Am besten außen rum

Großbaustelle in Hausham und Schliersee: So soll sich die Lage bessern

Baustellen in Hausham und Westenhofen
+
Über die Baustellen in Hausham und Westenhofen informierten die Bürgermeister Jens Zangenfeind (3.v.r.) und Franz Schnitzenbaumer (3.v.l.) zusammen mit (v.l.) Katharina Schreiber und Simon Irger (Polizei Miesbach), Ferdinand Klettner (Ingenieurbüro Infra), Alexander Beer (Bauamt Hausham), Michael Runz (Baufirma Holzer) und Roland Bründl vom Staatlichen Bauamt.
  • VonFridolin Thanner
    schließen

Hausham/Schliersee – Großbaustelle am Bahnübergang zwischen Hausham und Schliersee: Verkehrschaos strapaziert Nerven von Pendlern und Anwohnern.

Wer aus dem Norden an den Schliersee, zum Spitzing oder nach Bayrischzell möchte, sollte etwas mehr Zeit einplanen. Oder über Wörnsmühl und Fischbachau fahren. Denn zwischen Hausham und Schliersee ist Stau derzeit normal. Die großen Baustellen in Westenhofen am Bahnübergang und an der Industriestraße in Hausham sorgen derzeit immer wieder für Verkehrschaos. „Die Situation verlangt allen viel ab“, sagte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind jüngst bei einem Gespräch vor Ort.

Zusammen mit seinem Schlierseer Amtskollegen Franz Schnitzenbaumer, Vertretern der Planungsbüros und Baufirmen sowie der Polizei erläuterte Zangenfeind den Ablauf der Baustelle, welche Schwierigkeiten zu meistern sind und wie sich Probleme umfahren lassen. „Wenn ich von Norden komme, fahre ich immer durchs Leitzachtal“, machte Schnitzenbaumer klar. Weder stelle er sich in den Stau, noch nutze er Schleichwege, deren Anwohner aufgrund der hohen Frequentierung auch mächtig genervt seien. Auch hier bleibt der Appell an die Vernunft und Rücksicht zu nehmen. Außerdem kündigte die Polizei vermehrte Kontrollen – vor allem an den Wochenenden – an, damit die Anliegerregeln eingehalten werden.

Fahrspur in Westenhofen asphaltieren

Etwas Erleichterung sollte inzwischen eingetreten sein: Denn, wie Ferdinand Klettner vom Planungsbüro Infra ankündigte, soll am Dienstag (21. Juni) eine Fahrspur in Westenhofen provisorisch asphaltiert werden. „Sie kommt dann wieder raus, wenn wir auf der Nordseite fertig sind“, erklärte Klettner.

Der Mehraufwand, sind sich die Verantwortlichen einig, sei gerechtfertigt, um für etwas Entlastung zu sorgen. Denn nicht nur, dass der Schotter für viel Staub sorgt, aufgrund der Schlaglöcher wird auch sehr langsam gefahren. Der Versuch, mit Kunststoffmatten für Verbesserung zu sorgen, ist gescheitert. Sie haben aufgrund der hohen Temperaturen und der Vielzahl an Autos, die darüber rollen, nicht gehalten.

Nur einspurig geht es durch die Baustelle in Westenhofen. Noch bis September ist Geduld nötig.

Zuletzt hat die Gemeinde Schliersee versucht, mit einem Wegepflegegerät die Fahrbahn zu glätten. Mit dem Asphalt sei dann das Schlimmste geschafft, hofft nicht zuletzt Bürgermeister Schnitzenbaumer.

Trotz der asphaltierten Fahrspur könnte es zu neuen Problemen kommen. Denn seit Dienstag (21. Juni) rollen wieder Züge auf den Gleisen – und damit sind auch die Bahnübergänge wieder in Betrieb. Möchte jemand bei geschlossenen Schranken in Westenhofen von der Bundes- in die Breitenbachstraße abbiegen, geht erst mal nichts mehr.

Verkehr muss über Schlierseer Straße

In Hausham läuft der gesamte Verkehr aufgrund der gesperrten Industriestraße über die Schlierseer Straße – und den Bahnübergang, der auch schnell mal mehr als zehn Minuten geschlossen ist. Es bleibt nur der Appell an alle, die nicht unbedingt dort durch müssen: Die Umfahrung übers Leitzachtal nehmen.

Mehr als ein Appell und eine Empfehlung ist aber nicht möglich, da die Straße nicht komplett gesperrt ist. Die Bürgermeister wollen sich für eine auffallende Beschilderung – am besten schon in Autobahnnähe – einsetzen. Vor allem, dass immer wieder Schwerlastverkehr und Reisebusse durch die Baustelle fahren, können sie nicht nachvollziehen.

Fußgänger und Radfahrer an Schlierach

Für Fußgänger und Radfahrer – ausgenommen sind direkte Anwohner – gibt es eine ausgeschilderte Alternative ohne großen Umweg entlang der Schlierach. Dort sind sie auch keinen Gefahren zum Beispiel durch Baumaschinen ausgesetzt.

Insgesamt, betonten die Bürgermeister unisono, werde alles versucht, um die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Alle Beteiligten seien bemüht und hoch motiviert. „Aber es geht nicht besser“, sagte Schnitzenbaumer. Die eingeschränkten Möglichkeiten liegen zu einem großen Teil an den beengten Verhältnissen.

Nicht durch die Baustelle: Für Fußgänger und Radfahrer gibt es eine nahe Alternative an der Schlierach.

So dürfen Bahnanlagen nicht betreten werden – und solange die Bahnübergänge wie bisher betrieben werden, werden diese Anlagen noch benötigt. Auch wegen der Schließzeiten haben die Bürgermeister und Bauverantwortlichen eine klare Forderung: Die Bahn soll die Übergänge von Mitarbeitern mit Absperrband sichern lassen. Anfragen dazu hatten bisher aber keinen Erfolg.

An einzelnen Verbesserungen wird also weiter gearbeitet. Richtig laufen wird der Verkehr zwischen Hausham und Schliersee erst ab Mitte September, wenn die Bundesstraße in Westenhofen und die Industriestraße in Hausham fertig sind.

Hass, bitterböse E-Mails und Anrufe

Eine immer wieder geforderte Komplettsperrung hätte übrigens gar nicht so viel gebracht: Insgesamt hätte sich die Bauzeit um sechs bis höchstens acht Wochen verkürzt, wie Ferdinand Klettner und Michael Runz von der Baufirma Holzer erklärten. Dafür wäre aber über die gesamte Zeit komplett gesperrt gewesen – auch für Anwohner, Gewerbebetriebe und Schulbusse. Auch für Rettungsdienst und Polizei hätte es Schwierigkeiten gegeben.

Kritik und Anregungen seien erlaubt und auch willkommen, sagte Bürgermeister Zangenfeind. Doch die Verantwortlichen sehen sich einer Menge Hass, bitterbösen E-Mails und Anrufen ausgesetzt. Die massiven Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen sind zu viel. „Es gibt eine Grenze“, sagte der Bürgermeister von Hausham. „Das tut schon weh“, ergänzte sein Schlierseer Kollege.

Unsicherheit bei Baustoffen

So hoffen die Rathauschefs wie die anderen Beteiligten an den beiden Großbaustellen, dass es schnell voran geht und die Belastungen möglichst gering bleiben. „Wir wissen, dass wir nicht viel machen können“, sagte Schnitzenbaumer, versucht werde aber alles.

Und: Obwohl derzeit viel Zeit draufgeht, den Verkehr zu regeln und die Baustelle abzusichern, ist immerhin alles im Zeitplan. Einzige Unsicherheit ist die Baustoffknappheit, aber auch in der Hinsicht wird alles versucht. ft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weitere Fast-Food-Kette zieht nach Irschenberg: Das sorgt für Kritik
Miesbach
Weitere Fast-Food-Kette zieht nach Irschenberg: Das sorgt für Kritik
Weitere Fast-Food-Kette zieht nach Irschenberg: Das sorgt für Kritik
Waakirchen: Kommunale Dankurkunde für Monika Marstaller
Miesbach
Waakirchen: Kommunale Dankurkunde für Monika Marstaller
Waakirchen: Kommunale Dankurkunde für Monika Marstaller
Entspannte Bergtouren in den Ferien: Diese Tipps hat der DAV
Miesbach
Entspannte Bergtouren in den Ferien: Diese Tipps hat der DAV
Entspannte Bergtouren in den Ferien: Diese Tipps hat der DAV
Archehof in Otterfing seit 30 Jahren mit Biolandwirtschaft
Miesbach
Archehof in Otterfing seit 30 Jahren mit Biolandwirtschaft
Archehof in Otterfing seit 30 Jahren mit Biolandwirtschaft

Kommentare