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Wie der Bahnübergang in Hausham 90 Meter nach Norden verlegt wird

Bahnübergang in Hausham
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Die Tage des alten Haushamer Bahnübergangs mit langen Wartezeiten sind gezählt.

Hausham – Am 15. März startet die Baustelle am Bahnübergang in Hausham. Die Gemeinde hat nun über Sperrungen, Umleitungen, Wartezeiten und mehr informiert.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte Planer Konrad Haindl vor, wie der Haushamer Bahnübergang verlegt werden soll, und stellte sich den Fragen der Räte. Zwar soll während der gesamten Bauzeit vom 15. März bis zum 19. November der Verkehr durch Hausham abwechselnd über die Industrie- und die Schlierseer Straße fahren können, aber es sei mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Eine Hauptsorge des Gremiums galt daher der frühzeitigen und guten Umleitung des Durchgangsverkehrs.

Der befürchtete Ansturm blieb aus und so verfolgte nur ein Zuhörer die Präsentation zur Verlegung des Bahnübergangs im Alpengasthof Glückauf. Damit folgten die Haushamer wohl dem Aufruf von Bürgermeister Jens Zangenfeind, sich wegen der Corona-Pandemie mit den bereits auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlichten Plänen und Simulationen sowie bereits gestellten Fragen und Antworten zu informieren. Außerdem hatte er im Vorfeld angekündigt, dass die mitgefilmte Sitzung ebenfalls in Kürze online gestellt werde.

Seit 35 Jahren begleitet Haindl vom Rosenheimer Ingenieurbüro Infra das Projekt und so brachte ihn bei der Vorstellung auch nichts aus der Ruhe. Auch nicht die verwunderten Blicke im Saal, weil der Bahnübergang nur einspurig geplant ist. „Bei zwei Spuren müsste der Übergang 20 Meter breit sein. Das würde die Umlauf- und Wartezeiten verlängern und wäre nicht leistungsfähiger“, erklärte Haindl und empfahl, dazu die Simulation auf der Internetseite anzuschauen.

Intelligente Steuerung für Bahnübergang in Hausham

Ausgestattet wird der Bahnübergang mit einer intelligent gesteuerten Bahnübergangs- und Straßensicherungsanlage (Büstra). Diese Anlage verbindet die Sicherungstechnik des neuen Bahnübergangs mit der der Straßenkreuzung und soll dafür sorgen, dass spätestens alle 90 bis 120 Sekunden jede Fahrspur eine Grünphase hat. Sollte es zu Stau auf den Abbiegespuren kommen, rechnet Haindl, dass diese nach zwei Ampeldurchläufen aufgelöst sind. Mit einer Schrankenschließzeit von vier Minuten soll sich so auf der Schlierseer Straße Nord eine Wartezeit von maximal acht Minuten ergeben. Bei allen anderen Spuren wird sich eine Wartezeit von zwei bis sechs Minuten einstellen.

In Betrieb soll der neue Bahnübergang erstmals am 23. Juli gehen. Ein letztes Wiederaufleben erfährt der alte, von Sicherungsposten betriebene in den Phasen 5 und 6. In dieser Zeit bekommen die neuen Fahrbahnen ihre lärmmindernde Deckschicht. Die Naturfreundestraße bleibt, wenn auch zwischendurch nur einspurig, während der gesamten Bauzeit offen. Auf Nachfrage von Hans Harraßer (FWG) wurde, so Haindl, bei den Planungen auch daran gedacht, dass Einsatzkräfte ihre Rettungsfristen einhalten können.

Weiträumige Umleitung durchs Leitzachtal

Wegen der erheblichen Einschränkungen baten die Gemeinderäte darum, die bereits mit dem Landratsamt abgesprochene weiträumige Umleitung des Verkehrs über das Leitzachtal von der Autobahn her ab Jedling und von Miesbach aus nicht nur für wenige Wochen anzuordnen, sondern am besten als Empfehlung während der gesamten Bauzeit auszuschildern. Haindl versprach, wenngleich dies auch schwierig sei, sich darum zu kümmern, und der Rathauschef meinte noch: „Zur Not helfen wir auch beim Aufstellen der Schilder.“

Die Kosten der 5,66 Millionen Euro teuren Verlegung sind für die Gemeinde überschaubar. Lediglich für den Geh- und Radweg sind 238.000 Euro zu berappen. Den Rest übernehmen das Staatliche Bauamt Rosenheim, die DB Netz AG und der Freistaat Bayern.

Ansprechpartner für Anwohner gefordert

Zum Abschluss forderte der Rathaus­chef, dass die Anwohner jederzeit einen Ansprechpartner bei der Bauleitung haben müssen und sie auf ihre Fragen sowie Anregungen eine schnelle und kompetente Auskunft bekommen. Dies sagte Haindl zu: „Alles werden wir sicher nicht gewährleisten können, aber bei so einem Projekt, das viel Geduld und Nerven kostet, müssen wir natürlich im Gespräch bleiben.“

Zangenfeind versprach seinerseits, dass alle aktuellen Informationen und Pläne zur Verlegung auf der Internetseite der Gemeinde unter www.hausham.de veröffentlicht werden. hac

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