschlag mitteilt, schätzt der Rathaus­chef die Situation ebenso ernst ein: „Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, um unseren Vermietern, Geschäftsleuten, Gastronomen und Betrieben zu helfen. Bedauerlicherweise ist dazu jedoch weder die Reduzierung des Kurbeitrages noch des Fremdenverkehrsbeitrages ein geeignetes Instrument, weil diese umsatz- respektive gewinnbezogen sind. Findet dieser nicht statt, bringt auch eine Reduzierung nichts.“

Und die von der CSU-Fraktion vorgeschlagenen kurzfristigen gemeindlichen Bürgschaften für Unternehmen liegen, wie Höß sagt, nicht in der Zuständigkeit oder Befugnis der Kommune, sondern auf Seiten des Staates. Er schlägt stattdessen vor, nach überstandener Corona-Pandemie – abgestimmt mit allen Talgemeinden – alle Schritte zu veranlassen, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise für die Unternehmen abzumildern.

Nach seinem eindringlichen Appell an die Einwohner stellt Bürgermeister Peter Höß außerdem nochmals deutlich heraus, dass die Priorität in der jetzigen Phase der Corona-Krise nicht darin liegt, deren wirtschaftliche Folgen zu bekämpfen, sondern allein darin liegen muss, die Bevölkerung gesund zu erhalten. hac

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