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Bad Wiessee will Wärme mittels regenerativer Energien gewinnen

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Grundschule in Bad Wiessee
Auch die Bad Wiesseer Grundschule soll bald mit regenerativer Energie beheizt werden. © Gernböck

Bad Wiessee – Für geplante Projekte will Bad Wiessee nachhaltige Wärmeversorgung. Im Ausschuss für Energie, Klima und Mobilität gab es nun eine erste Entscheidung.

Es ist ein Thema, das aktuell unter den Nägeln brenne, wie Bürgermeister Robert Kühn in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Energie, Klima und Mobilität betonte: der Einsatz erneuerbarer Energien, also auch das Heizen mit Holz.

„Das Thema ist angesichts des Kriegs in der Ukraine mit einer Vehemenz auf die Tagesordnung gerückt, die man sich vor Kurzem nicht vorstellen konnte“, sagte der Rathauschef. Konkret ging es an diesem Abend um die künftige Wärmegewinnung für die geplante neue Kita und die Grundschule sowie für die Sportanlage und die beiden in Planung befindlichen Gemeindehäuser an der Hagngasse.

Als Brennstoff Holzpellets oder Hackschnitzel

Zwar war die Sitzung als Mitmachausschuss auch für Bürger angekündigt worden, doch das Interesse schien eher verhalten. Gerade zwei Interessierte hatten sich im Sitzungssaal zu Fachvortrag und anschließender Diskussion eingefunden.

Zu Beginn stellte Fachmann Bernhard Haberl von der niederbayerischen Firma HDG verschiedene Möglichkeiten und Kesselsysteme vor, um dann konkret auf die Gegebenheiten und den Bedarf in der Gemeinde Bad Wiessee einzugehen. Für den Bedarf der vier Objekte sei eine Anlage mit 800 Kilowatt Leistungsstärke notwendig, erklärte der Experte. Als Brennstoff kämen Holzpellets oder Hackschnitzel in Frage, wobei Haberl aufgrund des geringeren Platzbedarfs bei der Lagerung und der leichten Handhabung zu Pellets riet.

Drei Standorte kämen in Frage:

Standort Grundschule hat Vorteile

Bei den beiden Bestandsgebäuden wäre die Installation eines großen Kessels allerdings nicht möglich, erläuterte Haberl. Da müsste die Leistung mit jeweils zwei 400-Kilowatt-Kesseln erzielt werden. Der Standort Grundschule hätte den Vorteil, dass dort nach Ausbau der alten Ölheizung auf das bestehende System aufgebaut werden könnte. „Mit einer Holzheizung unter Einbeziehung der Bestandsgebäude sind sie zukunftssicher aufgestellt“, zog der Fachmann schließlich sein Fazit.

Haberls Vortrag folgte dann eine angeregte Diskussion, die sich etwa um die Frage des Brennmaterials drehte. Rolf Neresheimer (FWG) äußerte Skepsis gegenüber der Pellet-Variante angesichts der Preisentwicklung. „Die rennt dem Gaspreis zurzeit hinterher“, gab er zu bedenken. Unter ökologischem Gesichtspunkt sah er zudem die weiten Lieferwege als Minus, während Hackschnitzel vor Ort in großer Menge produziert würden.

Regionale Verfügbarkeit bevorzugen

Dem pflichtete Bernd Kuntze-Fechner (SPD) bei. Schon wegen der regionalen Verfügbarkeit solle man diese Variante auf dem Schirm behalten. So bleibe die Wertschöpfung im Tal, zeigte sich auch Karl Schönbauer (Grüne) überzeugt.

Die Frage einer möglichen Subventionierung kam ebenso aufs Tapet. Zwar bestünden grundsätzlich Fördermöglichkeiten für das Kommunalunternehmen der Gemeinde, erklärte Martin Brugger vom Technischen Bauamt. Die Kommune selbst habe aber keinen Anspruch auf Unterstützung bei den Maßnahmen.

Frist bei Fördermitteln bis 2026

Bürgermeister Kühn mahnte an dieser Stelle, nicht von vornherein mit Fördergeldern zu planen. Die Subventionen für die Heizung des Kita-Gebäudes seien beantragt, doch müssten die entsprechenden Maßnahmen bis 2026 umgesetzt sein, um die Förderung nicht zu verlieren.

Erörtert wurde auch die Frage, ob zwei verschiedene Standorte für zwei Heizkessel sinnvoll wären, so etwa Grundschule und Hagngasse, die man eventuell miteinander verbinden könnte. Das hielt Peter Kathan (CSU) für wenig wirtschaftlich. Außerdem würde die Leitung nicht nur durch Gemeindegrund verlaufen und mache damit Dienstbarkeiten von Grundstückseigentümern erforderlich.

Entscheidung fällt im Gemeinderat

Für einen zentralen Standort auf halbem Weg etwa auf Höhe der Zeiselbachbrücke plädierte Wilhelm Dörder (FWG). Von dort könne die Verbindung über öffentliche Wege erfolgen. Die Einrichtung von Nahwärmenetzen für die Zukunft generell im Blick zu haben, regte Johannes von Miller (Grüne) an.

Bürgermeister Robert Kühn bat die Mitglieder des Ausschusses abschließend, das Thema in den Fraktionen zu diskutieren. Eine Entscheidung wird dann im Gemeinderat gefällt. ger

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