Bittere Pille

Bahnübergang Tannermühlstraße: Bayrischzeller Gemeinderat entscheidet über Umbaupläne

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Der Bahnübergang Tannermühlstraße ist nach heutigen Standards für den Begegnungsverkehr von Autos und Lastwagen zu eng. Eine Lösung muss her.

Bayrischzell – Kommt eine Einbahnregelung am Bahnübergang Tannermühlstraße in Bayrischzell? Mit dieser Frage beschäftigte sich jüngst der Bayrischzeller Gemeinderat. Dietmar Schieder von der DB Netz AG stellte diesem die Umbaupläne des Bahnübergangs Tannermühlstraße vor und ging auf die Möglichkeiten der Gemeinde ein.

In Schliersee und Bayrischzell ist ein Stellwerksaustausch geplant, Bayrischzell wird damit in Zukunft von Schliersee „ferngesteuert“ werden. Außerdem ist ein schnellerer Takt geplant. Im Zuge dessen müssen auch die Bahnübergänge der älteren Generation mit Relaistechnik modernisiert werden, da jene dann nicht mehr kompatibel sind. Durch den Umbau der Technik, Lichtzeichen und Schrankenanlage entfällt der momentane Bestandsschutz. Die aktuell geltenden Auflagen müssen erfüllt werden. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2021 geplant. Bei einer Nutzung durch Autos und Lastwagen (das sind unter anderem Müllfahrzeuge und der Winterdienst) wäre eine Straßenbreite von 6,35 Metern nötig. „Das wäre nur mit Enteignung möglich“, sagte Dietmar Schieder. Ein Bahnübergang nur für Autos sei nicht realistisch und zudem auch mit 4,75 Metern immer noch sehr eng. „Der Vorschlag wäre jetzt ein Einbahnstraßenverkehr“, sagte Schieder. Dann wäre die Straßenbreite ausreichend – und das ginge schnell und einfach. Was passieren könnte, wenn der Gemeinderat nicht zustimmt, erklärte Schieder auch gleich: Ein Umweg von dreieinhalb Kilometern sei für die Anwohner laut Gesetz zumutbar. Der Umweg am Bahnübergang Tannermühlstraße würde nur etwa einen Kilometer betragen. Den Bahnübergang aufzulösen (im „Bahndeutsch“ Auflassung genannt), wäre für die DB Netz also kein Problem. „Das ist keine Drohung“, erklärte Schieder. Das aber fühlte sich für die Ratsmitglieder wohl anders an. Ein Raunen ging durch den Raum. Bürgermeister Georg Kittenrainer sagte etwas verärgert, dass die Grundstücke, um die es jetzt geht, alle einmal der Bahn gehört haben: „Aber die wurden verschachert, sonst hätten wir jetzt Platz genug.“ Trotzdem ist er der Meinung, dass Bayrischzell auf den Bahnübergang nicht verzichten kann und er mit einer Einbahnregelung „wenn auch nicht mit wehenden Fahnen“ mitgehen würde. Gemeinderat Florian Müller überzeugte seine Kollegen davon, nicht einfach zuzustimmen, sondern die Entscheidung auf die nächste Sitzung (Montag, 15. April, 19.30 Uhr) zu verschieben und das Thema noch einmal ausführlich zu diskutieren.jw

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